Die Themen am 6. März 2015

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.30 Uhr.

Sexueller Missbrauch in der Kirche - Der Spielfilm "Verfehlung"

Drei Priester, beste Freunde, sympathisch und erfolgreich. Aus ihrer Perspektive zeigt der Spielfilm "Verfehlung" was passiert, als einer von ihnen des Kindesmissbrauchs verdächtigt wird. Wie lange darf man einen Verdacht für sich behalten, wer leugnet, vertuscht, wer sorgt für Transparenz und Aufklärung? Regisseur Gerd Schneider wollte eigentlich selbst Priester werden, wechselte nach abgeschlossenem Theologie-Studium aber doch zum Film.

Wie gehen Priester und Bischöfe heute mit dem Thema sexueller Missbrauch um? Fünf Jahre nachdem der Skandal am Berliner Canisius Kolleg eine große Debatte auslöste, hat sich einiges getan: Mehr als 150 Missbrauchsbeauftragte sind deutschlandweit zuständig. In Internet-Foren zweifeln katholische Priester den Zölibat an. Ein dem Vatikan zugeordnetes Kinderschutzzentrum in Rom müht sich, den Missbrauch weltweit unter Kontrolle zu bringen. In Deutschland gibt es immer weniger Anmeldungen für kirchliche Internate. Wir sprechen mit dem Regisseur, dem ehemaligen Leiter des Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, dem Leiter des Kinderschutzzentrums, Pater Hans Zollner und dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhart Fürst.

Generation Erbschaft

Es ist eine gigantische Erbschaftswelle, die in den nächsten zehn Jahren auf Deutschland zu rollt: Drei Billionen Euro werden in diesem Zeitraum von der Wirtschaftswundergeneration an Kinder und Enkel vermacht. Aber was hat dieser Tsunami für unsere Gesellschaft zu bedeuten? Jo Schück macht sich auf - zu Leuten, wie sie Julia Friedrichs in ihrem neuen Buch "Wir Erben" gerade geschildert hat: Zu Erben, darunter Millionenerben, Otto-Normalerben und fiktiven Erben, die sich seit Jahren im Nachlassstreit zermürben. Aber auch zu Wissenschaftlern, die sich mit einer Materie beschäftigen, die alles andere als transparent ist. Über Geld spricht man bekanntlich nicht …

Mahtob Mahmoodys Leben auf der Flucht

In den USA gilt Mahtob Mahmoody seit dem Bestseller ihrer Mutter "Nicht ohne meine Tochter" als berühmteste Tochter der Welt. Denn ihr Schicksal ist einmalig und universell zugleich: Geboren als typisch amerikanisches Kind in Michigan, reist sie 1985 fünfjährig mit ihren Eltern zu einem Kurzbesuch in den Iran, wo ihr Vater geboren wurde. Doch der Vater begeistert sich für die radikal-islamische Revolution und will nicht mehr in die USA zurück. Gegen ihren Willen hält er seine Frau und seine Tochter nun für 18 Monate in Teheran fest, unterwirft sie der scharfen Kontrolle seiner Großfamilie, überwacht sie und schlägt auch zu, als Mutter und Tochter ihre heimliche Rückkehr nach Amerika planen. Betty Mahmoodys Buch endet mit einem Happy End nach einer lebensgefährlichen Flucht aus dem Iran.

Doch in der Realität geht die Geschichte weiter: Mutter und Tochter können in ihrem Zufluchtsort nicht wissen, was der Vater vom Iran aus unternehmen wird. Wie groß ist sein Zorn, wie weit reicht sein Arm, sinnt er auf Rache? Die Tochter Mahtob ist traumatisiert, als sie nach Michigan heimkehrt. Zugleich muss sie lernen, ein Leben mit den dunklen Schatten der Vergangenheit zu führen. Warum sucht der Vater immer wieder ihre Nähe? Wie soll sie damit umgehen? Und hat sie nicht auch iranische Wurzeln? In ihrem Buch "Endlich frei" erzählt Mahtob Mahmoody jetzt zum ersten Mal ihre Geschichte - in einem offenen, nicht selten auch verstörendem Erfahrungsbericht.

Zerstörung von Weltkulturerbe

Mit Hämmern und Bohrern zerstörten Extremisten in Mossul in der vergangenen Woche assyrische Figuren von vor über 2600 Jahren und andere Kunstschätze. Die Bilder - vom IS veröffentlicht - schockieren Archäologen und Kunstliebhaber auf der ganzen Welt. Nun will der Westen aktiv werden, um die weitere Zerstörung von Kulturgut in Krisengebieten zu verhindern. Das Vorderasiatische Museum in Berlin will Restauratoren aus betroffenen Ländern nach Deutschland holen und sie in Restauration und Einlagerung ausbilden. Und die USA wollen die aus dem Zweiten Weltkrieg bekannten "Monuments Men" wieder ins Leben rufen, die damals viel Kulturgut vor der Zerstörung bewahren und nach dem Krieg wieder an die Herkunftsländer übergeben konnten. Auch mit diesem historischen Blick zurück steht Deutschland heute in einer besonderen Verantwortung, bei der Erhaltung von Kulturgut zu helfen.

Auf der aspekte-Bühne: Olli Schulz

Die "Hoffnung der TV-Zukunft" hat keine Lust mehr auf Fernsehen. Zumindest momentan. Stattdessen geht Olli Schulz mit neuem Album auf Tour.

"Feelings aus der Asche" ist so herrlich melancholisch geraten, dass sich nicht nur eingeschworene Fans des gepflegten TV-Irrsinns fragen: Sollte der ewig Spätpubertierende etwa doch noch erwachsen werden? In Sachen Fernsehunterhaltung ist Olli Schulz ein Spätberufener. Hochgedient hat er sich als Sidekick von Joko & Klaas. Da ging er bereits auf die 40 zu und unterbot das Moderatoren-Duo locker in Sachen pubertärer Blödelei. Es folgte eine Radio-Show mit Jan Böhmermann, eine - für den Fernsehpreis nominierte - Doku-Serie, zahllose Talkshow-Auftritte und ein Ausflug auf die Kino-Leinwand. Jetzt soll erst mal Schluss sein mit der Dauerpräsenz. Schulz besinnt sich auf seine Wurzeln als Singer-Songwriter und schlägt ernstere Töne an. Im aspekte-Studio. Trotz Fernsehpause.

Renaissance der Schieß-Scharte - Architektur-Trend bei Neubauten

Neue Bauten in vielen Städten scheinen derzeit auf einer einzigen Idee zu basieren, der der langen schmalen Öffnung. Es sind Gebäude, die auch im fertigen Zustand aussehen wie ihre eigenen Modelle, ein bisschen wie Hochhäuser im Comic. "Schießscharten-Architektur" nennt man so etwas und meint damit nicht nur die Form der Fensteröffnung, das eigentlich zu schmale senkrechte Rechteck, sondern auch die Attitüde. Über ein neues und unheimliches Architekturphänomen.

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