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aspekte vom 16. Februar 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 16. Februar 2018

Schwarzer Teppich für die Berlinale? Aufstand der Frauen für die Quote; im aspekte-Studio: Rupert Everett - Der Hollywood-Star als Regie-Debütant; Schluss mit dem Abi in Stalinstadt: packende Zeitgeschichte im Spielfilm; Anna Seghers hochaktuell: …

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.02.2019, 23:59

Oscar Wilde Superstar

Schwuler Aufbruch eines Katholiken

Vom Sexsymbol über schwulen besten Freund bis hin zu Charakterrollen – auf der Berlinale ist er zugleich Drehbuchautor, Star und Regisseur: Rupert Everett. In zwei Oscar Wilde-Filmadaptionen konnte man Rupert Everett samt Wildes ironischem Sprachwitz bereits genießen. In seinem Regiedebüt "The Happy Prince" zeigt Everett, der selbstredend auch die Hauptrolle übernommen hat, den im Exil lebenden Oscar Wilde am Ende seines Lebens: mittellos, gesellschaftlich wie auch künstlerisch erledigt. Dennoch - ein Wilde, der seinen Scharfsinn und Witz nie verlor. 'Wilde für Wilde' – Everett ist schon lange vom Pionier der Schwulenbewegung fasziniert, sieht ihn wie "eine Jesus-Figur der Schwulen". Für sein Erstlingswerk erhielt der Brite bereits einen Bayerischen Filmpreis - auf den Berliner Filmfestspielen ist es in der Sektion "Berlinale Special Gala" zu sehen. Und ab 24. Mai heißt es "Vorhang auf für 'The Happy Prince'" in den deutschen Kinos.

Gast und Musik im Studio:

Rupert Everett - Der Hollywood-Star als Regie-Debütant

Live: Sam Vance Law mit "Gayby" - Kanada-Pop mit Humor

Schluss mit dem Abi in Stalinstadt

Packende Zeitgeschichte im Spielfilm

Im November 1956 wird die Schweigeminute einer Abiturklasse in der DDR anlässlich der Niederschlagung des Aufstandes in Ungarn zum Politikum. Die Stasi will die 'Rädelsführer' ausfindig machen, doch trotz Drohung und Erpressung schweigen Schüler wie Eltern und halten zusammen. Die Gymnasiasten fliehen alsbald in den Westen, und verbringen ihr weiteres Leben dort. Die realen Ereignisse des 'schweigenden Klassenzimmers' werden in Lars Kraumes gleichnamigen Spielfilm im Rahmen der "Berlinale Special Gala" erzählt. Am 1. März startet "Das schweigende Klassenzimmer" in den deutschen Kinos.

Anna Seghers hochaktuell

Christian Petzolds "Transit"-Verfilmung

Auch auf der diesjährigen Berlinale erzählen wieder etliche Filme von Flüchtlingen und notgedrungenen Wanderbewegungen. Im Wettbewerb präsentiert Christian Petzold, einer der bedeutendsten deutschen Regisseure, seinen neuen Spielfilm "Transit". Er verlagert Anna Seghers' gleichnamigen Roman ins Heute. In Marseille sitzen Georg (gespielt von Berlinale-Shooting Star Franz Rogowski) und Marie fest. Geflohen vor einem faschistischen Regime werden sie auch dort von der Polizei gejagt, denn ihnen fehlen die nötigen Papiere, um ein Schiff in die Freiheit besteigen zu können. Das Tor zur Welt ist für sie ein Gefängnis - niemand hilft ihnen. Petzold zeigt deutliche Parallelen zum Jetzt, nur dass die Flüchtlingsströme ihr Ziel geändert haben. Im Panorama-Film "Styx" von Wolfgang Fischer spielt Susanne Wolff eine im Urlaub alleinsegelnde Ärztin, die auf hoher See auf ein havariertes Flüchtlingsschiff trifft. Ihr Berufsethos gebietet ihr eigentlich, zu Hilfe zu eilen - doch ihr Boot ist zu klein. "Styx" - in der griechischen Mythologie ist der Fluss Styx die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich. Rike, die Ärztin, gerät in ein inneres Dilemma und trifft eine folgenschwere Entscheidung. "Transit" und "Styx" - zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel auf Geflüchtete und den Umgang mit ihnen.

Schwarzer Teppich für die Berlinale?

Aufstand der Frauen für die Quote

Da laufen sie wieder: die Rote-Teppich-Saison hat begonnen. Es glitzert und schillert allabendlich vor dem Berlinale Palast am Potsdamer Platz. Frauen in High Heels und Prinzessinnenkleidern drehen ihr Dekolleté gelenkt vom Fotografengeschrei in alle Richtungen. Alle Frauen? Schluss mit dieser unausgesprochenen Kleiderordnung! Das fordert die Schauspielerin Anna Brüggemann und hat mit ihrem Aufruf und Hashtag "Nobody’s doll" - "Niemandes Püppchen" - schon einige Filmschaffende hinter sich versammelt. Selbstbestimmt über den Teppich laufen – es könnte ein Symbolbild sein für den Aufbruch der Frauen. Pünktlich zur Berlinale hat die Initiative Pro Quote Film verkündet, nun neun Gewerke aus dem Filmschaffen hinter sich zu versammeln. Die Frauen fordern nichts Geringeres als die Hälfte der Jobs im Film- und Fernsehgeschäft, das zu 95 Prozent mit öffentlichen Geldern gefördert wird. Nur die Hälfte aller Frauen, die an Filmhochschulen ausgebildet wird, arbeitet tatsächlich in ihrem Beruf. Das weibliche Personal werde nach wie vor ignoriert, kritisiert die Initiative und verweist auf aktuelle Studien, die die strukturelle Benachteiligung in erschreckenden Zahlen deutlich machen. Pro Quote Film sieht sich als Antwort auf die Probleme, die im Rahmen der #Metoo-Debatte ans Licht kamen: denn wenn sich Strukturen in Richtung Gleichberechtigung änderten, könne auch Machtmissbrauch effektiver verhindert werden. aspekte spricht mit Schauspielerinnen, Produzentinnen und Politikern über die überfällige Gleichberechtigung in Film und Fernsehen.

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