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Brasilien: Ureinwohner in Gefahr

Die Stadt Manaus im Herzen des Amazonas ist besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Die dort lebenden Ureinwohner brauchen jetzt Hilfe.

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Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, der zu großen Teilen aus Regenwald besteht, ist die Lage besonders heftig. Die Hauptstadt Manaus, die ziemlich abgeschnitten mitten im Urwald liegt, ist mit der Situation gerade total überfordert. Es gibt dort nur wenige Krankenhäuser. Insgesamt stehen nur 50 Betten auf Intensivstationen bereit, wo schwer Erkrankten geholfen werden kann. Sie sind aber seit Wochen belegt. Viele Menschen sind in Manaus schon an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben - auch weil ihnen nicht medizinisch geholfen werden konnte.

Situation der Ureinwohner

Indigene in Brasilien durch Corona gefährdet
Indigene Völker sind durch das Coronavirus besonders gefährdet.
Quelle: reuters

Als besonders gefährdet gelten die indigenen Völker, also die Ureinwohner, die in der Region leben. Sie wohnen oft weit weg von Krankenhäusern und haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung oder ausreichend Hygieneartikeln. Viele der Völker haben schon mit anderen Bedrohungen zu kämpfen, wie der Umweltverschmutzung oder der Zerstörung ihres Lebensraumes. Nun haben sie es auch noch mit der Gefahr durch das Coronavirus zu tun.
Immer wieder starben in Südamerika Indigene durch eingeschleppte Krankheiten, gegen die ihr Immunsystem keine Abwehrkräfte hatte - etwa durch Krankeiten, die die europäischen Einwanderer vor etwa 500 Jahren mit sich brachten.

Hilfe gefordert

Personen verteilen Desinfektionsmittel in Brasilien. Archivbild
Zum Schutz gegen das Coronavirus verteilen Helfer Desinfektionsmittel. Es ist aber noch viel mehr Hilfe nötig.
Quelle: Ellan Lustosa/ZUMA Wire/dpa

Ein bekannter Fotojournalist warnt sogar davor, dass die Ureinwohner im Amazonas-Gebiet vollständig verschwinden könnten, "weil sie keine Mittel haben, um gegen Covid-19 zu kämpfen". Er fordert von Brasiliens Präsident Bolsonaro dringend Maßnahmen zum Schutz der Ureinwohner. Dafür wurde der Fotojournalist von vielen Promis wie etwa Madonna oder Brad Pitt unterstützt.

Auch der Bürgermeister der Stadt Manaus startete Anfang Mai einen Hilferuf. In einer Videobotschaft richtete er sich direkt an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele weitere Staats- und Regierungschefs. Die Menschen brauchen medizinische Unterstützung und Geld, damit "die Leben derjenigen gerettet werden, die den Regenwald schützen", sagte er. Damit meinte er auch die Ureinwohner.

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