Die Themen am 20. Mai 2016

Moderation: Jo Schück & Tobias Schlegl

Kultur | aspekte - Die Themen am 20. Mai 2016

Die Zukunft des Autos ist das "autonome Fahren". Heißt es. Davor gilt es aber noch einige Fragen zu klären. Jo Schück tut dies - am Freitag, 20.5., bei aspekte.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.05.2017, 13:01

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag ab 23.25 Uhr.

Österreich droht ein neuer Präsident

Was Kulturschaffende darüber denken

Es ist ein beispielloses Desaster, das die österreichischen Volksparteien bei der ersten Bundespräsidentenwahlrunde erlebt haben. Die Kandidaten der konservativen ÖVP und der Sozialdemokraten sind zusammen (!) auf nur knapp über zwanzig Prozent gekommen. Jetzt stellen sich am kommenden Sonntag, den 22. Mai, ein Rechtspopulist und ein Grüner zur Stichwahl für das höchste Staatsamt. Dabei hat FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bereits angekündigt, er werde als erster Bundespräsident seine Amtsbefugnisse ausschöpfen und gegebenenfalls die Regierung entlassen und das Parlament auflösen. Was bedeutet das für die Zweite Österreichische Republik? Und wie steht es um die politischen Kultur in der Alpenrepublik? Darüber haben wir mit den Schriftstellern und Intellektuellen Thomas Glavinic, Josef Haslinger, Robert Menasse und Marlene Streeruwitz gesprochen.

Stefan Zweigs Jahre im Exil

Der Film "Vor der Morgenröte"

Stefan Zweig war zu seiner Zeit ein Star-Autor und gemeinsam mit Thomas Mann der meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller. Schon 1934 verließ er seine Heimat Österreich und flüchtete vor den Nazis ins Exil, aus dem er nie mehr zurückkehrte. Jetzt hat Maria Schrader einen berührenden Spielfilm über Zweigs letzte Jahre in Südamerika gedreht - und ist dafür für die beste Regie beim Deutschen Filmpreis nominiert. "Vor der Morgenröte" erzählt von einem überzeugten Pazifisten und Vorreiter der Idee eines vereinten Europas, der auf dem Höhepunkt seines weltweiten Ruhms in die Emigration getrieben wird. Doch als Künstler besteht er weiterhin auf Differenzierung, will nicht gegen Deutschland als gesamtes Land sprechen, keine politischen Parolen predigen, sich nicht auf das geistige Niveau seiner Feinde hinab begeben. Obwohl er fast sein ganzes Vermögen verloren hat, verhilft er zahlreichen Menschen in Not zu Visa und Bürgschaften. Trotz seiner Popularität auch in Südamerika und sicherer Zuflucht dort, kommt Stefan Zweig über den Verlust seiner geistigen Heimat nicht hinweg. Verzweifelt, vereinsamt und hilflos, ohne Hoffnung auf Frieden nimmt er sich 1942 mit seiner zweiten Frau in Brasilien das Leben. In seinem Abschiedsbrief schreibt er: "Ich grüße alle meine Freunde. Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus…" Zweig wird im Film feinsinnig und sensibel vom österreichischen Kabarettisten Josef Hader verkörpert. Ihm und Schrader ist ein hochaktueller Film gelungen: Die Zeit, in der Europa auf der Flucht war, lässt den Zuschauer über heutige Flüchtlinge nachdenken, über Verlust von und die Suche nach einer neuen Heimat - und darüber, wie stark sich ein Künstler politisch positionieren soll.

Udo Lindenberg lässt sich feiern

In alter Frische mit sagenhaften 70

Die derzeitigen Udo-Lindenberg-Festspiele erreichen in dieser Woche ihren Höhepunkt: sein neues Album auf Platz eins, am 17. Mai ist er 70 geworden und am Freitag startet Lindenberg seine Tour mit einer gewaltigen Show in der Gelsenkirchener Arena auf Schalke. Mit dabei: seine ehemaligen WG-Kumpels Marius Müller-Westernhagen und Otto. Schon früh hatten die drei beschlossen, Stars und Millionäre zu werden – und es geschafft. Wie? Er habe die deutsche Sprache für die Musik vom Blut befreit – nichts Geringeres nimmt Udo Lindenberg für sich in Anspruch. Doch wer ist der Mann hinter Stetson, Sonnenbrille und Zigarre? Gibt es überhaupt noch jemanden dahinter zu entdecken? Wir haben Lindenberg bei den Proben zur großen Geburtstagsshow begleitet.

Entscheidung über Leben und Tod

Das Dilemma des Autonomen Fahrens

Können Autos selbständig fahren? Und sollten sie das dürfen? Mit autonom fahrenden Autos soll die Zahl der Unfälle zurückgehen. Dennoch wird es weiterhin Unfälle geben, auch mit Todesfolge. Für entsprechende Situationen müssen die Autos programmiert werden. Im Extremfall müssen sie entscheiden, wen sie töten - das Kind, das über die Straße läuft? Den entgegenkommenden Radfahrer? Die Passanten auf dem Gehweg? Jo Schück trifft Dorothee Bär, Staatssekretärin im Verkehrsministerium, und Julian Nida-Rümelin, der über das philosophische Problem geforscht hat. Im Selbstversuch lässt Jo sich von einem Audi auf der A9 fahren und spricht mit dessen Entwickler.

Der Dichter Ringelnatz als Maler

Sein spät entdecktes Talent

Die Schublade, in die man einen Joachim Ringelnatz stecken könnte, müsste erst noch erfunden werden: Lyriker? Kabarettist? Schriftsteller? Ganz sicher war sich Ringelnatz wohl selbst nicht. Am liebsten firmierte er unter der Bezeichnung "Artist". In Wahrheit ist die Einordnung des Multitalents noch um einiges komplizierter: Neben der Sprache galt seine wahre Leidenschaft der Malerei. Obwohl er zeitlebens nie eine Akademie besucht hatte, startete er in den 20er und frühen 30er Jahren eine beachtliche Karriere als bildender Künstler. Er stellte zusammen mit Otto Dix und George Grosz aus, ließ sich von Berlins begehrtesten Galerien vertreten und als "Kunstmaler" ins Berliner Telefonbuch eintragen. Mit der Machtergreifung der Nazis verschwanden seine Bilder aus den Museen. Eine Ausstellung im "Zentrum für verfolgte Künste" in Solingen widmet dem zu Unrecht vergessenen Maler nun eine erste, große Retrospektive, die Staunen lässt.

Geigenwunder Augustin Hadelich

Wohlklang von Klassik bis Moderne

Seine Karriere begann wie im Bilderbuch, rasch entdeckt und von großen Lehrern gefördert. 1999 dann die Katastrophe: eine Explosion in seinem Elternhaus. Dabei erleidet der damals 15-jährige Geiger schwerste Verbrennungen im Gesicht, am Oberkörper und an der rechten Hand. Lange ist nicht klar, ob Augustin Hadelich überhaupt je wieder Geige spielen kann. Nach einer Unzahl von medizinischen Eingriffen und seiner ungeheuren Willenskraft überwindet er die Folgen des Unfalls. 2006 gewinnt er den wichtigsten Violinwettbewerb der USA in Indianapolis mit Bravour. Gerade wurde er mit dem Grammy ausgezeichnet. Wir treffen den Geiger in seiner Wahlheimat New York, sprechen mit ihm über seinen Werdegang und fragen, ob erst das große Leiden auch den großen Künstler ausmacht.

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