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aspekte am 15. Februar 2019

Katty Salié und Jo Schück unterwegs auf der Berlinale

Unsere Frau in Hollywood - Diane Kruger als Geheimagentin; Lehrstücke aus Amerika - "Vice" und "Watergate"; Das Private ist politisch - Liebesgeschichten auf der Berlinale; Ehrenbärin – Charlotte Rampling im Porträt

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.02.2020, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Lehrstücke aus Amerika

"Vice" und "Watergate"

Donald Trump ist dabei, das Image eines US-Präsidenten derart zu prägen, dass Männer wie Richard Nixon oder Dick Cheney ein wenig verblassen. Doch zu Unrecht, wie man in zwei Filmen der Berlinale erleben kann, die das Weiße Haus der Pre-Trump-Ära in den Fokus nehmen. Richard Nixon, der Beender des desaströsen Vietnamkriegs, der Entspannungs-Anbahner mit Russland und China, etablierte als 37. US-Präsident ein derart kriminelles Regime der Überwachung und Unterminierung seiner politischen Gegner, dass selbst der Einbruch ins Hauptquartier der Demokraten mitten im Wahlkampf seine Wiederwahl nicht gefährden konnte und er noch zwei Jahre weiter „regieren“ konnte, ehe Watergate ihn zum Rücktritt zwang. Ein Puzzle, das Charles Ferguson jetzt anhand von originalen Tonbandmitschnitten aus dem Oval Office dokumentarisch aufbereitet. Damit man lernen kann, wie man einen außer Kontrolle geratenen Präsidenten stoppen kann, wie er meint. Dass es dann immer noch Vizepräsidenten gibt, die selbst den Amtsträger in den Schatten stellen, zeigt Adam MacKay in seiner „biografischen Komödie“ „Vice“. Dick Cheney heißt sein Protagonist, genialisch verkörpert von Christian Bale. Die US-Invasion im Irak, die Mutter aller Flüchtlingskrisen, verdankt die Welt demzufolge Cheneys Einsicht, dass das Weiße Haus im Krieg weit skrupelloser agieren kann, als in Friedenszeiten. Nach und nach stellt sich die Frage, ob es wirklich (nur) die Politiker sind, die außer Kontrolle geraten oder ein ganzes System?

Unsere Frau in Hollywood

Diane Kruger als Geheimagentin

Kultur | aspekte - Jo Schück trifft Diane Kruger

Ein Gespräch über ihre Rolle als Spionin in "Die Agentin"

Videolänge:
5 min

Nach ihrem großen Erfolg in Fatih Akins Terrordrama "Aus dem Nichts" wechselt Diane Kruger in ihrem neuen Film jetzt auf die Täterseite. In "Die Agentin" spielt sie eine israelische Spionin im Iran. Jo Schück trifft Deutschlands Schauspiel-Exportstar zum Gespräch über ihre neue Rolle, über Heimat in Hollywood und Filmemachen in aller Welt.

"Skin" mit "Billy Elliot"-Star Jamie Bell

Die wahre Geschichte eines Neonazi-Aussteigers

Liebe ist stärker als Hass, eine mögliche Botschaft von "Skin". Der Film von Regisseur Guy Nattiv ist brutal und wichtig. Er erzählt, brilliant besetzt mit Jamie Bell ("Billy Elliott") in der Hauptrolle, vom Leben und Lebenswandel eines Monsters: Bryon Widner war jahrelang Mitglied verschiedender Neonazi-Vereinigungen in den ländlichen USA. Ohne funktionierendes Elternhaus landete er bei einer "Ersatzfamilie", die ihm sowohl Liebe als auch Hass schenkte. Sektenartig wurden Schwarze brutal zugerichtet, "Hadschis" verbrannt. Dann traf Bryon, zu dem Zeitpunkt längst über und über mit Hass-Tattoos übersäht, zufällig auf eine Frau, verliebte sich. Was klingt wie ein Märchen, wurde zu einem kathartischen Horrortrip: Mit Hilfe einer Anti-Hass-Organisation konnte Widner in einem kaum vorstellbar schmerzvollen Prozess eine Laserbehandlung finanzieren, mit der er über einen Zeitraum von zwei Jahren seine Tattoos weg operieren ließ. Die Kamera war dabei - die Therapie wurde von einem Dokumentarfilmer begelitet. Doch der Schmerz dieser OPs war nicht der alleinige Preis. Widner musste sich lossagen, indem er den Behörden berichtete. Fortan waren er und seine neue Familie bedroht. "Skin" geht unter die Haut, ist schwer zu ertragen, aber ohne diese Darstellung von Gewalt "ist es nicht möglich, das Leben eines Menschen zu begreifen, dessen alleinige Sprache jahrelang ausschließlich Gewalt war", so Regisseur Guy Nattiv. Die Financiers für seinen Film fand er erst, nachdem Präsident Trump gewählt und die skandlösen Vorgänge rund um rechtsextreme Demonstrationen in Charlotttsville vom Sommer 2017 publik geworden waren.

Das Private ist politisch

Liebesgeschichten auf der Berlinale

Manchmal spiegelt sich schon im Kleinen, was im Großen schief geht. Angesichts einer wahren Flut von Liebes- und Beziehungsfilmen auf der Berlinale lag das diesjährige Motto der Filmfestspiele praktisch auf der Hand: Das Private ist politisch. Und bekanntermaßen ist Politik ja selten ein erfreuliches Geschäft. Darum zeigt die Berlinale auch wenig Interesse, das Lebenswerk von Rosamunde Pilcher fortzuschreiben. Wer mit großen Emotionen, schmachtenden Blicken und Schwärmen von Schmetterlingen rechnet, dürfte schwer enttäuscht werden. Die Handlung dieser Filme ("All my loving"; "Off Season"; "Dreißig"; "Die Einzelteile der Liebe") setzt erst da ein, wo in jeder ordentlichen Schmonzette bereits der Abspann läuft. Nämlich dann, wenn die Probleme erst richtig beginnen. Das kann zwar durchaus lehrreich sein, gibt aber wenig Anlass zu rosaroten Zukunftsvisionen.

Ehrenbärin

Charlotte Rampling im Porträt

Die Schauspielerin Charlotte Rampling. Archivbild
Charlotte Rampling
Quelle: Tim Brakemeier/dpa

Kühl, distanziert, reserviert – Charlotte Ramplings Blick fasziniert Kinogänger seit über 50 Jahren. Mit Werbefotos fing ihre Karriere an, durch "Der Nachtportier" wurde sie weltweit berühmt. Durch komplizierte, seelisch verletzte Frauenrollen schuf Rampling sich ihre eigene Sparte im europäischen Kino. Ihre Kollaboration mit François Ozon machte sie einem neuen Publikum bekannt, war der Neustart einer Karriere jenseits ihrer 50er. Sie arbeitet unermüdlich weiter – und das in einem Alter, in dem Frauen meist keine Rollen mehr finden. Was macht Rampling so anders? Was ist das Geheimnis ihrer Ausstrahlung, ihres Spiels? Auf der diesjährigen Berlinale erhält Rampling einen Ehrenbären. aspekte hat die Schauspielikone in Paris getroffen – und erfahren, warum für die 73-Jährige kein Ende in Sicht ist.

Revolution am Herd

Der Dokfilm "The Heat" über Frauen in der Spitzenküche

Küchen in Restaurants funktionieren nach ihren eigenen Gesetzen – mit brutalen Arbeitszeiten, extremer Belastung und Schlafmangel. Sich aufzuspielen gehört zum guten Ton, und wer in der Hierarchie weiter unten steht, muss viel einstecken können. Doch das altbekannte Machogehabe von Starköchen hat zunehmend ausgedient, denn immer mehr Restaurants werden von Frauen geleitet, und so werden die Regeln der "Küchenkultur" neu geschrieben. "The Heat: A Kitchen (R)evolution" wirft einen Blick hinter die Kulissen und stellt sieben Küchenchefinnen vor, die die unsichtbare Barriere durchbrochen haben, darunter Anne-Sophie Pic, die "Königin der französischen Küche" vom Maison Pic in Valence; die beliebte britische Starköchin Angela Hartnett - Gordon Ramseys ehemaliger Schützling - vom Murano in London oder die preisgekrönte New-Yorker-Köchin Anita Lo, die nach 17 Jahren ihr berühmtes Restaurant Anissa schließt. Von der bodenständigen bis zur gehobenen Küche ist "The Heat: A Kitchen (R)evolution" eine Abenteuerreise in eine neue kulinarische Welt.

Exzessbegleiter

Ein Dokumentarfilm über Berliner Türsteher

Frank Künster, Türsteher und Inhaber der King Size Bar in der Friedrichstraße
Frank Künster, Türsteher und Inhaber der King Size Bar in der Friedrichstraße
Quelle: Flare Film GmbH

Die legendäre King Size Bar in Berlin-Mitte. An der Tür jeden Abend aufs Neue der Inhaber und Türsteher Frank Künster: "Ich bin Exzessbetreuer. Tatsächlich glaube ich, dass die wichtigste Aufgabe ist, die Menschen im Rausch zu begleiten." Über ihn und zwei weitere 'Exzessbetreuer', die maßgeblich das Berliner Nachtleben seit der Wende geprägt haben, hat David Dietl den Dokumentarfilm "Berlin Bouncer"gedreht. Er hat Smiley Baldwin, Frank Künster und Sven Marquardt über mehrere Jahre begleitet. Smiley Baldwin kam Ende der 80er Jahre als Militärpolizist nach Berlin und tauchte dann ins Nachtleben ein. Zusammen mit Frank Künster verwaltete er einige Jahre die Tür vom Cookies. Die Ost-Berliner Partyszene der 90er Jahre. Das sind ihre Wurzel, das ist die Heimat von Frank Künster und Sven Marquardt. Weltweit bekannt wurde Sven Marquardt dann durch seinen Job vor dem besten Technoclub ever: Dem Berghain. "Berlin Bouncer" ist eine Hommage an die Berliner Clubkultur und an das Leben dreier Türsteher, die das Nachtleben bis heute maßgeblich prägen. aspekte hat Smiley Baldwin getroffen.

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