aspekte vom 17. Februar 2017

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 17. Februar 2017

aspekte auf der Berlinale - Die Filme, die Favoriten, die Stars; Schlöndorffs verlorene Liebe - Sein neuer Film "Montauk"; "Beuys" is back - Veiels fulminanter Dokumentarfilm; Live: Philipp Poisel

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.03.2017, 23:05
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

aspekte auf der Berlinale

Die Filme, die Favoriten, die Stars

Rund um die Berlinale tobt die Welt. Und das Festival setzt dem Toben die Filmkunst entgegen. Wie wollen wir leben? Die alte Frage der Utopie. Oder wie die berühmte polnische Regisseurin Agnieskza Holland sagt: "Es geht darum, Hoffnung zu haben und darüber nachzudenken, wie die Welt anders sein könnte". Ihr Ökomärchenthriller "Pokot" ist ein großartiger Film über die Rache einer älteren exzentrischen Einsiedlerin an der Welt der Jäger und Priester. Genauso wie Kaurismäkis Film "Die andere Seite der Hoffnung" - ein Film voller Sympathie für die, die aus der Zeit oder dem Leben gefallen sind. Wie spiegelt sich das Politische im Privaten? Auch das fragen die Filme - die meisten übrigens auf tragisch-komische Weise. Allen voran Sally Potters "The Party", wo die Welt in eine Privatparty hereinbricht. Und wie begegnen wir der Welt? Mit Altruismus oder Hedonismus? Darum geht es im französischen Wettbewerbsbeitag "Sage femme" mit Catherine Deneuve. Eine Berlinale also, deren Filme sich ganz grundlegenden Fragen zuwenden: der Brüchigkeit von Glück und Beziehungen, der Notwendigkeit des Humanismus, den Alternativen zum Status Quo.

"Beuys" is back

Veiels fulminanter Dokumentarfilm

Die Fleißarbeit hat sich gelohnt: 400 Stunden Film-, 300 Stunden Tondokumente und zehntausende Fotos waren die Grundlage für den ersten Kinofilm über den Kunst-Schamanen Josef Beuys. Regisseur Andres Veiel ("Black Box BRD", "Die Spielwütigen") vertraut in seinem Wettbewerbsbeitrag fast ausschließlich auf Archivfunde und setzt ganz auf die Magie seines Protagonisten. Kein Kommentar, kaum Zeitzeugeninterviews - einfach nur Beuys. Und siehe da: Es ist der richtige Film zur richtigen Zeit. Jenseits von Filz und Fett darf der Zuschauer eine künstlerische Kraftquelle wiederentdecken, die in ihrer Radikalität, ihrem Humor und ihrem Optimismus heute nötiger wäre denn je. Andres Veiel ist zu Gast im aspekte-Studio.

Hugh Jackman über die Unsterblichkeit

Beerdigt er die Rolle seines Lebens?

Er ist einer der größten Star, mit dem die Berlinale dieses Jahr aufwartet: Hugh Jackman stellt seinen Superheldenfilm "Logan" vor, der im Rahmen des Wettbewerbes außer Konkurrenz läuft. Seit sechzehn Jahren spielt Jackman Wolverine – den Mutanten mit metallenen Klauen. Es ist die Rolle, die ihn zum Weltstar gemacht hat. Nun nimmt er Abschied - mit einem Film, der so düster ist wie keiner zuvor in der X-Men Reihe. Jackmans Figur ist depressiv und todessüchtig. Dabei gilt Jackman selbst ein bodenständiger, netter Kerl. Und er ist ein Schauspieler mit einer erstaunlichen Bandbreite. Er kann alles: Musical, Comedy, Arthouse und Action.

Schlöndorffs verlorene Liebe

Sein neuer Film "Montauk"

Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgard) ist mit seiner Frau auf Lesereise in New York. Nicht ganz zufällig trifft er dort auf Rebecca (Nina Hoss) - jene Frau, die er vor 17 Jahren kennenlernte und nie vergessen konnte. Nach anfänglichen Widerständen beschließt Rebecca, mit Max noch einmal ein Wochenende in Montauk zu verbringen. Regisseur und Oscarpreisträger Volker Schlöndorff hält "Montauk" von Max Frisch für unverfilmbar - "zu autobiografisch, zu essayistisch". Sein Wettbewerbsfilm "Rückkehr nach Montauk" sieht er als Hommage an Max Frisch, "seinen Wahlverwandten". Volker Schlöndorff spricht im aspekte-Studio mit Katty Salié über seinen vielleicht persönlichsten Film.

Der aspekte Berlinale-Favorit

Eine fantastische Frau

Eine Frau möchte Abschied nehmen von ihrem plötzlich verstorbenen Geliebten, möchte um ihn trauern dürfen. Ihr Problem: Sie wurde als Junge geboren und später zu einer Frau; einer "fantastischen Frau". So der deutsche Titel von "Una Mujer Fantastica" des chilenischen Regisseurs Sebastián Lelio. Ein ruhige, eindringliche Charakter- und Gesellschaftsstudie und eines der Highlights der Berlinale 2017. Daniela Vega spielt diese Marina, auch die Schauspielerin wurde im Lauf ihres Lebens zu einer Frau. Ihre ebenso willensstarke wie sensible Marina kämpft auch nach dem Tod von Orlando weiter um die gemeinsame Liebe bzw. die aufrichtige Erinnerung daran. Sie muss sich rechtfertigen und durchsetzen gegenüber der Verwandtschaft des Verstorbenen, gegenüber der Polizei. In Chile mit seinem Machismo ist es schwer, "LGBT" zu sein, erheblich schwerer als beispielsweise in Deutschland. Im aspekte-Interview sagt Daniela Vega über Marina: "Die Welt ist nicht vorbereitet auf Marina beziehungsweise Marinas – aber Marina ist vorbereitet auf die Welt."

Musik: Philipp Poisel mit "Zum ersten Mal Nintendo" von seinem neuen Album "Mein Amerika"

Gesprächsgäste: Die Regisseure Andres Veiel und Volker Schlöndorff

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