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Multiresistente Keime in Gewässern gefunden

In deutschen Badeseen, Flüssen und Bächen wurden bei einer Untersuchung Krankheitserreger gefunden, die für Menschen gefährlich sein können.

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Noch ist es viel zu kalt für einen Badeausflug an den See, aber der Sommer kommt bestimmt. Und wenn die Sonne dann heiß vom Himmel strahlt, dann gibt es fast nichts Schöneres, als in kühle Badeseen zu hüpfen oder zumindest die Füße in einen Bach zu halten.

Baden im Fluss
Multiresistente Keime wurden unter anderem in deutschen Badeseen gefunden. Quelle: dpa

Bei einer Untersuchung solcher Gewässer im Bundesland Niedersachen, das ist im Norden von Deutschland, gab es nun ein beunruhigendes Ergebnis: Es wurden viele Keime im Wasser gefunden, die für Menschen gefährlich sein können. Denn es handelt sich um multiresistente Keime, gegen die keine üblichen Medikamente helfen.

Was sind resistente Keime?

Bei vielen Krankheiten wie zum Beispiel Mandel- oder Blasenentzündung helfen Antibiotika. Diese wirken gegen die krankmachenden Bakterien und man wird schnell wieder gesund. Bakterien, also Keime, können sich auf Dauer an diese Antibiotika gewöhnen und reagieren nicht mehr darauf. Sie sind dann also resistent. Wenn sie sogar auf verschiedene Antibiotika nicht mehr reagieren, spricht man von multiresistenten Keimen.

Wann werden multiresistente Keime zum Problem?

Solche Keime können überall vorkommen. Meistens sind es aber so wenige, dass sie keine Gefahr für die Menschen darstellen. In den Wasserproben, die jetzt aber in Badeseen, Bächen und Flüssen genommen wurden, befinden sich sehr viele multiresistenten Krankheitserreger. Das bereitet den Wissenschaftlern Sorge. Für gesunde Menschen stellen die Krankheitserreger zwar keine Gefahr dar, aber für Kleinkinder, alte und kranke Menschen kann es gefährlich werden, wenn sie mit den Keimen in Kontakt kommen.

Multiresistente Keime bereiten Experten Kopfzerbrechen.
Multiresistente Keime bereiten Experten Kopfzerbrechen. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Wie kommen die multiresistenten Keime in die Gewässer?

Experten vermuten, dass ein Grund für die Keime im Wasser in der Viehhaltung liegt. Denn auch Nutztiere wie Kühe und Schweine werden mit Antibiotika behandelt, wenn sie krank sind. Reste davon werden von den Tieren ausgeschieden und können zum Beispiel mit der Gülle auf dem Acker landen. Von dort können die Antibiotikareste auch in angrenzende Gewässer gelangen oder ins Grundwasser fließen.

Ein weiteres Problem sind die Abwässer von Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenheimen. Denn dieses Abwasser enthält die Reste von Antibiotika, weil hier viele Menschen aufs Klo gehen, die solche Medikamente nehmen. Die Kläranlagen in Deutschland können momentan noch nicht alle Reste herausfiltern. Deswegen fließen sie in die Seen und Flüsse.

Wie ihr euch schützen könnt:

Wenn ihr im Sommer in einem See, Fluss oder Bach badet, dann duscht euch danach immer gut ab. Achtet darauf, dass sich kein Wasser in den Ohren sammelt, also rubbelt eure Ohren gut trocken. Verzichten auf das Baden in solchen Gewässern solltet ihr nur, wenn ihr krank seid oder offene Verletzungen habt. Obst und Gemüse solltet ihr, wie eigentlich immer, gut waschen oder kochen. Wenn ihre diese Tipps befolgt, müsst ihr vor den multiresistenten Keimen keine Angst haben.

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