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Streit um einen Urwald in Polen

Bisons, Elche, turmhohe Tannen und Eichen: Der Bialowieza-Wald im Osten Polens gehört zu den letzten großen Urwälder Europas. Nun hat ein wichtiges europäisches Gericht darüber entschieden, ob dort Bäume gefällt werden durften.

Der Bialowieza-Wald ist ein Naturschutzgebiet, viele Bäume dort sind mehr als hundert Jahre alt. 2016 hat die Regierung Polens beschlossen, dass viele davon gefällt werden dürfen.

Abholzung im Urwald Bialowieza
2017 wurden etwa 150.000 Bäume in dem polnischen Urwald gefällt. Quelle: ap

Einige Bäume davon sind von einem Schädling befallen, dem Borkenkäfer. Die Politiker sagen, dass die Bäume durch den Schädling bald absterben würden. Deshalb sollen sie vorher gefällt werden. So könne man auch gesunde Bäume vor dem Borkenkäfer schützen.

Geht es nur um das wertvolle Holz?

Doch Umweltschützer glauben, dass der Wald sich vom Borkenkäferbefall selbst erholen kann. Sie fürchten, die Bäume sollen nur gefällt werden, um mit dem wertvollen Holz viel Geld zu verdienen. Dabei ist der Wald etwas ganz Besonderes: dort leben viele Tiere und Pflanzen. Die Umweltschützer wollen deshalb, dass er erhalten bleibt und protestieren gegen das Fällen der Bäume.

Nun hat sich der Europäische Gerichtshof mit dem Streit beschäftigt. Der Europäische Gerichtshof ist das höchste Gericht der Europäischen Union (EU) zu der auch das Land Polen gehört. Die Richter entschieden, dass das Fällen der Bäume nicht richtig war. Alle Länder der EU haben versprochen, bestimmte Regeln zu beachten, um Tiere und ihre Lebensräume zu schützen. Die polnische Regierung habe mit dem Fällen der Bäume aber gegen diese Regeln verstoßen, sagen die Richter.

Der letzte große Urwald Europas

Wisentherde
Wisente werden auch europäische Bisons genannt. Quelle: pr

Bialowieza ist ein Urwald, weil dort Bäume stehen, die mehr als hundert Jahre alt sind und weil sich der Wald schon seit tausenden Jahren entwickeln konnte, fast ohne dass Menschen in die Natur eingegriffen haben. Es leben viele seltene Tiere dort: Wisente zum Beispiel, aber auch viele Vogelarten, wie der Schwarzstorch oder der Schlangenadler.

In Europa gibt es nur noch sehr wenige Urwälder. Deutschland hat zum Beispiel nur noch winzige Urwald-Reste. Die meisten Wälder werden von Menschen bewirtschaftet, das heißt, sie pflanzen und fällen dort Bäume, um das Holz zu nutzen. Das tun sie schon seit vielen tausend Jahren und so kommt es, dass es fast keine unberührten Wälder mehr gibt.

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