Die Themen am 12. Juni 2015

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kendrick Lamar: To Pimp A Butterfly

Kultur | aspekte - Die Themen am 12. Juni 2015

Rapper Kendrick Lamar verrät Gerald Giesecke, was es mit dem Cover seines neuen Albums "To Pimp a Butterfly" auf sich hat, wen er erreichen will und wie er die Magie der Worte für sich entdeckte.

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Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.00 Uhr.

Black Power mit Kendrick Lamar - Ein Rapper zeigt Kante

"Ich bin zu Höherem berufen", verrät er der aspekte-Kamera. An Sendungsbewusstsein mangelt es ihm nicht: Der Rapper Kendrick Lamar ist die Stimme der Hoffnung für die jungen Schwarzen in den USA. Zu Zeiten, in denen das Städtchen Ferguson zum Synomym für die fortgesetzte Unterdrückung der "Afro-Americans", für den Fortbestand von Polizeigewalt und Rassismus steht, erschien sein Album "To Pimp a Butterfly". Mit der Veröffentlichung wurde es umgehend zu einem so nie dagewesenen Download-Erfolg – mehr als 9 Millionen Abrufe bei Spotify in 24 Stunden.Musikalisch ist es ein durchkomponiertes Werk mit Referenzen an Jahrzehnte schwarzer Musik – und Jahrhunderte seit der Zeit der Sklaverei. Lamar ist "einer von ihnen" - im Ghetto von Compton, Los Angeles aufgewachsen. Und deshalb glaubwürdig. Aber er ist auch umstritten: schonungslos hält er sich selbst wie auch seiner "Community", dem Milieu von Gangs, dicken Autos und Konsum den Spiegel vor: "Ich kann die Welt nicht verändern, wenn ich mich nicht selbst verändere. Wenn ich andere kritisiere, ist das immer Selbstbeachtung." Dass er überlebt hat und heute mit 28 weder im Knast gelandet ist noch ermordet wurde, das verdanke er Gott und der Musik, so Lamar. Einer, der in seinen Songs die Nähe zu Michael Jackson, Tupac Shakur, Malcolm X oder Martin Luther King nicht scheut. Ob es Zeit sei für eine neue Bürgerrechtsbewegung? "Ja. Wir sind so weit, wir können es nicht mehr ertragen."

Das Humboldtforum - der preußische Adlerhorst

Es geht voran auf der ambitioniertesten Baustelle der Republik. Heute wird Richtfest gefeiert beim Berliner Humboldtforum. In den Kulissen eines preußischen Königsschlosses will Berlin seine Weltoffenheit beweisen. Durch neue Erkenntnis zu mehr Verständnis – das ist der ehrgeizige Plan. Ein Haus für die Kulturen der Welt - in Zeiten von Flüchtlingsdebatten und Pegida vielleicht nicht das schlechteste Signal. Noch liegt das Projekt voll im Kosten- und Zeitrahmen. Mit Neal MacGregor, Direktor des British Museum in London, wurde vor wenigen Wochen ein prominenter Gründungsintendant berufen und auch die Spendenbereitschaft für die barocke Fassade wächst. 105 Millionen Euro werden benötigt, knapp die Hälfte hat der Förderverein bereits eingesammelt. Und doch will die Kritik einfach nicht verstummen: rückwärtsgewandt, unausgegoren, postkolonialer Budenzauber. aspekte hat sich vorab auf der Baustelle umsehen und Merkwürdiges entdeckt: Bald sollen die letzten authentischen Zeugnisse, die von der Geschichte dieses Ortes künden, dem geplanten Einheitsdenkmal weichen.

MYON in der Komischen Oper Berlin - Ein Roboter als Bühnenstar

Kinderähnliche Proportionen, ein sympathisches Zyklopenauge - der Roboter Myon ist ein Hingucker. Bei der Premiere von "My Square Lady" wird er sich am 21. Juni an der Komischen Oper in Berlin beweisen müssen. Der intelligente, selbstständig lerndende Roboter soll in dem Stück die Hauptrolle übernehmen. Zwei Jahre lang durfte der Roboter des Forschungslabors Neurorobotik (Beuth-Hochschule für Technik) an der Oper erfahren, was es heißt, ein Mensch zu sein. Durch die Arbeit und die Erfahrungen an der Oper sollte er lernen, was Gefühle sind, vielleicht selbst welche zu haben oder in anderen hervorzurufen. Das Performance-Kollektiv "Gob Squad" entwickelte mit der Entdeckungsreise das Bühnenstück mit Sängern, Wissenschaftlern und - der Maschine. Doch was am Ende auf der großen Opernbühne geschieht, bleibt ungewiss - denn der autonome Roboter Myon entscheidet selbst, ob er dirigiert, singt oder davonläuft ... Am Freitag ist er im aspekte-Studio zu Gast - zusammen mit seinem Erfinder Manfred Hild und "Gob Squad".

Zu Besuch bei Heiner Geißler - Der alte Mann und die Politik

Der G7-Gipfel in Schloß Elmau ist vorbei. aspekte legt eine Bestandaufnahme der politischen Kultur nach - mit dem Mann, der sich wie kein anderer Politiker im Ruhestand - mal abgesehen von  Helmut Schmidt - immer wieder einmischt:

Heiner Geißler und Jo Schück
Heiner Geißler und Jo Schück Quelle: ZDF/Christian Raupach

Heiner Geißler. Geißler ist "der Schlichter", der zwar die CDU kritisch sieht, aber niemals austreten würde. Er hat sie ja alle irgendwie kommen und gehen sehen, auch die Ziehtochter Kohls,  Angela Merkel, Gastgeberin des G7-Gipfels in Elmau, kennt er ganz gut. Ein Mann, dem man vieles zutraut: Er ist klarer Gegner des zügellosen Finanzkapitalismus und einer der ersten Deutschen, die Attac beigetreten sind. Wie erklärt er sich das nunmehr laue Lüftchen, das sich Protest nannte? Jo Schück hat den überparteilichen Elderstatesman in der Pfalz getroffen. Heiner Geißler über „Nicht-G7“, politische Ohnmacht, Finanzmärkte, Stuttgart 21, Windräder, Wutbürger und dazu, wie Protest sich zurückzieht ins Private.

Museumslotto: Automuseum Prototyp Hamburg

Im aspekte-Museumslotto, das ein Mal pro Monat einem kleinen Museum die Chance gibt, sich vor einem Millionenpublikum zu präsentieren, hat in der letzten Ziehung das "Automuseum Prototyp Hamburg" gewonnen. Ein Team von aspekte ist an die Elbe gefahren, um sich dort genauer umzusehen. Die Gründer Oliver Schmidt und Thomas König bauen seit ihrer Kindheit alte Autos wieder auf - heute auch gern mal in ihrer gläsernen Museumswerkstatt - und erzählen ihre Geschichte.

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