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aspekte vom 14. September 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 14. September 2018

Organspende - ja oder nein? Eine Debatte, die an die Nieren geht; Krimiautor Wolf Haas privat - die Geschichte seiner Pubertät; Bully Herbig macht Ernst - sein Film "Ballon" über eine DDR-Flucht; Hommage an Stockhausen - revolutionär beim Musikfest …

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.09.2019, 23:00

Organspende - ja oder nein?

Eine Debatte, die an die Nieren geht

Mit dem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, eine Widerspruchslösung in der Organtransplantation einzuführen, ist die Diskussion über Organspenden neu entbrannt. Immer wieder ringt der Gesetzgeber um Regelungen, um den 10.000 Menschen, die in Deutschland auf den Wartelisten stehen, mehr Transplantationsorgane zu verschaffen. Doch all diese Regelungen besitzen eine existenzielle menschliche Dimension und berühren Fragen von moralischer Verpflichtung, Tod und Selbstbestimmung. Die Medizinsoziologin Alexandra Manzei fordert, dass der Gesetzgeber die Bürger ehrlich darüber aufklären sollte, dass Hirntote noch keine Leichen sind. Die Informationskampagnen sollten Bürger an das Thema heranführen - statt moralischen Druck aufzubauen. Der Schriftsteller David Wagner freut sich über die neue Diskussion. Er ist selbst Empfänger einer transplantierten Leber und verdankt dieser Spende die vergangenen zwölf Jahre seines Lebens. Mit beiden spricht aspekte über die Rolle staatlicher Aufklärung und darüber, wie sich gesetzliche Regelungen zur Organtransplantation auf unser Menschenbild auswirken.

Bully Herbig macht Ernst

Sein Film "Ballon" über eine DDR-Flucht

Eine Flucht unter Einsatz des eigenen Lebens: Die Familien Wetzel und Strelzyk überwanden 1979 die deutsch-deutsche Grenze von Ost nach West - in einem selbstgenähten Heißluft-Ballon. "Ballon", der neue Film von Michael Bully Herbig, erzählt diese Geschichte in Form eines Thrillers fürs Kino. Mit dabei: Hollywood-Schauspieler Thomas Kretschmann; im Film ist er Stasi-Offizier, im echten Leben selbst 1983 aus der DDR geflohen. Für aspekte trifft Michael Bully Herbig in Berlin auf seinen Hauptdarsteller, um über den Film zu sprechen und Analogien zu Kretschmanns eigener Flucht zu suchen. Dazu hat Kretschmann eine Kiste mit Unterlagen geöffnet, die ihm seine Mutter hinterlassen hat. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend im Sozialismus und ein Gespräch über Beweggründe, Ablauf und die Folgen seiner eigenen Flucht.

Gast und Musik im Studio:

Wolf Haas
Wolf Haas Quelle: HoCa/Josef Perndl

Schriftsteller Wolf Haas mit seinem neuen Roman "Junger Mann"

Seinabo Sey auf der aspekte-Bühne mit ihrem Song "Breathe"

Kultur | aspekte - Seinabo Sey

Kraftvoller, feministischer Soul

Videolänge:
1 min
Datum:

"Sarjadje". Moskaus neuer Konzertsaal

Russischer Größenwahn mit Musik-Stars

Es ist das gegenwärtig wohl ambitionierteste Städtebauprojekt der russischen Hauptstadt: Letztes Jahr eröffnete der futuristisch anmutende Park "Sarjadje" mitten im Zentrum Moskaus. Mit seinen imposanten Bauten und vier Klimazonen samt Gletschergrotte gilt er als nationales Vorzeigeprojekt – und zeugt von russischem Größenwahn. 2014, noch vor Beginn der Bauarbeiten, wurden 13 Milliarden Rubel (umgerechnet knapp 200 Millionen Euro) für das Park-Projekt veranschlagt. Offiziell. Inoffiziell soll das ganze etwa das Doppelte gekostet haben. Neben einer schwebenden Brücke wird die Philharmonie eines der mächtigsten Bauten des Parks werden – in die Erde hinein: Am Wochenende wurde das unterirdische Konzerthaus eröffnet - mit Anna Netrebko, Albina Schagimuratova und Dirigent Valery Gergiev. Die Musik spielt buchstäblich im Untergrund.

Hommage an Stockhausen

Revolutionär beim Musikfest Berlin

Seine Stücke nannte er "Engel-Prozessionen", "Mantra", oder "Inori", was so viel heißt wie Gebet: Der aus dem katholischen Köln stammende Komponist Karlheinz Stockhausen hat nicht nur die Grenzen des Klangs, sondern auch des Glaubens erweitert. In seinen Kompositionen hat der religiöse Revolutionär stets die Harmonie der Welt und der Religionen beschworen, die Vielfalt in der Einheit. Dafür wurde er oft belächelt und ausgepfiffen. Doch wie sieht es mit diesen Werken heute aus, zwölf Jahre nach seinem Tod? In einer Zeit, die Politologen als das 'Jahrhundert der Religion' bezeichnen, wo wir über Kruzifix oder Kopftuch im Klassenzimmer debattieren und religiöser Fanatismus Raum greift. Was hätte Stockhausen zu all dem gesagt? Sein spirituelles Stück "Mantra" für zwei Klaviere ist heute eines der populärsten Werke zeitgenössischer Musik und wird neben "Inori" beim Musikfest Berlin wieder aufgeführt. Wir waren bereits bei den Proben in Luzern mit dem Lucerne Festival Orchestra dabei.

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