Die Themen am 18. März 2016

Moderiert von Katty Salié und Tobias Schlegl

Kultur | aspekte - Die Themen am 18. März 2016

Über Ängste & Obsessionen, Betablocker & Viagra, warum Frauen die besseren Leser sind - u.v.m. John Irving spricht mit aspekte-Autor Peter Arens nicht nur über seines Buch "Die Straße der Wunder".

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.03.2017, 16:22

Die Themen und Gäste unserer Kultursendung am Freitag um 23.40 Uhr.

"Und was hat das mit mir zu tun?"

Sacha Batthyanys Roman

Kurz vor Kriegsende gibt Gräfin Margit Thyssen-Batthyány im österreichischen Rechnitz ein rauschendes Fest. Gegen Mitternacht verlassen die zum Fest eingeladenen Nazigrößen das Schloss und erschießen am Bahnhof 180 Juden, die dort auf den Weitertransport warten. Danach feiern und trinken sie weiter. Die reiche Gräfin war die Großtante von Sacha Batthyany. Von einer Kollegin wird der Schweizer Journalist auf das Verbrechen aufmerksam gemacht. Der 42-Jährige begibt sich auf Spurensuche und entdeckt dabei ein weiteres Geheimnis, das seinen Blick auf seine Familie und sich selbst verändert.

"Und was hat das mit mir zu tun?" - diese entscheidende Frage ist der Titel von Sacha Batthyanys Buch, das noch weitere drängende Fragen stellt: Gibt es ein Band zwischen den Generationen? Hört das Ringen mit der Vergangenheit nie auf? Wie prägen die Verbrechen unserer Vorfahren unser Leben heute? Und: Habe ich mich je gegen irgendetwas aufgelehnt? Die Antworten macht sich der Autor nicht leicht. Genau das macht sein Buch so spannend. Und unbedingt lesenswert.

John Irvings "Straße der Wunder"

Ein Besuch in Toronto

Vor einem Jahr ist John Irving mit seiner Frau Janet von Vermont nach Toronto umgezogen. Dort hat er seinen neuen Roman veröffentlicht: "Straße der Wunder", der in den USA lange auf der Bestsellerliste stand und nun auf deutsch erscheint. Es ist ein Roman über Einen, der Romane schreibt - samt Ausführungen über Schriftsteller-Allüren und einer Aufsteiger-Geschichte aus dem Nichts einer Müllkippe. Die ersten Kritiken bejubeln bereits ein Meisterwerk. aspekte hat Irving in Toronto besucht und ihn zu den mexikanischen"Müllkindern" - Protagonisten seines neuen Buches - , zum zutiefst engagierten Grundton des Buches, zu seinem Umzug, zu Obsessionen, Viagra und vielem mehr befragt.

Buchmesse Leipzig

Heimat und Literatur

Die Leipziger Buchmesse feiert in diesem Jahr ein besonders Jubiläum: Die stadtübergreifende Leseveranstaltung "Leipzig liest" jährt sich zum 25.Mal - Grund genug, sich die Lesungen in den etwas abseitigeren Orte der Leipziger Buchmesse genauer anzuschauen. Und natürlich ist Moderator Tobias Schlegl auf der Messe unterwegs, um die Neuerscheinungen des Frühjahrs vorzustellen. Mit dabei sind diesmal drei Buchpreis-Nominierte, davon zwei Theaterdramaturgen, die es mit ihrem Debüt gleich auf die Buchpreisliste geschafft haben: Nis-Momme Stockmann mit seinem Debüt "Der Fuchs". Desweiteren Roland Schimmelpfennig, ebenfalls nominiert mit seinem Romandebüt "An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts".

Nominiert ist auch Heinz Strunk mit "Der goldene Handschuh", diesmal nichts Strunk-typisch-Biografisches, sondern ein Roman über den Frauenmörder Fritz Honka, der in den 70er Jahren auf St.Pauli sein Unwesen trieb. Ein Blick in den Abgrund, auf die Verlierer unserer Gesellschaft. Außerdem treffen wir den Dramatiker Schorsch Kamerun. Auch er debütiert - mit "Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens". Es ist eine Reise in die 'alte' BRD Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre - zu Menschen am Rande der Gesellschaft, die es anders machen wollen, sich auflehnen, kämpfen, verlieren, weitermachen. Es lebe der Punk! Wortgewaltig, witzig und tiefsinnig ist die Bachmann-Preisträgerin des letzten Jahres: Nora Gomringer. Sie tritt auf mit ihrer speziellen Sicht der Dinge zu den wichtigen Themen dieses Bücherfrühlings .

Down-Syndrom im Comic

Fabien Toulmés Erfolgsbuch aus Frankreich

Es ist nicht leicht, ein Kind mit Behinderung zu haben. In seinem Comicroman "Dich hatte ich mir anders vorgestellt ..." erzählt der Franzose Fabien Toulmé schonungslos, ehrlich, aber auch humorvoll davon, wie schwer er es für ihn war, ein Kind mit Trisomie-21 zu bekommen.
Ein Überraschungserfolg in Frankreich, bei uns Ende 2015 erschienen und äußerst positiv rezensiert. Anlässlich des diesjährigen Welt-Down-Tages am 21.3. besuchen wir den Autor in Aix-en-Provence.

Neues vom Humboldtforum

Neil MacGregor tritt sein Amt an

Neil MacGregor hat ein neues Lieblingswort: Es ist "Zeit- und Kostenrahmen". Im selbigen nämlich liegt der Bau des Berliner Humboldtforums. Und dessen Gründungsintendant wiederum ist Neil McGregor. Seit Januar leistet der ehemalige Direktor des British Museum seinen Dienst in Berlin. Der gefeierte Museumsmann soll Deutschlands ambitioniertestes Kulturprojekt ("voll im Zeit- und Kostenrahmen") zum Erfolg führen und aus einer Hightech-Mehrzweckhalle mit Barockfassade ein international leuchtendes Supermuseum machen. Wie er das anstellen will? Das weiß bislang keiner, vielleicht noch nicht einmal er selbst (das aber sehr euphorisch). Währenddessen klettern die barocken Fassaden in die Höhe, voll im Zeit- und Kostenrahmen, man kann’s nicht oft genug sagen - selten genug. Ja es läuft, da geht noch was in Berlin.

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