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Abholzung im Hambacher Forst gestoppt

Am Freitag wurde entschieden: Es darf vorerst keine Rodungen im Hambacher Forst geben. Trotzdem versammelten sich am Samstag Zehntausende, um gegen Braunkohleabbau zu protestieren.

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Für Samstag war eine riesige Demonstration gegen die Abholzung im Hambacher Forst geplant. Allerdings wurde bereits am Freitag entschieden: Im Hambacher Forst dürfen vorerst keine Bäume mehr gefällt werden, um Braunkohle abzubauen. Für Umweltschützerinnen und Umweltschützer ist das ein riesiger Erfolg. Die große Demonstration am Samstag fand trotzdem statt. Denn eine endgültige Entscheidung über den Hambacher Forst ist noch nicht gefallen.

Proteste vor dem Hambacher Forst
Zehntausende versammelten sich am Samstag am Hambacher Forst. Quelle: dpa

Warum ist der Rodungsstopp schlecht für RWE?

Der Tagebau von RWE und der Hambacher Forst. Archivbild
Der Tagebau von RWE und der Hambacher Forst. Archivbild Quelle: Federico Gambarini/dpa

Unter dem Hambacher Forst schlummern Millionen Tonnen Braunkohle. Im Tagebau Hambach hat das Energieunternehmen RWE jahrelang Kohle abgebaut, um daraus Strom zu gewinnen. Um an die Kohle ranzukommen, hat RWE in den vergangen Jahren bereits große Teile des Waldes abgeholzt. Das durften sie auch, denn der Hambacher Forst gehört dem Unternehmen. Jetzt wollte RWE eigentlich weitere Rodungen durchführen. Denn mit der Energie aus Kohle verdient RWE viel Geld. An den Rodungsstopp muss sich RWE halten, obwohl ihnen der Wald gehört. Vertreter des Unternehmens sagen, dass sie dadurch viel Geld verlieren.

Warum gab es Proteste gegen die Abholzung?

  • Zum einen geht es Umweltschützern darum, den Wald zu retten: Der Hambacher Forst ist ein Zuhause für viele Vogelarten und andere Tiere. Darunter sind auch einige seltene Tiere wie zum Beispiel die Bechsteinfledermaus, der Springfrosch oder die Haselmaus.
  • Zum andern sagen sie, dass Energie aus Kohle schlecht für die Umwelt ist: Die Kohle muss verbrannt werden, um daraus Strom gewinnen zu können. Bei dieser Verbrennung entsteht besonders viel klimaschädliches CO2.
Abhegolzte Bäume im Hambacher Forst
Große Flächen wurden schon abgeholzt. Quelle: dpa
  • Viele Umweltschützerinnen und Umweltschützer sind der Meinung, dass die Abholzung im Hambacher Forst unnötig sein könnte: Die Bundesregierung hat Experten beauftragt, einen Plan für den Ausstieg aus der Kohleenergie zu entwickeln. Die Kohle aus dem Hambacher Forst wird also möglicherweise gar nicht mehr benötigt.

Wann gibt es eine endgültige Entscheidung?

Die endgültige Entscheidung darüber, ob RWE im Hambacher Forst abholzen darf, ist noch nicht gefallen. Ein wichtiges Gericht in Deutschland muss darüber entscheiden. Das könnte aber ziemlich lange dauern. Bis dahin soll es keine Rodungen geben. RWE geht im Moment davon aus, dass die Entscheidung erst Ende 2020 getroffen werden könnte.

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