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Die Weimarer Republik

Als Weimarer Republik bezeichnet man Deutschland, genauer gesagt das Deutsche Reich, in der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Diktatur der Nationalsozialisten. Also in den Jahren 1918 bis 1933.

Datum:
Das Archivbild vom 09.11.1918 zeigt streikende Arbeiter in Berlin. Kurz darauf verkündete Philipp Scheidemann die Republik.
Streikende Arbeiter 1918 in Berlin.
Quelle: dpa

Am Ende des Ersten Weltkriegs und in den Monaten danach gab es in ganz Deutschland Proteste und Aufstände. Oft kam es dabei zu Gewalt. Viele Menschen protestierten, weil sie erreichen wollten, dass Deutschland zu einer Demokratie wird. Sie wünschten sich also, dass das Land von Politikern regiert wird, die von der gesamten Bevölkerung gewählt wurden. Das führte unter anderem dazu, dass der Kaiser abdanken - also aufhören - musste.

Frauen durften erstmals wählen

Im Januar 1919 wurde von der Bevölkerung ein Parlament gewählt. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte durften an dieser Wahl auch Frauen teilnehmen. Im Artikel links erfahrt ihr mehr über das Frauenwahlrecht in Deutschland.
Nach der Wahl entschieden die gewählten Politikerinnen und Politiker, sich in der Stadt Weimar zu treffen. Zwar war Berlin auch damals schon deutsche Hauptstadt, es gab dort aber besonders viele Proteste. Deshalb wurde ein anderer Ort - nämlich Weimar - für das Treffen festgelegt. Daher auch der Name Weimarer Republik.

Deutschland musste hohe Entschädigungen zahlen

Die Politikerinnen und Politiker, die 1919 und in den folgenden Jahren als Vertreter der Bevölkerung gewählt wurden, hatten viele schwierige Aufgaben. Vor allem die Folgen des Ersten Weltkriegs waren eine große Belastung für das Land. Als Verlierer musste Deutschland zusammen mit seinen Verbündeten die Schuld am Krieg übernehmen und sich deswegen zu vielen Dingen verpflichten. Diese Verpflichtungen waren im Vertrag von Versailles festgelegt worden. Vor allem musste Deutschland an die siegreichen Staaten hohe Entschädigungen zahlen. Außerdem musste Deutschland einige Gebiete an andere Länder abgeben, und mit diesen Gebieten viele Rohstoffe und Fabriken. Beides trug dazu bei, dass das Land immer weniger Geld hatte und immer mehr Schulden machte.

Inflation: Das Geld war immer weniger wert

"Geheimnisse der Weimarer Republik: 1924-1929: Schöner Schein": Abwiegen von Geldscheinen während der Inflation 1922.
Geldscheine werden gewogen.
Quelle: pa/dpa-bildfunk

Um die Schulden zu bezahlen, wurde mehr und mehr Geld gedruckt. Das hat das Problem allerdings noch verschlimmert. Es kam zu einer Inflation: Das viele Geld wurde immer weniger wert. Und vieles, was die Menschen zum Leben brauchten, wurde dadurch immer teurer. Viele mussten in Armut leben.

Handel mit den USA

Ende 1923 trafen die Politiker Entscheidungen, die dazu führten, dass die Preise nicht mehr weiter anstiegen und es den Menschen nach und nach wieder besser ging. Ab dann gab es weniger Proteste. Außerdem verbesserten sich auch wieder die Beziehungen zwischen Deutschland und anderen Ländern. Vor allem mit den USA entwickelten sich Wirtschaftsbeziehungen, es wurden also zwischen den zwei Ländern Waren ausgetauscht. Viele Firmen und Menschen in Deutschland verdienten dadurch mehr Geld. Trotzdem gab es in Deutschland weiterhin Menschen und auch Parteien, denen nicht gefiel, welche Entscheidungen die gewählte Regierung traf.

Weltwirtschaftskrise

Im Jahr 1929 sorgten dann Ereignisse in New York in den USA dafür, dass der Handel zwischen Deutschland und den USA wieder stark zurückging. Es gab eine Weltwirtschaftskrise, unter der viele Länder der Welt litten, auch Deutschland. Die Menschen wurden wieder unzufriedener.

Das Ende der Weimarer Republik

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bedeutet faktisch das Ende der Weimarer Republik.
Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.
Quelle: ZDF

Über die neuen Probleme zerstritten sich die Politiker in der Regierung. Im Jahr 1930 wurde deshalb ein neues Parlament gewählt, obwohl das eigentlich erst zwei Jahre später hätte passieren sollen. Bei dieser Wahl konnte vor allem die nationalsozialistische Partei NSDAP mit ihrem Vorsitzenden Adolf Hitler viele Stimmen dazu gewinnen. 1932 kam es erneut zweimal dazu, dass Parlamente aufgelöst wurden, weil die Politiker nicht gut miteinander arbeiten konnten. Bei beiden Neuwahlen 1932 bekam die NSDAP die meisten Stimmen. Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler, dem Chef der deutschen Regierung, ernannt. Dieser Moment gilt als Ende der Weimarer Republik. Denn was danach folgte, war die Herrschaft der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler.

Diesen Text hat Niko geschrieben.

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