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aspekte extra von der Frankfurter Buchmesse 2019

Katty Salié und Jo Schück unterwegs auf der Bücherschau

Die Frankfurter Buchmesse - ein Muss für die Macher der Buchbranche. Über 40.000 Neuerscheinungen konkurrieren jedes Jahr um die Aufmerksamkeit der Besucher. Katty Salié und Jo Schück sind unterwegs auf der Mammutschau, um für Orientierung zu sorgen.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.10.2020

Gespräche mit den spannendsten Autoren des Jahres 2019, literarische Neuentdeckungen, überraschende Themen und einen neugierigen Blick auf das Gastland Norwegen - all das haben Katty Salié und Jo Schück in der "aspekte extra"-Sendung von der Frankfurter Buchmesse 2019 zu bieten. Einige der Themen:

Gastland Norwegen

Norwegen hat viele Facetten: Lange Jahrhunderte ein armes Land im hohen Norden, dann durch seine Bodenschätze zu Reichtum gekommen, kulturell und literarisch einflussreich durch seine Erzähler, Dramatiker und bildende Künstler, als Reiseland exotisch und gesellschaftspolitisch in mancher Hinsicht wegweisend. aspekte wirft einen Blick auf die Kontraste zwischen einer Stadt wie Oslo und dem entlegenen Norden, wo Knut Hamsun geboren worden ist, aber auch auf Orte, wo weltbekannte norwegische Schriftsteller heute im europäischen Ausland leben und arbeiten.

Friedenspreis des dt. Buchhandels für Sebastião Salgado

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt Salgado die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es ihm, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren.

Jackie Thomaes Roman "Brüder" über Herkunft und Prägung

Berlin in den 90erJahren – eine Insel der Freiheit, auf der alles möglich schien. In dieser Zeit des Aufbruchs setzt Jackie Thomaes Roman "Brüder" ein. Mick, der "Nachtlebendesperado" rauscht durch die Nächte, Clubs und Betten. Irgendwo ankommen? Wozu? Mick ist einer von zwei Brüdern, die beide in der DDR aufgewachsen sind, bei verschiedenen Müttern. Sie kennen sich nicht. Der andere ist Gabriel, er zieht nach London. Sein Leben ist das genaue Gegenteil. Er ist strebsam, karriereorientiert, wird zum Stararchitekten und gründet eine Familie. Ihm folgt die Erzählung im zweiten Teil des Romans durch die Nuller Jahre. Was die beiden Brüder verbindet: der abwesende Vater. In den Siebziger Jahren war er, wie so viele afrikanische Arbeiter und Studenten, in die DDR gekommen, aber später in die Heimat zurückgekehrt. Er hinterlässt seinen deutschen Söhnen die Hautfarbe und die immer wiederkehrende Frage der Außenwelt nach ihrer Herkunft. Wie werden wir zu denen, die wir sind? Diese Frage stellt Jackie Thomae in ihrem Roman. Sind es die Gene, die uns prägen, ist es das Umfeld? Oder entscheiden wir selbst? "Brüder" ist nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019.

Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung

Hätte unsere politische Gegenwart einen Kompass, seine Nadel würde unentwegt gen Norden zeigen. Nicht etwa, weil Kompassnadeln das gewohnheitsmäßig so tun, sondern weil der Norden das alternative Faktum unter den Himmelsrichtungen ist. Die Kulturgeschichte des Nordens ist gespickt mit Legenden und - nennen wir es ruhig beim Wort - Lügen: Fantasielandkarten, gefälschte Dichter-Epen und Runensteine, herbeiimaginierte Reiseberichte und rassistische Pseudo-Mythen. Obwohl der Norden sich jahrhundertelang nicht besonders um Image-Pflege bemühte – die Visiten der Goten, Wikinger und später der Schweden waren nicht gerade auf gute Nachbarschaft ausgelegt – begann bereits im 18. Jahrhundert die Verklärung der Himmelsrichtung. Besonders die Deutschen zeigten wenig Hemmungen, den Norden kulturell einzugemeinden. Warum hat gerade diese Himmelsrichtung dazu eingeladen, als perfekte Projektionsfläche zu dienen? Der Schriftsteller Bernd Brunner hat in seinem Buch "Die Erfindung des Nordens" das Seemannsgarn zu einer spannenden Kulturgeschichte verdichtet.

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück

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