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aspekte vom 1. Juni 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 1. Juni 2018

Der Optimist Hans Rosling: "Die Welt ist gar nicht so schlecht"; Künstler Jeff Wall in Mannheim - Die Wiedereröffnung der Kunsthalle; "Das Feld" von Robert Seethaler - Was bleibt von einem Leben?; Live: Chvrches

Beitragslänge:
39 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.06.2019, 23:05

Der Optimist Hans Rosling

"Die Welt ist gar nicht so schlecht"

Die Weltlage ist bei weitem nicht so schlecht, wie die meisten Menschen glauben. Das ist die Botschaft von Hans Rosling, dem im vergangenen Jahr verstorbenen schwedischen Gesundheitsforscher. Nachdem er durch seine TED Vorträge zum Internetstar geworden war, hatte er gemeinsam mit seiner Schwiegertochter und seinem Sohn begonnen, ein Buch zu schreiben. Nun haben die beiden es posthum zuende gebracht - und tatsächlich ist "Factfulness" Roslings Testament für die Menschheit, ein bewegender Versuch, durch faktenbasiertes Urteilen Zuversicht zu gewinnen. Wie negativ die Weltsicht der Mehrzahl ist, zeigt Rosling in einem einfachen Versuch. Er stellt Fragen wie: Wie viele Kinder auf der Welt sind geimpft? A 20 Prozent, B 50 Prozent oder C 80 Prozent. Tatsächlich ist C richtig. Selbst eine Gruppe von Nobelpreisträgern - so Rosling - hat schlechter abgeschnitten, als dies eine Gruppe von Schimpansen getan hätte. Rosling will uns von unseren Vorurteilen kurieren und uns klar machen, dass der Menschheit ein spektakulärer Aufstieg aus absoluter Armut gelingt. Immer größere Teile der Weltbevölkerung erreichen heute eine Wohlstandsstufe vergleichbar mit der in Schweden oder Deutschland. Sie haben abwechslungsreiche Ernährung, sind mobil, haben ein Schlafzimmer, Elektrizität und fließend Wasser und ihre Kinder gehen durchschnittlich mehr als neun Jahre zur Schule. Roslings Wunsch ist, dass wir nicht länger in Kategorien von "Wir" und "Sie" denken, sondern eine gemeinsame Entwicklung der Gattung sehen. Und der immer wieder geäußerten Sorgen, dass die Bekämpfung von absoluter Armut und Kindersterblichkeit die Bevölkerungsexplosion noch vorantreiben und den Planeten überfordern könnte, nimmt er mit validen Daten und Statistik den Wind aus den Segeln.

"Das Feld" von Robert Seethaler

Was bleibt von einem Leben?

Aufs Leben zurückblicken heißt bei Robert Seethaler mehr als zu resümieren. Seine Protagonisten graben sich ein in die Wendepunkte ihres Lebens. Was hat mein Leben zu dem gemacht, wie ich es gelebt habe? Warum kommt die Gelassenheit immer erst dann, wenn alles gesagt oder getan ist? Das Ende unausweichlich bevorsteht? Was bedeutet loslassen? Was bleibt vom Leben? Verlust, Liebe, Einsamkeit und Normalität. In Seethalers neuem Roman "Das Feld" fügen sich die Lebensentwürfe der Einwohner von Paulstadt zu einer großen Erzählung voller Kuriositäten, Besonderheiten und Abhängigkeiten. Jede Geschichte steht für sich und doch ist jeder mit jedem verbunden und erzählt die Geschichte des Anderen weiter. Streift sie, setzt ein, wo es für den Anderen schon längst vorbei ist. Seethaler widmet sich wie in seinen großen Erzählungen "Der Trafikant" (2012) und "Ein ganzes Leben" (2014) wieder den Geschichten von kleinen Leuten: Dem Glücksspieler, der "Dame", dem Bauern, der Blumenfrau, dem Postboten. Er beobachtet präzise und gibt mit seiner schnörkellosen, poetischen Sprache jedem Lebensentwurf seine Berechtigung. Hoffen, leben, lieben, sterben. Darin sind sich alle gleich. Die Unterschiede hervorzuheben und die Dringlichkeit jedes Einzelnen verständlich zu machen, das gelingt Robert Seethaler mit "Das Feld“ eindrucksvoll beiläufig. "Erst war ich Mensch, jetzt bin ich Welt". Wir haben den Autor in seiner Wahlheimat Berlin getroffen.

Gast und Musik in der Sendung

Auf der aspekte-Bühne: Chvrches. Die schottische Electropop-Band mit "Miracle". Exklusiv für aspekte online spielen Chvrches die Zugabe "Get out".

Im Gespräch: Michel Friedman zur Frage "Ist Europa noch zu retten?"

Soundtüftler und DJ Henrik Schwarz

Brückenbauer zwischen E- und U-Musik

Er ist ein Brückenbauer zwischen Klassischer Musik und Moderne - der Clubmusik-Pionier Henrik Schwarz. Schwarz begann musikalisch in den 90ern mit einer Kombination aus Acid Jazz mit Soul und Funk. So wurde er als DJ im Berliner Club Berghain bekannt. Hinzu kam bald die Zusammenarbeit mit Künstlern anderer Sparten: 2013 schrieb er die Musik für die Tanzchoreografie "Masse". 2014 sorgte er für den Sound der "Zentrifuge", der ersten Raum-Klang-Installation des renommierten Malers Norbert Bisky. Auch die aktuelle Titelmusik des "Literarischen Quartetts" im ZDF hat er - inspiriert vom Original - gestaltet. Und im letzten Jahr für das Album "Instrumentals" mit dem japanischen Tokyo Secret Orchestra eine Melange kreiert, die die Energie elektronischer Tanzmusik in den klassischen Konzertsaal einspeist. Die Symbiose von digitalen Sounds und klassischer Instrumentierung ist auch das Ziel seiner Zusammenarbeit mit dem englischen Komponisten, Arrangeur und Dirigenten Jules Buckley: In Schwarz’ Berliner Homestudio haben die beiden dafür mit Computer und Klavier die Arrangements und den "analogen Datensatz" erarbeitet. Die Früchte ihrer Zusammenarbeit sind seit vergangener Woche auf der CD "Scripted Orkestra" zu hören.

Ach, Europa!

Gibt es den überzeugten Europäer?

Wohin geht es mit dem Kontinent, der einst mehr als ein Nebeneinander von Staaten sein wollte? Selten war Europa in seinen Kernwerten so bedrängt wie derzeit. Bankenkrise, Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit haben ihre Spuren an den Südrändern hinterlassen. Die neuen Staaten im Osten attackieren demokratische Regeln und den Wertekanon der Humanität. Die Briten scheren aus der Union aus. Russland versucht. die Einigkeit zu spalten und Trump droht unverhohlen mit Handelskrieg. Zum Auftakt unserer kleinen Reihe "Ach Europa" fragen wir, ob es sie noch gibt, die überzeugten Europäer. Oder ist diese Bezeichnung mittlerweile nur noch leere Floskel? Das fragen wir unter anderem die Politikwissenschaftler Claus Leggewie und Ulrike Guérot sowie den Schriftsteller Robert Menasse. Wie steht es um den vielbeschworenen Europäischen Geist?

Künstler Jeff Wall in Mannheim

Die Wiedereröffnung der Kunsthalle

Es ist so weit: Mit einer Neuinszenierung ihrer Sammlungen und der Ausstellung "Jeff Wall. Appearance" eröffnet die Kunsthalle Mannheim am 1. Juni ihren neuen Museumskomplex. Das Konzept ist ebenso ambitioniert wie wegweisend für die Museumsszene und präsentiert sich in dem von den Architekten Gerkan und Marg entworfenen Neubau auf einer Fläche von 13.000 Quadratmetern als "Museum in Bewegung", unter anderem mit einer eigenen Ausstellung zur Provenienz-Forschung der Sammlung.

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