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aspekte vom 17. Januar 2020

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Lachen über Hitler? Die Filmsatire "Jojo Rabbit"; Die Krise im Iran - Iranische Künstler berichten; Die Künstlerin Bunny Rogers - Neue Ausstellung im Kunsthaus Bregenz; Live: Winona Oak

43 min
43 min
17.01.2020
17.01.2020
Video verfügbar bis 16.01.2021

Lachen über Hitler?

Die Filmsatire "Jojo Rabbit"

Deutschland während des Zweiten Weltkrieges: Der kleine Jojo Betzler (Roman Griffin) ist ein überzeugter Nazi, der nicht nur in der liebevollen Obhut seiner alleinerziehenden Mutter Rosie (Scarlett Johansson), sondern natürlich in der des ganzen Reichs aufwächst. Gerade erst hat er im Nazi-Ferienlager gelernt, wie man Granaten richtig wirft und wie wichtig es ist, dass viele blonde Nachkommen gezeugt werden. Jojo kann es schon gar nicht erwarten, selbst Mitglied der Partei zu werden und hat sogar einen besonderen besten Freund: Adolf Hitler (Taika Waititi) persönlich – na ja zumindest fast, denn Jojo bildet sich Hitler nur ein. Aber das ist noch besser, schließlich ist der Führer immer sofort zur Stelle, wenn Jojo dringend Rat braucht. Und den benötigt er bald sehr dringend. Denn er findet heraus, dass seine Mutter ein jüdisches Mädchen versteckt: Elsa (Thomasin McKenzie). Und die verwirrt Jojo mächtig. Warum ist sie kein Monster, wie es doch alle Juden angeblich sind? Um die Wahrheit herauszufinden und ein Buch über sie zu schreiben, fängt Jojo nach anfänglicher Angst an, sich mit Elsa zu unterhalten ... "Jojo Rabbit" ist für sechs Oscars nominiert. Die 92. Oscar-Verleihung findet am 9. Februar in Los Angeles statt.

Attentat im Staatsauftrag

Was Soleimanis Tod mit uns zu tun hat

Krieg und Frieden, Terrorismus und Staatsterrorismus, Notwehr und Notstand sind große Begriffe, deren Definition immer wieder Diskussionen aufwirft - zuletzt und in erweiterter Dimension mit der gezielten Tötung eines iranischen Generals und fünf weiterer Personen auf einem irakischen Flugfeld. Wenige Tage nach diesem Angriff sind sich Experten diesseits wie jenseits des Atlantiks weitgehend einig: Trumps Attacke auf General Qasem Soleimani traf zwar einen 'Schurken', aber sie war nicht legal - völkerrechtlich ein Bruch mit bestehendem Recht. Ob nun demokratisch legitimiert oder tyrannisch beherrscht – die Staaten der Welt sind dem Völkerrecht verpflichtet. Was also bedeutet diese Tötung – und welche gefährlichen Konsequenzen für den zukünftigen Umgang feindlicher Akteure sind vorstellbar? Ändern sich Prinzipien der 'Moral'? Aber auch: Könnte dieser Angriff langfristig sogar ein hilfreicher Anstoß sein in der dringend notwendigen Debatte darum, was staatliche Akteure unter welchen Umständen dürfen, um sich zu 'verteidigen'?

Gast und Musik in der Sendung

Auf der aspekte-Bühne: Winona Oak mit "Break my broken heart"

Im Gespräch: Nahost-Experte Daniel Gerlach (Chefredakteur des Magazins Zenith – Zeitschrift für den Orient) zur Lage im Iran

Die Krise im Iran

Iranische Künstler berichten

Welche Folgen und Risiken sehen Künstlerinnen und Künstler in der aktuellen Lage im Iran, welche Hoffnungen verbinden sie möglicherweise damit? Wie erfahren hier lebende und im Iran lebende Kunst- und Kulturschaffenden die Stimmung vor Ort? Was bedeutet dies für die Forderungen und Proteste der Künstler und Oppositionellen, die ja vor der Tötung Soleimanis auch für andere politische Verhältnisse auf die Straße gingen? In Zürich sprechen wir mit der Fotografin Shirana Shahbazi, die Künstlerin Parastou Forouhar treffen wir in Saarbrücken. Im Iran äußert sich der Schriftsteller und Publizist Amir Hassan Chehetelan.

Die Künstlerin Bunny Rogers

Neue Ausstellung im Kunsthaus Bregenz

Bunny Rogers, 2019
Bunny Rogers, 2019
Quelle: Kunsthaus Bregenz / Filip Olszewski

"I am an artist, I am an angel. Kill for me, die for me". Worte, die die Künstlerin Bunny Rogers der von ihr adapatieren Comicfigur Gazlene Membrane in den Mund legt. Im Video sitzt sie auf einem Tisch in der virtuellen Caféteria der Columbine Highschool. Von der Decke regnet die Sprinkleranlage. Bunny Rogers, Jahrgang 1990, ist eine US-amerikanische Künstlerin und Poetin, die schon sehr viel geschafft hat. Sie straft das Vorurteil lügen, junge Künstlerinnen würden nicht beachtet. Die Kunstwelt nennt sie "Shooting Star".

Selbstmitleid sollte ein Verbrechen sein, das mit dem Tod bestraft werden kann.
Künstlerin Bunny Rogers

Rogers hat keine Angst vor großen Formaten. Nun traut ihr die Kunsthalle Bregenz zu, die vier Stockwerke des puristischen Museums mit Kunst zu füllen. Ihre Werke bedienen sich der Bildwelt digitaler Comic- und Spielfiguren. Das Motiv des Amoklaufs an der Columbine Highschool von 1999 und damit Tod und Vergänglichkeit und das wahrscheinlich größte Trauma der jungen amerikanischen Generation tauchen immer wieder auf. Als Mitglied der viel zitierten 'Post-Internet-Generation' hebt sie die werteverlorene Computerspielästhetik auf ein künstlerisches Level. Ein Treffen mit der zurückhaltenden Künstlerin in einem der beeindruckendsten Museen Europas. (Bunny Rogers in der Kunsthalle Bregenz vom 18. Januar bis 13. April 2020)

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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