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aspekte am 11. Mai 2018

1848 - 1918 - 1968. Scheitern als Chance

Kultur | aspekte - aspekte am 11. Mai 2018

Die Deutschen und ihre Revolutionen

Beitragslänge:
46 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.05.2019, 23:59

Im Jahr 1848, in dem in der Frankfurter Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament einberufen wird, veröffentlichen Karl Marx und Friedrich Engels ihr kommunistisches Manifest. Die Theorien von Karl Marx, dessen Geburtstag sich 2018 zum 200. Mal jährt, werden auch verbunden mit der Ausrufung der Weimarer Republik 1918 und der Studentenbewegung 1968.

Darüber sprechen Katty Salié und Jo Schück mit dem Soziologen Heinz Bude ("Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968"), mit Autor Dietmar Dath ("Karl Marx.100 Seiten") und der Historikerin Christina von Hodenberg, die in "Das andere Achtundsechzig: Gesellschaftsgeschichte einer Revolte" die Rolle von Frauen in der Studentenbewegung beleuchtet. Mit dabei sind auch der Journalist Jan Fleischhauer, der in der politischen Rechten heute das Erbe der Achtundsechziger ausmacht und die Sängerin und Zeitzeugin Katja Ebstein, die mit Rudi Dutschke befreundet war.

Auf der aspekte-Bühne

Katja Ebstein mit einer Version von Heinrich Heines "Die Schlesischen Weber"

1848 - Das Erwachen der Macht

Was für ein Jahr! Im Februar 1848 beenden Karl Marx und Friedrich Engels das kommunistische Manifest. Gerade noch rechtzeitig, bevor der revolutionäre Funke von Frankreich in die deutschen Kleinstaaten überspringt. Es geht ein Gespenst um, mögen sich auch Europas gekrönte Häupter denken, als sie im März 1848 aus dem Fenster schauen. Es sind allerdings keine Proletarier, die auf die Barrikaden gehen, es ist der Aufstand der Wutbürger. Und er ist lange überfällig. Karl Marx wird den Siegeszug seiner Theorien nicht mehr erleben. Auch wenn er - der Verfechter einer unbedingten Leistungsgesellschaft - mit der Gleichmacherei des Marxismus-Leninismus wenig hätte anfangen können. Ironischerweise wird erst der Zusammenbruch des Kommunismus die Voraussetzung dafür schaffen, was der "Prophet der Deutschen" vorhergesehen hat: die Globalisierung und die Krise des Kapitalismus. Schlägt seine große Stunde etwa erst noch?

1918 - Gute Räterepublik ist teuer

Im November 1918 haben die Kieler Matrosen die Segel gestrichen voll. Obwohl der Weltkrieg längst verloren ist, sollen sie zu einer letzten großen Seeschlacht auslaufen - der Ehre wegen. Eine Ehre, auf die sie getrost pfeifen können. Der Aufstand der Matrosen weitet sich zum Flächenbrand aus: In den Munitionsfabriken streiken die Arbeiterinnen, überall bilden sich Soldatenräte nach russischem Vorbild. Der Kaiser liest von seiner Abdankung in der Zeitung. Plötzlich scheint alles möglich. "Die Revolutionäre machen nicht die Revolution! Die Revolutionäre sind diejenigen, die wissen, wann die Macht auf der Straße liegt und wann sie sie aufheben können!", schrieb Hannah Arendt später. In München bückt sich ein Theaterkritiker nach der Macht. Wenige Stunden später sitzt er auf dem Stuhl des Ministerpräsidenten und ruft den Freistaat Bayern aus: Mit Kurt Eisner scheint für ein paar Wochen eine Utopie wahr zu werden: Die pazifistische Räterepublik der Dichter und Denker.

1968 - Revolution ohne Revolution

Die Revoluzzer von einst sind die Rentner von heute. Aber auch nach 50 Jahren wird über kaum etwas so kontrovers diskutiert wie über den Mythos '68. Ohne Studentenbewegung, sagen die einen, wäre aus dem autoritären, miefig-piefigen Westdeutschland nie das weltoffene und freie Deutschland von heute geworden. Ohne '68 keine Frauenbewegung, keine Gleichstellung von Lesben und Schwulen, keine Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen, keine sexuelle Revolution, keine Reform des Bildungswesens. Das konservative Lager dagegen stört sich am moralisierenden Belehrungston, der bis heute die Debatten beherrscht. Was immer gesellschaftlich schief läuft, Schuld haben natürlich die 68er: Drogenkonsum, Schwangerschaftsabbrüche, Scheidungsraten, Bildungsmisere, Kinderpornografie, überhaupt die allgemeine Verrohung der Sitten. "Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss", so Rudi Dutschke. Kein Zweifel: Dutschkes Traum von der Weltrevolution oder der Abschaffung des Kapitalismus war schnell ausgeträumt. Aber sind die 68er deshalb gescheitert? Oder haben sie das Land womöglich nachhaltiger verändert als jede (echte) Revolution davor?

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück

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