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aspekte - on tour zum Thema GREEN ART

Was kann die Kulturszene tun, um klimafreundlicher zu werden? Und warum ist das jetzt, wo die Branche wegen Corona hart genug zu kämpfen hat, trotzdem eine so wichtige Frage?

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43 min
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17.07.2020
Video verfügbar bis 17.07.2021

Kunst für das Klima boomt. Die Rettung des Planeten war das Thema der Biennalen und Kunstevents, bevor Corona den Kulturbetrieb lahmlegte. Doch solche Events und Kunstaktionen sind selbst nicht klimaneutral.

Green Filming - ist das möglich?

aspekte-Moderator Jo Schück und Schauspielerin Miriam Stein
Schauspielerin Miriam Stein zu Gast bei aspekte

aspekte-Moderator Jo Schück sieht sich im Kunst-, Musik- und Kinobereich um und trifft die Schauspielerin Miriam Stein, um mit ihr über "Green Filming" zu sprechen. Das fängt beim Verzicht auf Einwegprodukte an und geht bis zu neuen Formen des Geschichtenerzählens. Miriam Steins Ziel: In Zukunft verpflichten sich Filmschaffende freiwillig, nur noch an Produktionen teilzunehmen, die nach den Richtlinien des Green Filming produziert werden. Dafür hat sie gerade zusammen mit anderen Schauspielerinnen und Schauspielern die Initiative "Changemakers.film" gestartet.

Klimaschutz versus Kunstfreiheit

In der Bildenden Kunst gibt es längst einen festen Begriff für Kunst, die sich mit Umweltthemen auseinandersetzt: Environmental Art. Ihr Superstar: Der Däne Olafur Eliasson. Zum Weltklimagipfel 2015 ließ er riesige Brocken Grönland-Eis nach Paris schiffen und formte aus ihnen eine Art Sonnenuhr, die „Icewatch“, um auf das Schmelzen der Pole aufmerksam zu machen. Letztes Jahr wiederholte er das Spektakel vor der Londoner Tate Modern. Doch die klimakritische Kunst, die uns wachrütteln will, produziert bei solchen Aktionen oft selbst viel Co2. Ist das nicht bigott? -  „Ja“, sagt der Berliner Künstler Julius von Bismarck, der für sein jüngstes klimakritisches Werk nach Kalifornien und Schweden reiste und sich dort ins Zentrum großer Waldbrände begab: „Der Kunstbetrieb ist natürlich bigott, aber ich wüsste nicht, welcher Betrieb das nicht ist. Vielleicht ist der Kunstbetrieb deshalb bigott, weil man denkt, Kunst ist was Gutes. Aber für mich ist Kunst nicht etwas Gutes sondern eher was Freies.“ Engt man also die Freiheit der Kunst ein, wenn man versucht, Kunstwerke möglichst umweltschonend herzustellen? In dieser Debatte kommen außerdem zu Wort: die Künstler Julian Charrière und Andreas Greiner, der Choreograf Jérôme Bel, der Galerist André Schlechtriem sowie der Soziologe und kritische Kunstbetracher Harald Welzer. 

Pop-Events: Co2-Schleudern und Müll-Maschinen?

Und wie sieht es im Musikbusiness aus? Allein in Deutschland steigen jedes Jahr mehr als vier Millionen Menschen in Autos, Züge und Flugzeuge, um sich auf Konzerten zu drängeln. Ein großes Festival mit 80.000 Fans verursacht in einer Woche soviel Müll wie die 80.000 BewohnerInnen von Marburg in einem Jahr: 900 Tonnen. Höchste Zeit, umzudenken: Die Band „The 1975“ eröffnet ihr aktuelles Album „Notes On A Conditional Form“ mit der Stimme Greta Thunbergs. Im Skype-Interview erklärt Frontman Matty Healy warum: „Greta Thunberg ist für mich punk. Uns ging es darum, die aktuelle Zeit festzuhalten und der Bewegung eine Plattform zu bieten. Als große Pop-Band können wir das tun.“ Und noch mehr: Bei der für den Herbst geplanten Tournee will die Band für jedes verkaufte Ticket einen Baum pflanzen.

Solo vor 20.000 leeren Sitzen

Moderator Jo Schück und Musiker Clemens Rehbein auf der Bühne in der leeren Arena der Berliner Waldbühne.
Ganz allein in der Waldbühne: Clemens Rehbein von Milky Chance - exklusiv zu Gast bei "aspekte".

In der leeren Berliner Waldbühne trifft Jo Schück den "Milky Chance"-Sänger Clemens Rehbein zum Gespräch. Die international erfolgreiche Band aus Kassel ist viel unterwegs, hat ausverkaufte Konzerttourneen in Australien und Amerika und seit kurzem eine eigene Nachhaltigkeitsmanagerin. Für 'aspekte' singt Clemens Rehbein solo auf großer Bühne: "Don’t let me down".

  • Moderation - Jo Schück
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