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aspekte am 11. Oktober 2019

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Extinction Rebellion - Wie radikal ist die Klimabewegung?; Edvard Munch in der Kunstsammlung NRW - Starautor Knausgård als Kurator; aspekte- Literaturpreis 2019; Gast: Schauspieler Ulrich Tukur mit seinem ersten Roman "Der Ursprung der Welt"

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.10.2020, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Extinction Rebellion

Wie radikal ist die Klimabewegung?

"Extinction Rebellion" Aktion in Berlin am 8. Oktober 2019
Quelle: dpa

"Extinction Rebellion" hat für Anfang Oktober eine internationale Rebellion ausgerufen. Zwei Wochen lang möchten die Klimaaktivistinnen und -aktivisten friedlich zentrale Orte vieler Städte besetzen und zum Kollabieren bringen, bis die Regierungen angemessen auf den klimatischen und ökologischen Notstand reagieren. Auf der Wiese neben dem Kanzleramt in Berlin wird im 'Klimacamp' genächtigt. Die Aktivisten bezeichnen sich als strikt gewaltfrei, als Kämpfer mit Mitteln des zivilen Ungehorsams. Wie radikal muss die Klimabewegung sein? Oder führt das zum 'Klimabürgerkrieg" und zur 'Ökodiktatur'? aspekte sammelt Stimmen der Bewegung "Extinction Rebellion Deutschland" sowie kritische Positionen gegenüber einer radikalisierten Umweltbewegung.

Edvard Munch in der Kunstsammlung NRW

Starautor Knausgård als Kurator

Parallel zur Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr als Gastland Norwegen präsentiert, zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf eine hochkarätige Ausstellung: Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen vom berühmtesten Künstler des Landes: Edvard Munch. Kuratiert wird die Schau vom bekanntesten und wichtigsten norwegischen Autor der Gegenwart: Karl Ove Knausgård. Der studierte Kunsthistoriker hat sich intensiv mit dem Werk seines Landsmannes beschäftigt. Sein sehr persönlicher Blick eröffnet eine andere, neue Perspektive auf den größten Künstler der skandinavischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Knausgård entdeckt einen bislang "unbekannten" Munch. Und so fehlt in Düsseldorf sein bekannter "Schrei" - zu sehen sind rund 140 seltene oder noch nie in Deutschland gezeigte Werke. Und die sind keineswegs nur einsam, melancholisch, depressiv. "Edvard Munch - gesehen von Karl Ove Knausgård" - vom 12. Oktober 2019 bis 1. März 2020 in der Kunstsammlung Düsseldorf.

Gast und Musik im Studio

Ulrich Tukur
Quelle: dpa /Arne Dedert

Im Gespräch: Ulrich Tukur mit seinem Roman "Der Ursprung der Welt"

Auf der aspekte-Bühne: Hamzaa mit "Sunday Morning"

Ulrich Tukur als Schriftsteller

Auf der Suche nach Identität

Ulrich Tukur: Der Ursprung der Welt. Roman
Quelle: S. Fischer Verlag

2033 – in Deutschland herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Auch um diesem Chaos zu entfliehen reist Paul Goullet, ein junger Mann mit hugenottischen Wurzeln nach Frankreich. In eine scheinbar friedliche Welt. Seit ein paar Jahren steht das Land unter einem nationalistisch-totalitären Regime. Seitdem herrscht Ruhe im Land – eine gespenstische Ruhe. Goullet, der sich der vernetzten Gegenwart weitgehend entzogen hat und in seinen Träumen lebt, stößt in Paris auf ein Photoalbum mit Bildern eines Mannes, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht und der die gleichen Initialen trägt: P.G.. Augenscheinlich hat er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelebt. Wer war dieser Pierre Genoux? Und warum fühlt Goullet eine starke innere Verbindung zu ihm? Die Suche nach seinem ominösen Doppelgänger führt Goullet nach Südfrankreich und auf die Spuren seiner eigenen abgründigen Familiengeschichte. Immer stärken fließen Gegenwart und Vergangenheit ineinander – Goullet gleitet in einen surrealen Zustand, in dem Erlebtes, Geträumtes, Erinnertes verschmelzen. "Der Ursprung der Welt", der erste Roman des Musikers und Schauspielers Ulrich Tukur, ist eine phantastische Erzählung über die Suche nach Identität und die Abgründe, die in jedem Menschen lauern.

Ausstellung "Azteken" in Stuttgart

Das Ende einer Hochkultur

Drei Dinge bestimmen den Fortbestand von Völkern und Kulturen: Blut, Intelligenz und Überlebensfähigkeit. Die Azteken waren in Sachen Überleben leider keine Weltmeister. Das wenige, was man über die sagenumwobene Kultur im alten Mexiko weiß, ist zwar glorreich und blutrünstig. Doch der Auseinandersetzung mit den goldhungrigen Spaniern waren die hochentwickelten Ur-Mexikaner nicht gewachsen. Montezuma, der letzte berühmte Herrscher der Azteken, wurde vom brutalen Spanier Cortés gemetzelt und eine fortgeschrittene Hochkultur mit ihm ausgemerzt. 1520 war damit eine der fatalen Geburtsstunden kolonialistischer Gewalt. Neue archäologische Erkenntnisse zeigen, dass die Azteken selbst einen sehr elaborierten Kult hatten, der auch Menschenopfer einschloss. Schädelstätten gewaltigen Ausmaßes wurden jetzt bei Grabungen im ehemaligen Tenochtitlan entdeckt - Orte der symbolischen Wiedergutmachung an die Götter für die Gnade des aztekischen Daseins. Eine große Ausstellung im Linden-Museum in Stuttgart zeigt vom 12. Oktober 2019 bis zum 3. Mai 2020 prächtige Bauten und Kultgegenstände der Azteken. Ein ehrgeiziges Projekt mit vielen internationalen Leihgaben. Ein Anlass, die blutigen Wurzeln des Kolonialismus zu beleuchten.

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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