Die Themen am 10. Juli 2015

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

 Jacob Matschenz, Jerry Hoffmann, Benno Fürmann und Daniel Zillmann in "Heil"

Kultur | aspekte - Die Themen am 10. Juli 2015

Hausbesuch der etwas anderen Art beim Großmeister der Multimediakunst. aspekte-Autor Peter Schiering hat den Künstler in Venice Beach getroffen. Die SCHIRN zeigt eine große Ausstellung in Frankfurt.

Datum:
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.00 Uhr.

Multi-Media-Meister: Zu Besuch bei Künstler Doug Aitken

In Kalifornien leben heißt, viel Sonne abbekommen und wenig Zeit für schlechte Laune haben. So wie Positivdenker und Universalkünstler Doug Aitken. Was haben ein Adler oder ein Büffel in einem Motelzimmer verloren? Wie bringt man Tilda Swinton dazu, sich beim Schlafen filmen zu lassen? Wie kann man auf einem Frachtschiff eine Live-Videoperf

ormance vor der Kulisse eines Sonnenuntergangs im griechischen Meer inszenieren oder aus einem Zug eine Performancebühne machen? Wie klingt der Urwald? Fragen, die Doug Aitken in seiner Arbeit beantwortet und mit Tiefsinn füllt. Der vereinzelte Mensch in der Großstadt, die Natur, die Maschine - Gegensätze, die Aitken nicht zwanghaft harmonisiert, sondern in seinen Mehrkanalvideos und Großprojektionen zum Beispiel an der Außenwand des Museum of Modern Art in New York in den Stadtraum strahlen lässt. Gerade hat er in der Frankfurter Schirn-Kunsthalle eine große Ausstellung eröffnet (bis zum 27.9.2015), die einen Querschnitt durch sein gesamt

es Werk zeigt. Und in London läuft eine 30-tägige Performancereihe "Barbican" mit befreundeten Künstlern und Musikern. Am 16.7. kommt sein fulminanter Dokumentarfilm "Station to Station" ins Kino. Wir haben ihn in seinem Haus in Venice Beach besucht.

Das Buch "Mein Leben ohne mich" - Fünf Jahre im Wachkoma

Carola Thimm fiel ins Wachkoma, als sie im fünften Monat schwanger war. Ein Aneurysma war in ihrem Kopf war geplatzt. Per Kaiserschnitt gebar sie ihre Tochter, ohne dass sie davon etwas merkte. Fast fünf Jahre später, als die Ärzte sie längst aufgegeben hatten, kam sie wieder zu sich. Es dauerte einige Zeit, bis sie verstand, dass das Mädchen im Vorschulalter, das an ihrem Bett saß, ihre Tochter war. Carola kämpfte sich ins Leben zurück. Heute kann die ehemalige Tauchlehrerin wieder Sport machen, lernt Gitarre und ist voller Optimismus und Dankbarkeit für diese zweite Chance. Ihre Tochter lebt bei ihrem Noch-Ehemann, und Carola sieht sie alle zwei Wochen. Über das Wachkoma und die Zeit danach hat Carola Thimm zusammen mit der Journalistin Diana Müller das Buch "Mein Leben ohne mich" geschrieben.

Die Hip-Hop-Gruppe "K.I.Z" - Provokante Töne aus Berlin

Deutscher Rap ist in letzter Zeit ernstzunehmender geworden. Auch viele, die mit Hip Hop so gar nichts am Hut haben, nicken anerkennend mit dem Kopf. Platten von Marteria oder Haftbefehl landen nicht nur in den Top Ten, sondern auch im Feuilleton. So geht’s auch den Rappern von K.I.Z aus Berlin-Kreuzberg, die seit zehn Jahren immer wieder die Latte des guten Geschmacks reißen und sich aktuell als postapokaylptische Demagogen präsentieren.
Gesellschaftliche Grenzen ausloten und überschreiten - das ist das Wesen der Band und macht sie als Künstler auch dann interessant, wenn man die Terror-Porno-Rapper gar nicht mag. So ernst und politisch wie auf dem neuen fünften Album "Hurra die Welt geht unter" waren sie noch nie. Und auch noch nie so gut, findet Jo Schück, der K.I.Z in Berlin getroffen hat.

"Heil" im Kino - Kann man über Neonazis lachen?

Ein afrodeutscher Bestsellerautor auf Lesereise in der ostdeutschen Provinz wird von Neonazis k.o. geschlagen, verliert das Bewusstsein und sein Gedächtnis und läuft fortan selbst als begeisterter Nazi durch die Gegend - zur Freude der Medien, die in dem schwarzen Nazi eine quoten- und auflagensteigernde Story wittern. Eine absurde Geschichte? Vielleicht. Aber die Wirklichkeit ist auch nicht weniger absurd, Stichwort: Nationalsozialistischer Untergrund. Der war der Anlass für Regisseur Dietrich Brüggemann, einen Film über Neonazis zu drehen - genauer gesagt: eine Komödie. "Heil" heißt seine bitterböse Gesellschaftssatire, und sie hat das Zeug zum Sommerhit des Jahres.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet