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Türkei und Deutschland

Die Türkei und Deutschland haben ein besonderes Verhältnis zueinander.

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In Deutschland leben etwa drei Millionen Menschen, die türkische "Wurzeln" haben. Das bedeutet, dass sie oder ihre Vorfahren aus der Türkei kommen. Viele türkischstämmige Familien leben schon sehr lange in Deutschland und sind ein Teil unserer Gesellschaft - vieles läuft gut, aber es gibt auch Probleme. Wir erzählen euch die Geschichte von Anfang an:

Deutschland und Türkei Flagge.
Deutsche und Türkische Flagge
Quelle: dpa

Wie alles begann

Türkische Gastarbeiter 1961
Türkische Gastarbeiter bei ihrer Ankunft in Deutschland 1961
Quelle: dpa

Die ersten Türken kamen in den 1960er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland, um hier zu arbeiten. Damals ging es vielen Firmen und Fabriken in der Bundesrepublik richtig gut: Sie verkauften viel und hatten immer mehr Jobs zu vergeben. Aber es gab nicht genügend Arbeitskräfte. Deutschland und die Türkei machten deshalb einen Vertrag miteinander. Dadurch kamen einige Menschen aus der Türkei als sogenannte "Gastarbeiter". Das heißt, sie sollten eigentlich nur einige Jahre in der Bundesrepublik arbeiten und dann wieder zurück in ihre Heimat.

logo! - Ein Vertrag mit der Türkei 

Deshalb kamen Gastarbeiter nach Deutschland.

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Viele blieben in Deutschland

Viele entschieden sich dann aber, mit ihren Familien ganz in Deutschland zu bleiben. Aus dem Arbeitsland Deutschland wurde ein Zuhause. Deswegen gibt es heute in vielen Städten Deutschlands türkische Läden, man kann fast überall türkische Zeitungen kaufen und es gibt sogar einen türkischsprachigen Radiosender in Deutschland. Durch die türkischen Arbeiterinnen und Arbeiter entstand auch eines der beliebtesten Fast Food Gerichte: der Döner. Inzwischen leben viele Nachfahren der sogenannten Gastarbeiter schon in der dritten Generation in Deutschland. Viele ihrer Kinder und Enkelkinder sind in Deutschland geboren. Zwei Kinder von ehemaligen "Gastarbeitern" sind gerade auf der ganzen Welt bekannt: Özlem Türeci und Uğur Şahin. Die beiden haben die Firma Biontech gegründet, deren Impfstoff gerade weltweit gegen Covid-19 eingesetzt wird.

Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin (Archiv)
Özlem Türeci und Uğur Şahin haben "Biontech" gegründet und einen Imfpstoff gegen Covid-19 entwickelt.
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

Schwerer Start im fremden Land

Für viele Menschen, die damals vor etwa 60 Jahren aus der Türkei in die Bundesrepublik Deutschland kamen, war der Anfang allerdings schwer. Sie kamen in ein fremdes Land ohne die Sprache zu sprechen. Ihre Arbeit war oft gefährlich, schmutzig und schlecht bezahlt. Einige Deutsche sahen sie als Fremde und waren ihnen gegenüber misstrauisch oder sogar feindselig. Es gab Mitte der 90-er Jahre sogar Anschläge gegen türkische Menschen, bei denen einige starben.

Fehler der Politik

Viele kritisieren, dass die Politikerinnen und Politiker damals einen großen Fehler gemacht haben: Ihnen war nur wichtig, möglichst viele billige Arbeitskräfte zu haben. Sie haben sich nicht darum gekümmert, wie die Menschen gut in der Bundesrepublik leben können. Es gab zum Beispiel kaum Sprachkurse oder gemeinsame Freizeitangebote für Deutsche und Türken. Auch die Kinder der türkischen Arbeiterinnen und Arbeiter hatten kaum eine Chance auf gute Schulen zu gehen und dadurch eine gute Ausbildung zu bekommen. Die Kritik: An Integration wurde damals einfach nicht gedacht. Also daran, wie die türkischen Einwanderer und ihre Familien ein Teil der Gesellschaft sein können.

So ist es heute

Heute gehören viele Kinder und Enkelkinder von damaligen Arbeiter selbstverständlich zu Deutschland, sind also Teil der Gesellschaft. Aber einige sagen: Das damals so wenig Wert auf Integration gelegt wurde, sorgt teilweise auch heute noch für Probleme. Manche Menschen mit türkischer Herkunft sprechen nur wenig Deutsch und haben fast nur türkische Freunde und Bekannte. Sie fühlen sich heute noch fremd in Deutschland. Auch Ablehnung und sogar Hass gegen türkischstämmige Menschen in Deutschland gibt es immer noch. Nach wie vor sehen einige die Nachfahren der türkischen Einwanderer als Fremde, die nicht zu Deutschland gehören.

Diesen Text hat Karola geschrieben

Istanbul - Boom Town am Bosporus: stadtansicht von istanbul

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Wir stellen euch das Land vor.

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