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aspekte vom 13. September 2019

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Mode und Nachhaltigkeit - Wie Kleiderkonsum die Welt zerstört; Dirk Stermanns Roman "Der Hammer" - Die Geschichte eines Orientalisten; Der Wille zur Nacht - Berliner Clubkultur nach der Wende; Live: Foreign Diplomats

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.09.2020

Mode und Nachhaltigkeit

Wie Kleiderkonsum die Welt zerstört

Mode ist ein dreckiges Geschäft. Im wahrsten Sinne des Wortes. In der Textilindustrie entstehen mittlerweile mehr Treibhausgase als im Flugverkehr und der Schifffahrt zusammen. Kein Wunder – allein in Deutschland kauft jeder im Schnitt 60 Kleidungsstücke im Jahr. Und die Hälfte davon wird keine zwölf Monate später wieder aussortiert und weggeworfen. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Wie geht es weiter? Gibt es Alternativen zu diesem 'immer schneller, immer mehr'?

Der Wille zur Nacht

Berliner Clubkultur nach der Wende

Da, wo heute schwarz gekleidete Teenager Schlange stehen und ihr Leben als sinnlos empfinden, nachdem sie von tätowierten Türstehern des Eingangs des Party-Palastes verwiesen worden sind, war 1989 ein Fernheizwerk in Berlin-Friedrichshain. Das Berghain ist mittlerweile der berühmteste Club der Welt und doch am Ende nur ein Trittbrettfahrer der frühen Clubszene, die tatsächlich seit 1989 ihren unaufhörlichen Aufstieg begann - im kleinen Berlin. 13 Jahre vor Eröffnung des Berghain pumpte der Beat schon im ehemaligen Tresorraum des Kaufhauses "Wertheim" jungen Menschen das Gefühl in die Adern, an etwas Ungeheuerlichem teilzuhaben. Technoide Sounds in Kombination mit Drogenzufuhr und Sex verleiteten damals Menschen zum Durchtanzen ganzer Wochenenden. Was heute von Billigtouristen zum abgeschmackten Dröhn-Erlebnis verkommt, war einstmals eine Avantgarde-Szene, die bei jeder durchfeierten Nacht nicht wissen konnte, ob es einen Morgen danach geben würde. Die Faszination dieser im Dunkel der Nacht pumpenden Gegenwelt zeigt jetzt eine Ausstellung bei C/O Berlin. "No Photos on the Dance Floor" beleuchtet die Zeit nach dem Mauerfall und den Aufstieg von Hinterhof-Clubs zu bunkerartigen Kommerzmaschinen des Exzesses. aspekte hört in die Bilder rein.

Gast und Musik im Studio

Im Gespräch: Österreichs bekanntester Deutscher Dirk Stermann mit seinem historischen Roman "Der Hammer"

Foreign Diplomats
Quelle: Jerry Pigeon

Auf der aspekte-Bühne: Foreign Diplomats mit "Charger"

Dirk Stermanns Roman "Der Hammer"

Die Geschichte eines Orientalisten

"Nachdem ich also gerade versucht hatte, Deutschland hinter mir zu lassen, wurde ich in Wien zum täglichen Deutschsein verurteilt", das schreibt der 1965 in Duisburg geborene, aber seit 32 Jahren in Wien ausharrende Kabarettist, Moderator und Schriftsteller Dirk Stermann in seinem Buch "Sechs Österreicher unter den ersten Fünf". Tagtäglich sei er mehrmals dazu gezwungen worden, das Wort "Oachkatzlschwoaf" zu sagen, ein für den gemeinen Deutschen schlicht unaussprechliches Wort. Ständig habe man ihn mit seinem Deutschsein konfrontiert.

Cover des Buches "Der Hammer" von Dirk Stermann
Quelle: Rowohlt

Gemessen an diesen schmerzlichen Erfahrungen hat sich, wie man feststellen muss, Stermann offenbar inzwischen doch einigermaßen integriert. Seit Jahren moderiert er im österreichischen Fernsehen mit seinem Kollegen Christoph Grissemann das erfolgreiche kabarettistische Late-Night-Format "Willkommen Österreich". Stermann hat in dieser Zeit aber immer auch geschrieben - mehr als zehn Bücher sind es inzwischen, darunter Kolumnen-Sammlungen und Autobiographisches. Jetzt hat er sich an einen historischen Stoff gewagt. In "Der Hammer" erzählt er auf 450 Seiten die Lebensgeschichte des Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856), eines polyglotten Orientalisten, weitgereisten Diplomaten und Übersetzers, der in hohem Alter sogar Präsident der "Österreichischen Akademie der Wissenschaften" wurde, sich aber zeitlebens als verkanntes Genie fühlte.

Hector Berlioz zum 150. Todestag

Verkanntes Genie und Visionär

Francois Xavier Roth, gerne einfach nur FXR genannt, gehört zu den wichtigsten Dirigenten unserer Tage. Er dirigiert aber nicht nur, er hat vor mehr als 15 Jahren auch sein eigenes Orchester gegründet "Les Siècles". Mit ihm ist er auf der ständigen Suche nach dem authentischen Klang. Die Musiker spielen auf Instrumenten, die aus derselben Zeit stammen wie die jeweiligen Werke. Im Jubiläumsjahr beschäftigt sich FXR vor allem mit Hector Berlioz. Der starb vor genau 150 Jahren. Aus diesem Anlass widmet ihm das Musikfest Berlin einen Schwerpunkt - FXR wird mit seinem Orchester dort spielen. In Berlioz' Geburtsort La Côte Saint-Andre - einem kleinen Nest zwischen Lyon und Grenoble - hat aspekte FXR und Bruno Messina, Leiter des dortigen Berlioz-Museums und -Festivals, getroffen und spricht mit ihnen über Berlioz und sein wohl bekanntestes Werk, die Symphonie Fantastique - die bis heute viele Musiker inspiriert.

Die Graphic Novel "Sabrina"

Nominiert für den Booker Preis

Nick Drnaso: Sabrina. Übersetzer/in Daniel Beskos, Karen Köhler. Blumenbar
Quelle: Aufbau Verlag

Sabrina verlässt auf Seite sieben das Haus. Davor hat sie die Katze gefüttert und im Rausgehen noch schnell eine Notiz hinterlassen. Aber dann taucht Sabrina nicht wieder auf. Nicht auf Seite zwölf und auch nicht auf Seite 203. Für eine Titelfigur ist das ziemlich ungewöhnlich. Nick Dranaso, Comic-Künstler aus Chicago, ist mit "Sabrina" ein außergewöhnlich ungewöhnliches Buch geglückt. Im vergangenen Jahr war es für den Man Booker-Preis nominiert – als erster Comic überhaupt. Es erzählt in kargen Bildern von einer öden (US-amerikanischen) Gegenwart, von der Vereinzelung im digitalen Zeitalter und den Folgen der täglichen Dosis Fake News, vom Wuchern der Angst und vom Ansteckungsrisiko der Paranoia. Sabrina ist übrigens tot. Sie wurde bestialisch ermordet. Was macht das mit ihrem Freunden und ihrer Familie? Was macht das mit den Lesern des Buches, die sich bald selbst angesteckt fühlen von der allgegenwärtigen Unsicherheit. Wem kann man noch trauen? Und wie paranoid ist es eigentlich, wenn man sich dabei ertappt, zurückzublättern, weil man einer gezeichneten Comic-Figur plötzlich nicht mehr traut?

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück

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