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Waffenruhe in Nordsyrien hält wohl nicht

Seit dem 9. Oktober greifen türkische Soldaten ein Gebiet im Norden Syriens an. Eigentlich wurde jetzt eine Waffenruhe vereinbart. Doch an einigen Orten gibt es weiter Kämpfe.

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In dem Gebiet im Norden Syriens leben viele Menschen, die der Volksgruppe der Kurden (Link zum Thema) angehören. Der türkische Präsident Erdogan sagt, in dem Gebiet gebe es kurdische Kämpfer, die Anschläge auf die Türkei planten. Die Türkei müsse sich schützen und deshalb würden türkische Soldaten die kurdischen Kämpfer dort angreifen.

Türkische Streitkräfte und Panzer in der Nähe der syrischen Stadt Manbij
Seit mehreren Tagen kämpft die türkische Armee in Nordsyrien.
Quelle: dpa

Außerdem spricht Erdogan immer wieder von einer "Sicherheitszone" im Norden von Syrien. Dort wolle die Türkei syrische Flüchtlinge ansiedeln, die zurzeit noch in der Türkei und anderen Teilen Europas lebten. Um diese Sicherheitszone einzurichten, müssten zuerst kurdische Kämpfer von dort vertrieben werden.

Waffenruhe ausgehandelt

Türkische und US-amerikanische Politiker hatten am Donnerstag eine Waffenruhe für die Region ausgehandelt. Fünf Tage lang sollte nicht gekämpft werden. So sollte den kurdischen Kämpfern die Möglichkeit gegeben werden, das Gebiet zu verlassen. Aber: Die Waffenruhe hielt nicht lange. Bereits seit Freitagvormittag gibt es an verschiedenen Orten wieder Kämpfe zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Kämpfern.

Politikerinnen und Politiker aus aller Welt kritisieren die Türkei für ihren Angriff auf Nordsyrien. Sie glauben nicht daran, dass es Erdogan um den Schutz der Türkei und um die Einrichtung einer Sicherheitszone für Flüchtlinge geht. Sie sagen, dass er kein Recht hatte die türkische Armee nach Syrien zu schicken. Sie denken, es geht ihm vor allem darum, die Kurden im Norden Syriens zu verdrängen.

Kurden kämpften mit US-Soldaten gegen IS-Terroristen

In Syrien gibt es seit Jahren Krieg. Wie es zu dem Krieg gekommen ist und wie die Situation in Syrien heute ist, erfahrt ihr, wenn ihr auf den Link klickt. In vielen Teilen Syriens war die Terrorgruppe IS (Link zum Thema) an der Macht. Die kurdischen Kämpfer haben noch vor kurzem mit Unterstützung von Soldaten aus den USA gegen Terroristen des IS gekämpft. Mit ihrer Hilfe wurde die Terrorgruppe IS in Syrien zurückgedrängt. Doch dann hat US-Präsident Donald Trump entschieden, die US-amerikanischen Soldaten aus Syrien abzuziehen und damit wohl den Weg frei gemacht für die türkische Armee.

Viele Kurden fühlen sich von anderen Ländern der Welt im Stich gelassen – auch die kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer. Deutschland und Frankreich haben zum Beispiel zwar angekündigt, erstmal keine Waffen mehr an die Türkei zu liefern, die bei den Kämpfen in Nordsyrien eingesetzt werden könnten. Die Kurden hatten allerdings gehofft, dass ihnen andere Länder zu Hilfe kommen oder deutlicher auf die Türkei einwirken, damit der Angriff gestoppt wird.

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