Sie sind hier:

aspekte extra: Die Frankfurter Buchmesse 2018

Katty Salié und Jo Schück auf der Mammut-Bücherschau

Kultur | aspekte - aspekte extra: Die Frankfurter Buchmesse 2018

Katty Salié und Jo Schück unterwegs in Frankfurts Messehallen, um für Durchblick und Orientierung auf der größten Bücherschau weltweit zu sorgen.

Beitragslänge:
32 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.10.2019, 00:00
Buchpreis-Gewinnerin Inger-Maria Mahlke im Gespräch mit Jo Schück
Inger-Maria Mahlke hat mit "Archipel" den Deutschen Buchpreis 2018 gewonnen - Jo Schück hat sie auf der Buchmesse getroffen. Quelle: ZDF/Andrea Sommer

Katty Salié und Jo Schück sprechen unter anderem mit der frisch gekürten Buchpreis-Gewinnerin Inger-Maria Mahlke über ihren Roman "Archipel". Im Frankfurter Goethe-Haus verrät ihnen die Schriftstellerin Karen Duve, was es an Annette von Droste-Hülshoff zu entdecken gibt ("Fräulein Nettes kurzer Sommer"). Sie unternehmen einen literarischen Streifzug durch die Präsentation des Gastlands Georgien und gehen gemeinsam mit Zeichner Typex im Frankfurter Städel Museum der Frage nach, was Andy Warhol wohl mit Mickey Mouse verbindet. Außerdem gibt es Tipps für kreatives Schreiben von Martin Amis und Daniel Kehlmann.

Die Themen im Einzelnen:

Alpha-Männer

Martin Amis und Daniel Kehlmann über das Schreiben

Ein Schnellkurs in "Creative Writing" - nicht bei irgendeinem x-beliebigen Schriftsteller sondern bei zwei literarischen Schwergewichten. Sie wurden mit Auszeichnungen überhäuft und führen regelmäßig Bestsellerlisten an: Martin Amis, der scharfzügige Brite mit Sitz in New York und Daniel Kehlmann, der deutsche Superstar der Literatur. Er hat gerade eine Sammlung an Amis-Essays herausgegeben. Ein 'Best-of-Amis' sozusagen, unter anderem mit Portraits von Donald Trump, Roman Polanski bis hin zu Truman Capote. Hochpräzise in den Beobachtungen und stilistisch auf höchstem Niveau, schafft es der Brite, die Eigenheiten, ja Abgründe der Portraitierten auszuloten. "Eine Schule des Denkens" sagt Kehlmann über Amis Essays und "eine Impfung gegen geistige Kurzschlüsse". Höchste Zeit also, dass wir von Beiden etwas lernen. Ein Gespräch auf einem Dach in Brooklyn, wo beide Schriftsteller leben.

Andy Heavy

Der ultimative Warhol-Comic hat es in sich

Er ist eine Sphinx geblieben: Andy Warhol. Self-made-Star, Pop-Art-Genius, Wunderling. Vom "nichts dahinter", vom Menschen hinter dem Mythos erzählt die Graphic Novel „Andy, a factual Fairytale“ – mit angemessen kunstvollen Oberflächen. Zeichner Typex gibt jeder Phase in Andys Leben einen eigenen zeichnerischen Stil. Dazu seitenweise Sex and Drugs and Rock’n’roll - inklusive 120 prominent besetzte Nebenrollen - Stars aus Film, Kunst, Literatur und Musik wie Marilyn Monroe, Greta Garbo, Jackson Pollock, Truman Capote, Lou Reed, The Velvet Underground & Nico, Bob Dylan, Jean-Michel Basquiat und Michael Jackson. Ein wilder Tanz durch sechs Jahrzehnte Popkultur.

Alphabet mit 33 Buchstaben

Das Gastland Georgien überrascht

Ein kleines Land zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer, zu Füßen des Kaukasus: Georgien. Seit fast zweitausend Jahren sind die Georgier Christen, doch schon davor sprachen und schrieben sie georgisch. Dreiunddreißig geheimnisvolle Buchstaben hat ihr Alphabet. Viele sagen: Erst das Georgische macht den Georgier zum Georgier. Georgien ist eine Gesellschaft im Umbruch, die Demokratiemuss sich Tag für Tag bewei-sen. Autor Davit Gabunia schreibt über Homophobie, über unterdrückte Homosexualität – normalerweise das Reizthema Nummer eins, aber er bekommt auch viele positive Reso-nanz: "Vielleicht sind die Leser ja mittlerweile bereit, Themen wie Homosexualität, oder generell sexuelle Fragen breit zu diskutieren. Allerdings gibt es immer wieder Gegenreak-tionen auf diese Freiheitsbewegung. Es geschieht viel, aber nicht alles ist gut." Schriftstellerin Nana Ekvtmishvili erzählt von den Rändern der georgischen Gesellschaft, vom brutalen Alltag in Kinderheimen. Und davon, was aus den Kindern von einst wurde. Die Zukunft war zu Sowjet-Zeiten noch ein Versprechen – heute fühlen sich viele Georgier betrogen. Im Land herrscht erdrückende Armut und ein Drittel aller 3,5 Millionen Georgier ist ins Ausland gegangen. Wie die bekannteste Exilgeorgierin: Nino Haratischwili. Sie lebt in Hamburg, schreibt auf Deutsch und fand eine Heimat in der neuen Sprache, in der sie die Geschichten ihrer alten Heimat erzählt. Georgien, kleines Land am Kaukasus – wohin geht die Reise?

Jena 1800

Die Republik des freien Geistes

Jena im Jahr 1800: 5000 Einwohner, davon 1000 Studenten. Ein Provinznest mit Universität und der wohl höchsten Genie-Dichte der Welt: Schiller, Fichte, Schleiermacher, Hegel, Brentano, Tiek, Schelling, alle waren sie in der Stadt. Sogar Goethe kam regelmäßig aus Weimar rüber. Mittendrin die berühmteste WG der deutschen Literatur: Die Brüder Schlegel lebten, liebten und dichteten zusammen mit Caroline Schlegel und Dorothea Veit unter einem Dach. Philosoph Peter Neumann hat über Jenas Genie-Jahre ein aufregendes Buch geschrieben. Denn damals herrschte ein ähnliches Grundgefühl wie heute: Die Zeit war aus den Fugen. Die Dichter und Denker taten das Ungewöhnliche: sie agierten gemeinsam. In Zeiten des Umbruchs suchten sie das Verbindende. Jena 1800 - ein vormodernes Versuchsfeld eines Zeitenwechsels.

Die Bücher der Sendung

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.