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Geflüchtete aufnehmen oder nicht?

Schon seit 2015 wird diese Frage diskutiert. Die Länder der Europäischen Union können sich aber einfach nicht einigen. logo! erklärt, warum manche Länder keine Geflüchteten aufnehmen wollen.

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Gerade wenn die Nachrichten voll sind mit Bildern von Menschen auf der Flucht, finden viele, dass man den Geflüchteten in Not helfen muss. Dann gibt es immer wieder in deutschen Städten Demonstrationen und auch Proteste im Internet: Dabei fordern viele Leute und auch Hilfsorganisationen, einen Teil der Geflüchteten in Deutschland aufzunehmen.

Flüchtlinge in einem Boot auf dem Mittelmeer
In Booten wie diesen versuchen Geflüchtete, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen
Quelle: reuters

Aufnehmen oder nicht Aufnehmen?

Immer wieder nimmt Deutschland auch Geflüchtete auf. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich: Manche Leute sagen, dass Deutschland als reiches Land viel mehr Geflüchtete aufnehmen kann und das deshalb auch tun müsste. Andere Leute finden es dagegen ungerecht, dass nicht jedes europäische Land gleich viele Menschen aufnimmt, und sind deshalb dagegen, überhaupt jemanden in Deutschland zu empfangen.

Flüchtlinge auf Lesbos
Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos
Quelle: reuters

So wie sich einzelne Leute uneinig sind, ob man Geflüchtete aufnehmen sollte oder nicht, sind es auch die Regierungen verschiedener Länder: Manche Mitglieder der Europäischen Union sagen "ja", manche sagen "nein".

Warum manche Länder keine Flüchtlinge aufnehmen wollen

  • Wiederholung in Zukunft: Davor haben manche Länder Angst. Sie befürchten, dass sie, wenn sie einmal Geflüchtete aufnehmen, das in der Zukunft immer wieder machen müssen. Das nennt man auch Präzedenzfall. Deshalb wollen sie niemanden aufnehmen - sie denken, dass es später dann immer heißen könnte: "Damals habt ihr es auch gemacht, warum nicht jetzt?"
  • Ungerechtigkeit: Kennt ihr dieses Gefühl, wenn eure Geschwister etwas dürfen und ihr nicht? Sich ungerecht behandelt vorkommen? So geht es auch einigen Ländern: Sie finden es unfair, dass nicht jedes Mitglied der Europäischen Union, also der EU, gleich viele Geflüchtete aufnimmt. Deshalb wollen sie abwarten bis andere EU-Länder ebenfalls mitmachen und sich bereit erklären, Menschen auf der Flucht bei sich aufzunehmen - und bis dahin sagen sie "nein". Dieses Argument finden andere Länder wiederum ungerecht. Sie sagen, dass es innerhalb der Europäischen Union viele Unterschiede gibt: Manche Mitgliedstaaten haben zum Beispiel weniger Geld als andere. Deshalb finden einige ärmere Länder es ungerecht, wenn sie gleich viele Menschen aufnehmen müssen wie reichere Länder.
  • Geld: Überhaupt spielt bei der Frage Geld eine wichtige Rolle. Denn Menschen aufzunehmen, ist nicht billig: Sie brauchen zum Beispiel eine Wohnung, müssen erstmal die Sprache lernen und außerdem gibt es sehr viel Papierkram zu erledigen. Auch den Menschen dabei zu helfen, sich zu integrieren, also sich in die Gesellschaft einzufügen, kostet Geld. Manchen Ländern ist das zu teuer und sie sagen, dass sie das Geld lieber für ihre eigene Bevölkerung ausgeben wollen als für Leute aus anderen Ländern.
500 Menschen sind mit Booten auf Lesbos angekommen
Menschen, die nach und nach mit Booten auf der griechischen Insel Lesbos ankamen
Quelle: stonisi.gr

Was die Frage noch schwieriger macht

Ein Problem, das bei der schwierigen Frage noch dazu kommt, ist der Zeitdruck: Die verschiedenen Länder können sich nicht ganz in Ruhe besprechen, weil die Geflüchteten oft genau dann in Not sind - und deshalb auch so schnell wie möglich eine Lösung brauchen. Hilfsorganisationen finden es verantwortungslos, so lange zu diskutieren, während es den Menschen auf der Flucht in dem Moment so schlecht geht. Außerdem kritisieren sie, dass die EU schon seit mehreren Jahren über diese Frage redet - und immer noch zu keiner Lösung gekommen ist.

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