Die Themen am 13. März 2015

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.00 Uhr.

Maler ist er außerdem - Der vielseitige Armin Mueller-Stahl

Er bezeichnet sich selbst gerne als Gaukler und hat darüber sogar ein Gedicht verfasst. Armin Mueller-Stahl ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und zudem international erfolgreich. Doch er ist noch vielmehr: studierter Geiger, Komponist, Chansonnier, Autor - und er zeichnet und malt. Eine Ausdrucksform, die er erst relativ spät in seinem Leben wirklich für sich entdeckt hat. Am Freitag ist Armin Mueller-Stahl zu Gast im aspekte-Studio.

"Vater, Mutter, Stasi" - Angela Marquardt war Kinderspitzel

Sie stand für Erneuerung in der PDS, setzte sich vehement ein für die Offenlegung der Stasivergangenheit innerhalb der Partei. Bis Angela Marquardt im Sommer 2002 mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wurde. Auszüge ihrer Stasi-Akte werden damals veröffentlicht. Darunter eine Verpflichtungserklärung, die sie als 15-Jährige geschrieben hat. Deckname: Katrin Brandt. Angela Marquardt hatte als minderjährige IM gearbeitet. Wie es dazu kommen konnte, darüber schreibt sie jetzt in ihrem Buch: „Vater, Mutter, Stasi“. Als minderjährige IM war Angela Marquardt allerdings kein Einzelfall: Es gab bis zu 1300 in der DDR. Angeworben wurden die Jugendlichen auf Schulhöfen oder in Kasernen, meist ohne das Wissen ihrer Eltern. Eine geheime juristische Hochschule in Potsdam bildete Führungsoffiziere gezielt zu Profis im Umgang mit Minderjährigen aus. Bis heute weiß man wenig über jugendliche IMs - weil ihre Akten rechtlich geschützt sind und die meisten jugendlichen Stasispitzel schweigen. Doch Angela Marquardt hatte das Bedürfnis, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie kommt zu uns ins aspekte Studio.

Lesefest im Frühling - Reportage von der Leipziger Buchmesse

Wir sind unterwegs auf der Buchmesse in Leipzig, stellen die besten Bücher, die interessantesten Autoren vor.  Darunter aber nicht nur Erfolgsgeschichten  - wie die diesjährigen Buchpreisträgers - sondern auch Geschichten vom Scheitern und vom Abstieg. "Robert Kisch" etwa erzählt uns die Geschichte seines tiefen Falls - vom Topjournalisten zum Verkäufer in einem Möbelhaus - geschrieben unter Pseudonym. Die Autorin Claire Hajaj erzählt, wie der Nahostkonflikt ihre Eltern, einen Palästinenser und eine Jüdin, entzweite. Wir sprechen mit dem ehemaligen Diplomaten Avi Primor über den Stand der deutsch-israelischen Beziehungen. Und wir treffen den Übersetzer Moshe Kahn, der fast gescheitert wäre, aber eben nur fast: Acht Jahre lang hat der 71-jährige an der Übersetzung des Jahrhundertromans "Horcynus Orca" von Stefano d‘Arrigo gesessen. Acht Jahre, in denen die Wucht dieses Mammutwerks über einen Mörderwal ihn fast verschlungen hätte.

Gertraud Klemms "Aberland" - Ein Roman über die Wut der Mütter

Jedes Kind ist ein Abgrund, das ist kein Geheimnis. Jetzt wäre der Zeitpunkt, schleunigst zu betonen, dass zum Abgrund natürlich auch das Paradies gehört. Eine ganze Industrie von Mütter-Erfahrungs-Büchern steht jedenfalls bereit, Zeugnis abzulegen von diesem Oszillieren der Gefühle. Leider nur führt der "verrückt, aber glücklich" -Geisteszustand oftmals zu einem "nett, aber unheimlich harmlos" - Schreibstil und nicht unbedingt zu Literatur. Doch im Vorort eines Vorortes von Wien gibt es diese Frau, die so über Familie schreiben kann, dass es ein großes Vergnügen ist und dass einem beim Lesen einiges klar wird: die Schriftstellerin Gertraud Klemm.

"Sie sieht sich den brüllenden Manuel in seinem Stubenwagen mustern.“ Darf man so über Kinder reden? So desillusioniert und scheinbar distanziert? So lustig? Dem Roman “Aberland“ gelingt es, ein wirklich gutes Buch zu sein und gleichzeitig eine Agenda zu haben. Er besteht aus den Monologen zweier Frauen: Mutter Elisabeth. „nur Hausfrau“, und Tochter Franziska, Biologin - und wütender, daher prägnanter im Ton. Es geht um Frauen und ihre Lebenspläne, und um das, was mit diesen Plänen geschieht, wenn ein Kind geboren wird. Dann sind es immer noch die Frauen, die im Job kürzer treten und plötzlich Dinge tun, die ihnen vorher fremd waren. Die vielen unglücklichen Frauen, die sie schon als Kind kennenlernte, haben sie zu diesem „literarischen Feminismus“ inspiriert, sagt Klemm - und schreibt über eigene Erfahrungen, ohne bloß um sich selbst zu kreisen. Sie hat eine feine Beobachtungsgabe und ein tiefes Interesse daran, wie Menschen leben, und vor allem: ein großes sprachliches Talent.

Zerrieben zwischen Ost & West - Neue Bücher zum Ukraine-Konflikt

"Maidan Molotow" oder "Ukraine im Visier" heißen die Neuerscheinungen, die sich dem Konflikt in der Ukraine zuwenden. Mit Verständnis für den Kurs Russlands - wie bei der früheren Moskauer ARD-Korrespondentin Krone-Schmalz. Oder im Gegenteil: Mit Putin als 'bad guy' der internationalen Politik ins Gericht gehend, weil der mit der Ukraine nur den ersten Schritt in Richtung neues Zarenreich machen wolle, wie der amerikanische Zeitgeschichtler Walter Laqueur meint. Viele dieser neuen Bücher sind - auch der Aktualität geschuldet - Schnellschüsse, einige höchst polemisch, die meisten für die eine oder die andere Seite Partei ergreifend. Das trifft auch auf den Suhrkamp-Band "Testfall Ukraine" zu, in dem 15 Autoren die Ereignisse nachzeichnen, die Europa seit einem Jahr intensiv beschäftigen. Heraus ragt dabei der Schweizer Osteuropa-Experte Andreas Kappeler, weil er als einer der wenigen profunden Kenner der ukrainischen Geschichte auf den aktuellen Konfikt blickt. Davon ausgehend sieht er für die Ukraine beides: Chancen und Gefahren jenseits der bekannten Frontlinien.

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