Die Themen am 30. Januar 2015

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.45 Uhr.

"50 Shades of Grey" im Kino - das seltsame Interesse an SM

70 Millionen Menschen haben den Softporno "50 Shades of Grey" gelesen. Warum? Das fragt die israelische Kultursoziologin Eva Illouz - und findet in ihrem Essay "Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey" eine erstaunliche Antwort: "Dieses BDSM-Märchen ist die Antwort auf die modernen Beziehungsprobleme." Mit Sadomasochismus ließen sich laut Illouz die Geschlechterrollen so stabilisieren, dass sie mit der sexuellen Freiheit kompatibel bleiben. Er sei eine Lösung für all die Widersprüche, mit denen wir heute leben. Eine Liebesutopie also. Jetzt kommt "50 Shades of Grey" ins Kino. Schon der Trailer hat im Netz fast eine Massenhysterie ausgelöst - über 16 Millionen Klicks auf youtube. Anlass für uns, mit Eva Illouz über das Phänomen "Shades of Grey" zu sprechen.

Dresden wehrt sich - wie eine Stadt der Pegida-Bewegung trotzt

Die Rettung des Abendlandes scheint derzeit etwas ins Stocken geraten zu sein. "Nur" noch 17.000 Teilnehmer will die Polizei bei der letzten Pegida-Kundgebung in Dresden gezählt haben. Lag es am Wetter oder ist der Zenit der "Bewegung" bereits überschritten? Während in anderen deutschen Städten die Gegendemonstranten mühelos in der Mehrzahl sind, dominieren in Dresden nach wie vor die selbsternannten "Patriotischen Europäer". Warum ist der Drang, das christliche Abendland gegen eine vermeintliche Islamisierung zu verteidigen, ausgerechnet in der sächsischen Landeshauptstadt (80 Prozent konfessionslos, 0,4 Prozent Muslime) so stark ausgeprägt? Warum ruft man in der Kunst- und Kulturmetropole, deren wichtigste Impulse jahrhundertelang von außen kamen, so vehement nach einer deutschen Leitkultur? Warum formierte sich hier eine Gegenbewegung erst relativ spät? Und wie sollen die Gräben zwischen beiden Lagern, die sich mit jedem Tag unversöhnlicher gegenüberstehen, je wieder zugeschüttet werden?  Jo Schück fragt bei wichtigen Vertretern der Dresdner Kultur-Szene (darunter auch Ludwig Güttler) nach. Gibt es ein richtiges Abendland im falschen?

Sibylle Bergs Roman "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand"

Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Kolumnistin Sibylle Berg wird gerne mal als die gnadenlose Fachfrau des Bösen in der Literatur und im Theater gehandelt. Ihr Debütroman zum Beispiel handelte von Menschen, die ihr Glück suchen und dabei brutalstmöglich umkommen.

Dabei ist ihr Blick auf die Menschen genau genommen zärtlich und voller Verständnis: Sie beobachtet ihre Figuren in ihrer banalen Existenz und schaut ihnen durchaus milde dabei zu, wie sie an ihren großen Erwartungen scheitern . Aber wie klar und konsequent sie das beschreibt, geht durch Mark und Bein. Berg seziert die Illusionen, die sich Menschen machen - und es kann weh tun, das mitanzuschauen. Zwölf Bücher und 19 Theaterstücke hat sie bereits verfasst. Ihr neuer Roman "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand" erzählt von einer Beziehung nach zwanzig Jahren Ehe. Leidenschaft und Begierde gibt es nicht mehr - falls sie für dieses Paar überhaupt je eine Rolle gespielt haben. Da tritt jemand Neues in ihr Leben und längst geklärt geglaubte Fragen stellen sich noch einmal neu.

Der Göttliche - Michelangelo in Bonn

Michelangelo Superstar. Ein Genie, unvergleichlich, göttlich. Solche und ähnliche Zuschreibungen trägt der Universalkünstler der Renaissance, der neben Leonardo da Vinci bis heute der berühmteste Künstler der Welt ist. Einerseits gibt es das Werk, andererseits gibt es die Art und Weise, wie wir darauf schauen. Wie andere Künstler darauf schauen, wie sie es nachgeahmt haben, oder nachempfunden, darauf reagiert haben. Von Rubens über Rodin bis hin zu Yves Klein und Zeitgenossen wie Thomas Struth. Damit befasst sich eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn, die derzeit aufgebaut wird. Obwohl sie nicht mit Original-Michelangelos aufwarten kann - die meisten sind nicht transportabel -, macht sie deutlich, wie wichtig dieser Künstler auch nach seinem Tod geblieben ist.

Auf Mozarts Geige - Midori Seiler spielt auf der Mozartwoche

Alljährlich findet Ende Januar in Salzburg - rund um den Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart - die Mozartwoche statt. Dabei wird es in diesem Jahr ein ganz besonderes Konzert geben; eines, in dem die Instrumente des Komponisten selbst zum Klingen gebracht werden: seine Geige und sein Hammerklavier. Es sind besondere Solisten, die für dieses außergewöhnliche Konzert im Geburtshaus des Komponisten engagiert wurden. Mit dabei ist die junge japanisch-deutsche Geigerin Midori Seiler, eine Spezialistin auf dem Gebiet der so genannten "historischen Aufführungspraxis" und - klar -exzellente Geigenvirtuosin. Zusammen mit ihrem Pianisten Jos van Immerseel bringen sie Werke Mozarts auf dessen Instrumenten zum Klingen. Wir sind bei der ersten Begegnung mit den Instrumenten hautnah dabei.

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