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Vor dem Steuerzahlen gedrückt?

Journalisten haben mit den "Paradise Papers" aufgedeckt, dass viele Firmen und Promis getrickst haben, um weniger von ihrem Geld abgeben zu müssen.

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Stellt euch vor, eure Klasse möchte sich ein tolles neues Spiel anschaffen und alle Schüler sollen dafür einmal die Hälfte von ihrem Taschengeld abgeben, damit von dem gesammelten Geld das Spiel gekauft werden kann. Einige Schüler schummeln aber und tun so, als ob sie viel weniger Taschengeld bekommen - deshalb müssen sie dann auch nur weniger Geld für das Spiel dazugeben. Klingt ziemlich unfair? So etwas ähnliches passiert aber dauernd in Deutschland und auch in anderen Ländern. Mit sogenannten Steuertricks versuchen große Firmen und vor allem reiche Menschen dafür zu sorgen, dass sie möglichst wenig von ihren Einnahmen an den Staat abgeben müssen. Um das hinzubekommen, machen sie mit ihrem Geld unter anderem sehr undurchsichtige Geschäfte im Ausland, zum Beispiel auf Inseln wie der Isle of Man, Malta und den Bermudas. Diese Geschäfte sind oft so verworren, dass kaum einer mehr durchblicken kann, wie viel Geld die Personen oder Firmen nun eigentlich verdienen. Manchmal werden auch sogenannte Briefkastenfirmen genutzt, um keine oder weniger Steuern zahlen zu müssen. Mit den sogenannten "Paradise Papers" haben Journalisten nun einige der Firmen und Promis auffliegen lassen, die offenbar solche oder ähnliche Tricks nutzen.

Die «Paradise Papers» birgen brisante Daten
Krumme Geldgeschäfte werden meist in Ländern gemacht, in denen das einfach geht. Sie werden deshalb auch "Steueroasen" oder "Steuerparadiese" genannt, deshalb auch das Wort "Paradise Papers". Quelle: Marcus Brandt/dpa

Wer ist durch die Paradise Papers aufgeflogen?

Enthüllungen der Paradise Papers
Auch Gelder der Queen tauchen in den Paradise Papers auf. Quelle: epa

In den E-Mails, Text-Dokumenten und Bildern der Paradise Papers tauchen viele Superreiche, Prominente und Unternehmen auf: die britische Queen Elisabeth II, der irische Rocksänger Bono der Band U2, der Formel-1-Star Lewis Hamilton, Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, der Sportartikelhersteller Nike, Facebook, Apple oder der Haushaltsgerätehersteller Whirlpool - sie und viele weitere Menschen und Firmen stehen nun durch die Enthüllungen der Paradise Papers in der Kritik. Noch ist unklar, ob die Geldgeschäfte dieser Promis und Firmen wirklich verboten waren oder ob die Tricks zwar ziemlich frech waren, aber trotzdem nicht verboten.

Woher haben die Journalisten diese Informationen?

Einige Menschen, die leicht an diese Informationen herankommen konnten, haben insgesamt wohl 13,4 Millionen Dokumente an Journalisten weitergegeben. Die Journalisten haben diese Dokumente dann ausgewertet. Wer diese sogenannten Informanten waren, bleibt geheim - das wurde ihnen versprochen.

Viele finden solche Steuertricks unfair

Viele Menschen fordern, dass die Politik mehr gegen solche Steuertricks unternehmen muss. Denn sie finden es unfair, wenn einige Leute und Firmen mit Tricks weniger von ihrem Geld abgeben als andere. Zumal Staaten dieses Steuergeld brauchen, um davon zum Beispiel Schulen und Krankenhäuser zu bezahlen, Straßen oder Spielplätze zu bauen oder ärmere Menschen zu unterstützen.

Panama Papers: Schon einmal gab es solche Enthüllungen

Solche Enthüllungen gab es schon einmal vor einem Jahr mit den sogenannten "Panama Papers". Auch damals waren einige Politiker und Superreiche mit krummen Geldgeschäften aufgeflogen. Dadurch war der Druck so groß, dass zum Beispiel die Regierungschefs von Island und Pakistan zurücktreten mussten.

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So wird mit diesen Firmen getrickst!

Videolänge:
1 min
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