aspekte vom 15. September 2017

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 15. September 2017

Themen u.a.: Renaissance der Bombe - Faszination und Schrecken Atombombe; Klassik im Wilden Westen - Das Tippet Rise Art Center; Istanbul Kunst Biennale - Wie frei sind Künstler unter Erdogan? Gast: Sven Regener mit seinem Buch "Wiener Straße"; Musik: …

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.09.2018, 23:59

Klassik im Wilden Westen

Das Tippet Rise Art Center

Ein ZDF-Team dreht mit dem Cellisten Matt Haimovitz beim Tippet Rise Arts Festival
Dreh mit dem Cellisten Matt Haimovitz beim Tippet Rise Arts Festival Quelle: ZDF

Es ist eine beeindruckende Natur: Die grünen Hügel und schneebedeckten Bergspitzen der Beartooth Mountains, der Yellowstone River. Ein archaischer, fast vergessener Ort, mitten in Montana. Lange war diese Gegend ein Anziehungspunkt für Jäger und Angler. Künstler und Musiker hat es dort bisher kaum hin verschlagen. Bis Cathy und Peter Halstead vor einem Jahr das "Tippet Rise Art Festival" gründeten. Auf einer Fläche von mehr als 10 Hektar verschmelzen Kunst, Musik und Natur. Und es ist alles da, was Musiker brauchen: Ein perfekter Flügel, eine weltklasse - wenn auch kleine - Konzerthalle und eine fantastische Umgebung. Cathy and Peter Halstead wollten einen Ort kreieren, wo Menschen jenseits großer Konzertsäle und Museen ein intimes und sehr privates Erlebnis mit Kunst und Musik haben könnten. Die Tickets kosten lediglich zehn Dollar, sind aber begrenzt, denn es soll keine Massenveranstaltung werden. Bei gutem Wetter finden die klassischen Konzerte im Freien statt, zwischen imposanten Steinskulpturen. In diesem Jahr wird Matt Haimovitz beim "Tippet Rise" zu Gast sein. Er war der Urtyp eines Wunderkindes, debütierte früh in der ganzen Welt. Im Alter von dreizehn Jahren sprang er für seinen Mentor Leonard Rose in der Carnegie Hall ein und spielte das zweite Cello zwischen Isaac Stern, Shlomo Mintz, Pinchas Zuckerman und Mstislaw Rostropowitsch im Streichquintett von Franz Schubert. Mit 26 hatte er genug vom Starzirkus, beendete den Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon, studierte in Harvard und gründete sein eigenes Label. Anschließend tingelte Haimovitz mit seinem Cello durch die Bar- und Clubszene der Vereinigten Staaten. In Konzerthäusern fühlt er sich unwohl, Einkaufszentren und Hinterhöfe sind seine Bühne. Er mag ungewöhnliche Orte, kein Wunder, dass er sich in den Bergen von Montana wohlfühlt, fernab von Trumps Amerika.

Wiener Straße

Sven Regeners neuer Berlin Roman

"Wiener Straße" heißt Sven Regeners neues Buch, und es spielt auch dort: in der Wiener Straße, Berlin-Kreuzberg. Im siebten Roman des "Element-of-Crime"-Sängers tauchen viele alte Freunde von Herrn Lehmann, Regeners erstem Bestseller, wieder auf. Noch einmal ist Kreuzberg die Kulisse für Tagträumer, die im Nebenberuf als Kellner, Künstler oder Putze arbeiten. Doch diesmal dreht sich nicht alles um ihre Kneipe, sondern um Leerstand, Hausbesetzer und den Kampf ums Eigentum. Vor allem aber sind seine Hausbesetzer Künstler. Männer, die in der Wiener Straße die Arsch-Art-Galerie betreiben und P. Immel heißen oder Konzeptkünstler wie H.R. Ledigt, der vor allem seine neue Kettensäge ausprobieren möchte. Das Buch spielt im Westberlin der 80er – doch zugleich im Heute: Wohnungsprobleme, Gentrifizierung, die ewige Warteposition, aus der man nicht herauskommt. Und Kunst, die auf der 'documenta 14' stehen könnte.

Gast und Musik im Studio

Musiker und Schriftsteller Sven Regener mit seinem Buch "Wiener Straße"

Beatsteaks

Auf der aspekte-Bühne: Beatsteaks mit "Break Down". Exklusiv für aspekte-online: "You In Your Memories" feat. Chad Price.

Renaissance der Bombe

Faszination und Schrecken Atombombe

Atomare Abrüstung erhofften sich viele nach dem Ende des Kalten Krieges, doch die Angst vor den Horrorszenarien eines Atomwaffen-Einsatzes wächst. Nordkoreas gefährliches Testspiel mit der Bombe und Trumps heftige Drohszenarien lassen die Diskussion um die atomare Bedrohung wieder aufleben. Nach dem Ende des Kalten Krieges war die Hoffnung auf eine atomwaffenfreie Welt groß, doch der Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts sieht den Abschied von Atomwaffen in weiter Ferne, die Großmächte USA und Russland rüsten nur wenig ab und modernisieren eifrig das vorhandene Arsenal. Ein Atomwaffenverbotsvertrag liegt unterschriftsbereit in der UN. Aber welches Land wird ihn unterzeichnen?

Eine Frau boxt sich durch

Die Geschichte von Aya Cissoko

"Ma" ist die Geschichte zweier starker Frauen von heute, die kämpfen müssen, um sich gegen mächtige gesellschaftlichen Hindernisse und düstere Sozial-Prognosen durchzusetzen: Aya Cissoko und ihre Mutter aus den Pariser Banlieus. Nach einem Brandanschlag auf den Wohnblock der Familie verliert Massiré aus Mali ihren Mann und muss sich allein mit ihren Kindern durchschlagen. Die von uralten Stammes-Traditionen und Rollenbildern beherrschte Malische Gemeinde in Frankreich fordert ihre Wiederheirat. Sie weigert sich und hält eisern dem Erwartungsdruck stand. Ihre Tochter Aya muss ebenfalls kämpfen, denn sie gilt in den Vorstädten von Paris nichts als Mädchen ohne Vater. Erst als sie Boxerin und zweifache Amateur-Weltmeisterin wird, erfährt sie Respekt. Dann aber, bei einem Grand-Slam-Kampf, wird ihr Nackenwirbel gebrochen, sie halbseitig gelähmt. Jetzt beginnt der Kampf von neuem, nur die Waffen haben sich geändert. Statt Fäusten: ihre unbedingte Willenskraft. Aya Cissoko, 38, hat einen autobiografischen Roman geschrieben, der unerhört nah an der Alltagswirklichkeit von Migranten im heutigen Frankreich spielt. Eine Welt aus Vorurteilen, täglichem Rassismus und scheinbarer Chancenlosigkeit.

Lesungen mit Aya Cissoko
4. Oktober 2017 Interkulturelles Zentrum Heidelberg
23. November 2017 Literaturfestival München

Istanbul Kunst Biennale

Wie frei sind Künstler unter Erdogan

Ein Jahr nach dem gescheiterten Putschversuch und dem anhaltenden Ausnahmezustand leitet das Kuratoren-Paar Elmgreen und Dragset die '15. Istanbul Biennale'. Was bedeutet es angesichts der politischen Situation in der Türkei, in Istanbul, eine Biennale zu präsentieren? Für die beiden Kuratoren ist die internationale Ausstellung mit dem Titel "„Der gute Nachbar" die einzige Chance, den notwendigen internationalen Austausch herzustellen.

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