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aspekte - on tour vom 14. August 2020

Endlich - ein neuer Umgang mit dem Sterben

Wie gehen wir damit um, dass die Hightech-Medizin nicht nur unser Leben, sondern auch unser Sterben verlängert? Was genau passiert in unserem Körper, wenn wir sterben? Gespräche mit Künstlern und Intellektuellen über Tod und Trauer.

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39 min
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14.08.2020
Video verfügbar bis 14.08.2021

Sterblichkeit in Zeiten von Corona

Uns vorzustellen, dass es uns irgendwann mal nicht mehr gibt, fällt schwer. Der eigenen Sterblichkeit ins Auge zu blicken, ist eine der größten Herausforderung für die Lebenden. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass wir jetzt ein bisschen tiefer darüber nachdenken, dass die Begrenzung des Todes zum Leben dazu gehört, sagt der Schriftsteller und Verleger Michael Krüger, der selbst mit einer Leukämieerkrankung ringt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie es ist, sich mit dem Sterben zu befassen. Auch die Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Theatermacher Claus Peymann, Musiker Konstantin Wecker, die Theologin Margot Käßmann und Schriftstellerin Sarah Kuttner sprechen mit uns über ihr Verhältnis zum Tod und den Umgang mit Trauer.

Palliativmedizin - das Sterben erträglicher machen

Die Hightechmedizin sorgt dafür, dass wir immer länger leben - aber auch dafür, dass wir länger sterben. Die Mehrzahl der Menschen stirbt im Krankenhaus. Davor haben viele Leute Angst. Deshalb sind in den vergangenen Jahrzehnten die Hospizbewegung und die Palliativmedizin entstanden. Einer von denen, der den Menschen helfen will, das Sterben im Krankenhaus erträglicher zu machen, ist der Berliner Palliativmediziner Matthias Gockel. In seinem Buch "Sterben – Warum wir einen neuen Umgang mit dem Tod brauchen" erzählt er sehr persönlich von seinen Erfahrungen im Krankenhaus. Er träumt von einem Gesundheitssystem, in dem jeder Anreiz fehlt, sterbenskranke Menschen mit Geräte-Medizin unnötig zu quälen.

Bücher zum Thema Sterben, Tod und Trauer

Unser Ende – was passiert, wenn wir sterben?

Der Mensch hat eine Sterberate von 100 Prozent – irgendwann wird es passieren: Wir werden sterben. Wie genau? Das scheint so unterschiedlich und individuell, dass es nicht vorstellbar ist. Oder doch? Der Autor Roland Schulz hat die letzten Abläufe am Lebensende Schritt für Schritt aufgeschrieben – denn es gibt vieles, dass bei den meisten von uns auf ähnliche Weise eintritt. Tage vor unserem Tod zum Beispiel beginnt unser Herz, weniger Blut in die Fingerspitzen zu pumpen, es wird im Kopf und Kern des Körpers gebraucht. Ist es tröstlich und hilfreich zu wissen, was genau geschehen wird?

Musik

Frida Gold
Frida Gold singen für aspekte im Pappelallee-Park in Berlin.
Quelle: ZDF

Frida Gold mit dem Song "Halleluja" – eine Feier des Lebens

Vom Umgang mit Trauer

Sterben ist wahrscheinlich am schlimmsten für die, die zurückbleiben. Der Tod zerreißt ein Netz von Beziehungen, lässt die Überlebenden verstört zurück. Trauer ist ein schreckliches Gefühl, das die, die es erleiden, völlig aus der Bahn werfen kann. Der Berliner Bestatter Eric Wrede, die Trauerunternehmerin Stefanie Oeft-Geffarth aus Halle und die US-amerikanische Therapeutin und Bestsellerautorin Megan Devine erzählen von neuen und alten Bestattungsriten. Kann man das Aushalten von Trauer erlernen? Und was bedeutet die Coronazeit für Trauernde?

Sterben in der Kunst

Der Tod trifft alle gleichermaßen. Das würde man denken. Doch gibt es ein Mittel, um unsterblich zu werden: die Kunst. Sie kann Künstlerinnen und Künstler ins Reich der Unsterblichen befördern, sofern sie das Zeug zum Genie haben. Gleichzeitig ist sie das Medium, das seit Jahrhunderten wie kein anderes die Ästhetisierung des Todes und des Sterbens betreibt. Von grauenerregenden Sterbeszenen auf den Bildern von Hieronymus Bosch bis zu zeitgenössischen Kunstprojekten, die sowohl mit toten Körpern arbeiten als auch den Prozess des Sterbens in ihren Verlauf integrieren möchten, ist es nur scheinbar ein langer Weg. Dabei geht jede Kultur unterschiedlich mit Sterben und Tod um. In Mexiko beispielsweise spürt man heute noch den aztekischen Einfluss auf die Rituale und die medialen Darstellungsformen von Tod. Was in der nördlichen Kultur als Tabu gilt, wird dort selbstverständlich überschritten. Die Alltäglichkeit des Todes wird gelebt - während es in unserer cleanen "Airbag-Gesellschaft" bislang so war, dass man bitte möglichst unsichtbar stirbt und kein großes Aufhebens darum macht - es sei denn, man ist der Papst. Das Virus mit seinen teilweise gravierenden Todesraten und die mediale Darstellung von Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, wird unseren Umgang mit dem Tod und seiner Darstellung prägen. Eine Reise an die Grenzen des Vorstellbaren - gemeinsam mit dem Künstler Gregor Schneider.

Stab

  • Moderation - Jo Schück
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