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Neues Kreuzfahrtschiff fährt mit Flüssiggas

Viele Kreuzfahrtschiffe verpesten die Umwelt mit ihren Abgasen. Ein neues Kreuzfahrtschiff nutzt deshalb zum ersten Mal einen anderen Treibstoff: Das umweltfreundlichere Flüssiggas.

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Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff - für viele Menschen ist das ein großer Traum. Und die Reisen mit den riesigen Schiffen werden immer beliebter. Alleine in den vergangenen beiden Jahren sind mehr als zwei Millionen Deutsche auf Kreuzfahrtschiffen gereist. Doch die riesigen Kreuzfahrtdampfer sind gar nicht gut für die Umwelt. Die meisten Schiffe fahren mit Schweröl. Schweröl ist der billigste Kraftstoff, aber eben auch der dreckigste.

Ein Kreuzfahrtschiff in einem Hafen
Die Aida Nova wird mit Flüssiggas betrieben.
Quelle: obs

Das Problem mit Schweröl

Bei der Verbrennung von Schweröl entstehen deutlich mehr giftige Abgase als zum Beispiel beim Benzin- oder Dieseltreibstoff, mit dem Autos fahren. In den Abgasen sind beispielsweise Stickoxide. Außerdem bleibt bei der Verbrennung ein Öl-Schlamm übrig, der oft einfach ins Meer gekippt wird. Und das ist wiederum sehr schädlich für die Tiere und Pflanzen im Meer, die die giftigen Stoffe fressen und aufnehmen. Viele Kreuzfahrtschiffe sind also richtige Dreckschleudern.

Flüssiggas statt Schweröl

Das neue Schiff Aida Nova benutzt deshalb kein Schweröl mehr: Es wird mit Flüssiggas betrieben. Das verpestet die Luft nicht so stark wie die Verbrennung von Schweröl und ist deshalb etwas umweltfreundlicher. Sonst ist das Schiff genauso gigantisch wie viele andere Kreuzfahrtschiffe. Mehr als 6.000 Menschen können auf einmal darauf über das Meer reisen.

Kritik am Flüssiggas

Es ist allerdings nicht immer besser, Flüssiggas zu nutzen. Denn der Transport des Flüssiggases von der Quelle bis zum Kreuzfahrt-Schiff ist oft sehr weit. Unterwegs kann es passieren, dass dabei Gas entweicht – und das kann der Umwelt wiederum schaden.

Umweltschützer vom Naturschutzbund (NABU) kritisieren außerdem, dass Flüssiggas ein fossiler Brennstoff ist. Das Bohren nach Erdgas kann umweltschädlich sein. Und Erdgas kann nicht nachwachsen, so wie erneuerbare Energien aus Sonne- oder Windkraft. Die Umweltschützer finden Flüssiggas trotzdem besser als Schweröl – für die Zukunft fordern sie aber, noch nach anderen Lösungen zu suchen.

Warum nutzen nicht mehr Schiffe Flüssiggas?

Das Problem dabei: Es gibt noch nicht so viele Flüssiggas-Tankanlagen, weil sie sehr teuer sind. Außerdem muss Flüssiggas bei mindestens minus 160 Grad Celsius gelagert werden. Das verbraucht viel Energie, was auch wieder nicht gut für die Umwelt ist. Damit Kreuzfahrtschiffe mit dem Flüssiggas fahren könnten, müssten sie auch umgebaut werden - und das kostet natürlich viel Geld.

Zu wenige Schiffe mit guten Abgasfiltern

Einige Schiffe haben zwar auch Abgasfilter, aber noch nicht alle und vor allem noch nicht ausreichend. Noch sind sie nämlich keine Pflicht, deswegen versuchen einige Schiffsbetreiber, Geld zu sparen. Denn so lange sie nicht müssen, bauen sie die teure Technik auch nicht ein. Naturschützer fordern deshalb die Politiker auf, mehr Regeln für die Kreuzfahrtschiffe aufzustellen, damit sie umweltfreundlicher werden. 

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