Arm aber kreativ

Künstler am Existenzminimum

Es gibt immer mehr Künstler. Seit den siebziger Jahren haben sich ihre Zahl nahezu verdoppelt. Längst wird die "Kreative Klasse" als Wirtschaftsmotor angepriesen. Berlin wirbt mit seinen Künstlern und verdient an ihnen: 20 Prozent des Umsatzes in der Hauptstadt stammen aus der Kreativwirtschaft, darunter zählen längst kommerzielle Firmen. Kultur rechnet sich - jährlich macht Berlin rund 325 Millionen plus.

Viel arbeiten - Arm leben

Die aber, die die Kultur schaffen, die sie radikalisieren und damit voranbringen - die Künstler, die sind meistens arm. Darstellende Künstlern, Tänzer und Schauspieler haben monatlich nur 975 Euro zur Verfügung - im Durchschnitt. Das sind 40 Prozent weniger als das durchschnittliche Einkommen in Deutschland. Mehr als die Hälfte der darstellenden Künstler lebt am oder unter dem Existenzminimum. Viele, 68 Prozent, sind kinderlos - häufig aus finanziellen Gründen.


Muss das so sein? Macht arm besonders kreativ? Oder läuft da was falsch? Arm aber sexy - ein Aushängeschild Berlins. Viele, die dieses Aushängeschild prägen, leben von Hartz IV, obwohl sie viel arbeiten. Was hilft da das so genannte "psychologische Einkommen" - das Prestige, der attraktive Arbeitsplatz, die Zufriedenheit im Job? Brauchen Künstler ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Matthias Lilienthal über Künstlerarmut

Wir treffen einen Regisseur, einen Tänzer und eine Schauspielerin, die mit dem Existenzminimum kämpfen. Der Intendant des Theaters "Hebbel am Ufer", Matthias Lilienthal, sieht sich als "Sprecher eines Trust mit einer halben Milliarde Volumen" und fordert mehr Geld, Mindestlöhne und zinslose Kredite für die freie Szene.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet