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Selbsttests: Nicht ganz verlässlich

Selbsttests, die man ganz einfach zuhause, in der Schule oder auf der Arbeit machen kann, versprechen mehr Sicherheit. Doch sie sind lange nicht so verlässlich, wie viele denken.

Datum:
Kind macht einen Corona-Selsttest
An vielen Schulen sind die "Selbstmach-Popeltests" bereits Pflicht.
Quelle: dpa

Mit einem Stäbchen in der Nase popeln, 15 Minuten warten und dann sehen, ob man Corona-positiv ist oder nicht. So oder so ähnlich funktionieren die meisten Schnell- und Selbsttests. Sie gehören zu den Antigen-Tests, deshalb nennen wir sie im weiteren Text so und meinen damit beide.

Die Hoffnung: mithilfe der Antigentests Menschen mit Corona innerhalb kurzer Zeit finden, bevor sie andere anstecken können. Viele setzen darauf, dass die Tests uns dadurch mehr Normalität bringen. Bis dann irgendwann möglichst viele Menschen geimpft wurden.

"Selbsttests sind keine Wunderwaffe"

Doch: Allein mit den Antigentests werden wir die Pandemie nicht stoppen können. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagt: "Selbsttests sind keine Wunderwaffe". Man kann sich nämlich nicht hunderprozentig auf diese Art von Tests verlassen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Probleme der Antigentests

1. Wenn man den Test falsch macht, kann das Ergebnis falsch sein. Der Test könnte anzeigen, dass man negativ ist, obwohl man eigentlich positiv ist. Gerade bei den Selbsttests, die ja unerfahrene Menschen machen, ist die Gefahr besonders hoch, dass sie falsch angewendet werden.

2. Selbst wenn man die Tests richtig anwendet, erkennen sie im Schnitt nur 58 Prozent der Menschen, die sich zwar angesteckt, aber gar keine Symptome, wie etwa Fieber und Husten, haben. Das haben Forscherinnen und Forscher jetzt herausgefunden, als sie mehrere Studien verglichen haben. Also: Gerade bei Menschen ohne Symptome ist die Gefahr bei den Antigentests relativ hoch, dass sie sie gar nicht erkennen.

3. Die Antigentests erkennen nur in einem bestimmten Zeitraum, ob man sich angesteckt hat. Das heißt: Ganz am Anfang der Corona-Infektion zeigt der Test oft noch gar nicht, dass man positiv ist. Das Fiese: Meistens ist man ganz am Anfang super ansteckend, bevor man die ersten Symptome bekommt. Der Antigentest würde das aber übersehen.

4. Wenn ihr schon mal einen Selbsttest gemacht habt wisst ihr vielleicht, dass man da oft ganz doll Niesen muss. Wenn jetzt die ganze Klasse im Klassenzimmer einen Schnelltest macht und niest, könnten dabei viele Viren durch den Raum geschleudert werden. Wenn man direkt angeniest wird, helfen auch offene Fenster nicht viel. Am besten wäre es, diese Tests mit Abstand draußen zu machen.

Sind Antigentests jetzt etwa sinnlos?

Nein! Man darf das Ergebnis dieser Tests nur nicht überschätzen. Denn auch bei einem negativen Ergebnis kann man Corona haben und andere damit anstecken. Wenn man aber zu den Menschen gehört, die bei einer Corona-Infektion gar keine Symptome haben, sind die Tests manchmal unzuverlässig. Und auch der Zeitpunkt spielt eine große Rolle: Ganz am Anfang der Krankheit kann man leicht ein falsch-negatives Ergebnis angezeigt bekommen. Man sollte also unbedingt trotzdem noch vorsichtig sein und sich an die Abstandsregeln halten, viel lüften und Masken tragen, um andere zu schützen.

Andere Tests sind zuverlässiger

Der PCR-Test (das ist der Test, bei dem die Probe im Labor untersucht wird) gilt als zuverlässigster Test. Das "Problem": Er ist aufwendig und teuer.

Vorbereitung eines PCR-Tests für Corona. Archivbild
PCR-Tests werden im Labor untersucht.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Alles in einem Topf

Hier gibt es aber eine neue Idee, die vor allem für Schulklassen interessant sein könnte. Statt jede Probe einzeln zu untersuchen, könnte man auch die Proben von mehreren Menschen zusammennehmen - also quasi in "einen Topf" werfen - und dann untersuchen. Das wäre dann weniger teuer.

Ist der Test negativ, dann gilt das für alle. Ist der Test dann aber positiv, muss man alle noch mal testen, um herauszufinden, wer derjenige ist, der das Coronavirus in sich trägt. Das nennt man PCR-Pool-Test. Besonders praktisch: Gerade testet eine Forschergruppe so etwas mit Stäbchen zum Lutschen - quasi ein Lolli-Test (schmeckt nur nicht so gut).

PCR, Antigen, was?! Hier erklären wir noch mal die Unterschiede der Tests

Ein Junge steht vor einem Fenster und macht einen Abstrich in der Nase mit Teststäbchen, eine Frau mit Schutzkleidung schaut ihm zu

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Welcher Test wann gemacht wird und wie sicher die Ergebnisse sind.

ZDFtivi

Diesen Text hat Johanna geschrieben.

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