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aspekte vom 12. Juni 2020

Moderiert von Jo Schück

Wohin führt Trump die USA? - Von der Demokratie zur Autokratie?; Rassismus in Deutschland - Wie bestimmt er die Gesellschaft?; Dokumentarfilm über Helmut Newton - Zum 100. des umstrittenen Fotografen; Live: Elen

Beitragslänge:
37 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2020

Rassismus in Deutschland

Wie bestimmt er die Gesellschaft?

Der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA hat eine Protestwelle ausgelöst, die auch in Deutschland eine alte Frage aufwirft: Wie rassistisch ist unser Land tatsächlich? Plötzlich wird - auch, aber nicht nur - bei Polizeieinsätzen offenbar, dass 'Racial Profiling' eine konkrete alltägliche Erfahrung von Vielen ist, die nicht wie 'Sven' oder 'Sabrina' aussehen. aspekte spricht mit Burak Yilmaz, der als Dozent an einer Polizeihochschule und Theaterpädogoge für eine Sensibilisierung arbeitet, mit der jungen Autorin Olivia Wenzel, die in ihrem Romandebüt "1000 Serpentinen Angst" die Wut thematisiert, die ihr deutsch-angolanisches Alter Ego nicht loslässt. Wie geht man persönlich mit der Diskriminierung um? Was muss sich ändern in Deutschland - institutionell und individuell -, soll der Protest nicht folgenlos verhallen? Haben wir eine Chance, den tradierten Klischees zu entkommen?

Wohin führt Trump die USA?

Von der Demokratie zur Autokratie?

Wie gefährlich ist Präsident Donald Trump für die amerikanische Demokratie? Kann er die von uns Deutschen so bewunderte Verfassung ins Wanken und das System von Checks and Balances aus dem Gleichgewicht bringen? Seit Beginn seiner Amtszeit hat Trump aus seiner Verachtung für die amerikanische Verfassung keinen Hehl gemacht. Er hat, wie die Washington Post herausfand, in dieser Zeit über 10.000 Mal gelogen beziehungsweise nur die halbe Wahrheit gesagt. Trump hat Ermittlungen gegen sich behindert und in einem Akt politischer Korruption sein Amt missbraucht, als er den ukrainischen Premierminister für seine Wahlkampfzwecke unter Druck setzte. Trump zweifelt schon jetzt das Ergebnis der Wahlen vom kommenden November an und droht ständig mit dem Ausnahmezustand; außerdem lobt er bewaffnete Milizen, die in Landesparlamente eindringen und die Lockerung des Lockdowns fordern. Trumps Unfähigkeit, auf die Pandemie angemessen zu reagieren, hat die USA in eine unnötig tiefe Wirtschaftskrise getrieben. Der Präsident zersetzt die Bindungskräfte der Gesellschaft und spaltet das Land weiter. Angesichts von Trumps Drohung, nach dem Tod von George Floyd das Militär im Inneren einzusetzen und die Unruhen mit Waffengewalt niederzuschlagen, wächst die Sorge, dass Amerika am Scheideweg steht. Die Gefahr, dass der Präsident das Land in eine Autokratie verwandeln könnte, ist real, sagt die Journalistin, Historikerin und Nationalbook Award-Gewinnerin Masha Gessen. Wir sprechen mit Gessen, dem Politologen Daniel Ziblatt, dem Philosophen Cornel West sowie dem Bürgerrechtsaktivisten Ibram X. Kendi über die Frage, ob die US-Demokratie diesen Präsidenten überleben wird.

Gast und Musik im Studio

Im Gespräch: Mo Asumang zum Thema Rassismus in Deutschland

Elen
Elen
Quelle: Universal Music

Live: Elen mit "5 Meter Mauern"

Corona historisch

Wie werden wir uns erinnern?

Noch sind wir mitten in der Pandemie - und dennoch machen sich Historiker schon Gedanken, wie wir diese Zeit wohl erinnern werden. Viele Museen haben bereits dazu aufgerufen, Corona-Artefakte aufzubewahren und einzuschicken, auf der Plattform "Coronarchiv" haben viele Bürger bereits ihre erinnerungswürdigsten Corona-Momente geteilt und wollen sie für die Nachwelt aufbewahrt wissen. Auch im Deutschen Historischen Museum diskutiert man bereits, wie ein Corona-Objekt aussehen kann, das für diese Zeit steht: Ein Mund-Nasenschutz von Frau Merkel? Oder ein Drohbrief an den mittlerweile berühmten Virologen Christian Drosten? Doch ist diese Corona-Zeit tatsächlich etwas, das nachhaltig in Erinnerung bleiben wird? Die meisten Pandemien zuvor sind kaum im kollektiven Gedächtnis verankert, selbst die Spanische Grippe, der mehr Menschen als im Ersten Weltkrieg zum Opfer fielen, war lange vergessen. An Asien- und Hongkong-Grippe starben im 20. Jahrhundert weitere sechs Millionen Menschen, und doch erzählt man darüber selten. Warum ist das so? Und wird die Corona-Zeit als nie dagewesener Gesellschaftsumbruch im Gedächtnis bleiben oder als eine Art kollektive Halluzination bald wieder vergessen sein? aspekte schaut auf die Sammlungen der Museen und spricht darüber unter anderem mit der Bestseller Autorin Laura Spinney ("1918 - Die Welt im Fieber") und dem Politologen Ivan Krastev ("Ist heute schon morgen?").

Dokumentarfilm über Helmut Newton

Zum 100. des umstrittenen Fotografen

Fotografie aus dem Dokumentarfilm "Helmut Newton - The Bad and the Beautiful"
Helmut Newton: Gunilla Bergstrom at the University Poll, Miami, 1978
Quelle: Filmwelt Verleihagentur

Was sehen wir auf den Frauenbildern von Helmut Newton? Schönheit? Perversion? Unterwerfung? Dominanz? Bis heute sind seine Fotos umstritten. Und vielleicht sehen wir auf diesen Bildern immer auch das Frauenbild, das wir selbst haben. Der Dokumentarfilmer Gero von Boehm erzählt nun in "The Bad and the Beautiful“ die Geschichte seines Freundes Helmut Newton. Zu Wort kommen vor allem jene Frauen, die auf seinen Bildern zu sehen sind. Charlotte Rampling, Isabella Rosselini, Nadja Auermann, Grace Jones und viele andere. Ein intimes Porträt über einen Mann, der sich selbst einen "professionellen Voyeur" nannte. Der in seiner Ästhetik geprägt wurde durch den Expressionismus der 20er Jahre - aber auch durch die Ästhetik der Nazis, vor denen er als Jude 1938 nach Australien floh. Helmut Newton wäre in diesem Jahr 100 geworden. Auch ein Anlass zu fragen, welchen Platz er als Künstler noch in einer Welt hat, in der der männliche Blick auf den weiblichen Körper verdächtig geworden ist.

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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