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aspekte vom 1. November 2019

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Die Unvollendete - Die Nachlass-Autobiografie von Prince; Handeln statt Hoffen - Carola Racketes ziviler Ungehorsam; Im Angesicht der Gewalt - Der Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin; Live: Wallis Bird

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.10.2020

Die Unvollendete

Die Nachlass-Autobiografie von Prince

Prince, Dan Piepenbring: The Beautiful Ones. Die unvollendete Autobiografie.
Quelle: Heyne

Legenden leben ewig. Und im Fall von Prince Roger Nelson spricht die Legende auch noch posthum zu ihren Fans. Drei Jahre nach seinem Tod erscheint die von Prince selbst begonnene, aber unvollendete Autobiografie "The Beautiful Ones" - zur Veröffentlichung aufbereitet von Dan Piepenbring, einem Journalisten und Freund des Musikers. Prince zeigt sich darin von seiner ganz privaten Seite. Und auch der Co-Autor lässt uns einige Blicke backstage werfen. Ein Prince von ungewohnter Seite wird sichtbar. Schon zu Lebzeiten hatte sich Prince mit Dan Piepenbring beraten und an der Autobiografie gearbeitet – und nun hat Piepenbring sie vollendet. Das Genie Prince - der ungeheuerliche Tänzer, Sänger, Musiker, Komponist, Produzent, Schauspieler und Regisseur - kommt einem so nahe, dass man fast vergisst, dass er das Buch nicht selbst zu Ende geschrieben hat. Es ist eine Entdeckung des Menschlichen hinter der Bühnenfigur Prince, der trotz seines viel zu frühen Todes sagenhafte 38 Jahre im Musikgeschäft aktiv war – legendär eben.

Handeln statt Hoffen

Carola Racketes ziviler Ungehorsam

Carola Rackete gerät ins Rampenlicht, als sie als Kapitänin der Sea-Watch 3 im Juni diesen Jahres Geflüchtete im Mittelmeer aus Seenot rettet und dabei verhaftet wird, weil sie unerlaubt den Hafen von Lampedusa anläuft. Zu keinem Zeitpunkt habe sie daran gezweifelt, den Hafen trotz Verbots anzulaufen, so Rackete. In ihrem Buch "Handeln statt Hoffen" schreibt die 31-Jährige über die Erlebnisse rund um die Seenotrettung, ihre Motivation als Kapitänin und analysiert als studierte Naturschutzökologin die aktuelle Krise. Dabei sieht sie Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmung und der gestiegenen Zahl Geflüchteter und ruft zu zivilem Ungehorsam auf.

Gast und Musik im Studio

Carola Rackete im Gespräch

Im Gespräch: Kapitänin und Aktivistin Carola Rackete

Auf der aspekte-Bühne: Wallis Bird unplugged mit "As the river flows"

Berlins "Kunstscheune" in der Kritik

Streit ums Museum der Moderne

Rendering wie das Museum der Moderne in Berlin zukünftig aussehen soll
Quelle: Herzog & de Meuron

Die Diskussion um das geplante Museum der Moderne in Berlin flammt erneut auf: Nun geht es um die explodierenden Kosten und weniger um die Ästhetik des Baus. Der provozierend schlichte, klassisch moderne Gewinner-Entwurf des Architektenduos Herzog und de Meuron erregte schon vor Jahren die Gemüter. Von 'öde, trist, funktional und aus der Umgebung gefallen' bis zu 'revolutionär simpel, wegweisend, der Kunst dienend' reichten die aufgeregten Kommentare. Jetzt haben sich die ursprünglich geplanten Baukosten von 200 Millionen Euro auf 450 Millionen erhöht. Kurz vor der Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags am 14. November stellt sich die Frage: Kann die öffentliche Hand nicht planen? Und welche Schätze warten auf ein würdiges Domizil am neuen Standort?

Im Angesicht der Gewalt

Der Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin

Paolo Pellegrin ist wohl - gemeinsam mit Sebastião Salgado - der bekannteste lebende Dokumentarfotograf der Welt. Er ist Mitglied der Fotoagentur Magnum. Seine Schwarzweiß-Aufnahmen aus den Kriegsgebieten der Welt wie zum Beispiel aus Darfur, dem Kosovo, dem Libanon oder dem Irak sind trotz ihrer Direktheit voller Eleganz und lassen den Betrachter eine Wirklichkeit begreifen, der man nie begegnet ist. Pellegrin ästhetisiert nicht, er inszeniert nicht, sondern erzählt Geschichten, die sein aufrichtiges Interesse an Mensch und Natur widerspiegeln. Er verfolgt mit seiner Arbeit einen eher anthropologischen Ansatz und schafft es, dabei dokumentarisch zu bleiben - allerdings mit der Intensität eines Künstlers. Die Werkschau "Un'Antologia" in den Deichtorhallen Hamburg erlaubt einen Blick hinter die Kulissen von Pellegrins kreativen Prozessen. Sie zeigt unter anderem seine Verbundenheit mit der sich rapide verändernden Natur, wie in seiner Arbeit über die Antarktis, und andererseits seine nie enden wollende Neugier auf die Geschichte der Menschen, denen er begegnet. Zum Beispiel der Roma-Familie aus Bosnien, die seit 30 Jahren am Stadtrand von Rom lebt. Vor allem zeigt Pellegrins Werk, dass Reportagefotografie weit mehr ist als nur ein Medium für Nachrichten.

Abrechnung mit Trump und Co

Jill Lepores Analyse der US-Politik

Jill Lepore: Diese Wahrheiten. A. d. Engl. v. Werner Roller; C. H. Beck; 1120 S., 39,95 €
Jill Lepore: Diese Wahrheiten. A. d. Engl. v. Werner Roller; 1120 S., 39,95 €
Quelle: C. H. Beck

Jill Lepore ist der neuen Star der Politik- und Geschichtswissenschaften. Ihre Geschichte der Vereinigten Staaten - "Diese Wahrheiten“ - zerlegt auf über tausend Seiten die Gründungsmythen der USA von ihren Anfängen bis zur heutigen Weltmacht und zieht daraus unangenehme Schlüsse für die US-Politik bis heute: "Eine Nation, die im Widerspruch mit sich selbst geboren wurde, wird für immer um den Sinn ihrer Geschichte kämpfen". Jill Lepore hat das Buch der Stunde geschrieben, um unsere Gegenwart und die USA unter Trump zu verstehen. "Diese Wahrheiten" ist Spitzenreiter der aktuellen Sachbuch-Bestenliste von ZDF, Zeit und Deutschlandfunk Kultur.

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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