aspekte - on tour am 18. August 2017

Katty Salié mit kulinarischen und natürlich kulturellen Highlights aus dem kleinsten Land der Republik.

aspekte on tour im Saarland - Katty Salié

Kultur | aspekte - aspekte - on tour am 18. August 2017

Katty Salié trifft Künstler, Köche und Unternehmer, besucht Theater, Festivals und Weltkulturerbestätten – und spricht u.a. mit Patricia Kaas und Nils Minkmar über ihre Heimat und ihre Lebensart.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 18.08.2017, 23:40 - 00:25
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar

Was, wo, wie ist das Saarland eigentlich?

Jan Böhmermann macht regelmäßig Witze über das Saarland. Es ist eines der unbekanntesten und kleinsten Bundesländer Deutschlands, aber keinesfalls uninteressant! Wirtschaftlich geprägt wurde die Region durch Kohle- und Stahlindustrie, was heute noch die Identität des Saarländers ausmacht. Das Saarland war mal deutsch, mal französisch. Seit 60 Jahren gehört es mittlerweile zur Bundesrepublik. Die Nähe zur Frankreich besteht jedoch weiterhin, der französische Einfluss auf die saarländische Lebensart ist deutlich zu spüren - vor allem in unmittelbarer Nähe der grünen Grenze.

Völklinger Hütte - Industriekultur und Kulturwandel

Eigentlich sollte das alte Stahlwerk abgerissen und die Kosten vom Erlös des dabei anfallenden Eisenschrotts bezahlt werden. Doch plötzlich stürzten die Stahlpreise ab und der Abriss war verhindert. Einem Zufall hat die Völklinger Hütte ihr zweites Leben zu verdanken - und längst fasziniert sie nicht nur Technikfreaks. Die Hütte lockt mit Musikfestivals, mit Ausstellungen, die vom Kontrast leben. Zurzeit: 'Das Gold der Inka' - in Szene gesetzt vor den riesigen Maschinen der Gebläsehalle, die einst den Wind zum Befeuern der Hochöfen erzeugten. Schon 1989, drei Jahre nach Stilllegung des Eisenwerks, zogen Studenten der Kunsthochschule Saar in die alte Handwerkergasse. Sie verwandelten die Werkstätten der betriebseigenen Elektriker, Schreiner oder Mauer in Ateliers.

Brückenkopf für den Kulturraum Europa

Die Frankreichstrategie wurde 2008 mit dem Ziel ins Leben gerufen, das Saarland innerhalb einer Generation zu einer leistungsfähigen bilingualen Region zu entwickeln. Bis 2043 soll Französisch neben Deutsch als Verkehrs-, Bildungs- und Umgangssprache etabliert werden. Es werden bereits erste Förderungsmaßnahmen umgesetzt, so gilt das Saarland beispielsweise mit 200 bilingualen Kitas als Spitzenreiter und auch das deutsch-französische Abitur soll zu mehr grenzüberschreitenden Bildungsmöglichkeiten beitragen. Laut Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist das Saarland als "Brücke nach Deutschland und als Tor zu Frankreich" unentbehrlich. Das Motto lautet: "Mehr Sprachen – mehr Chancen" und soll somit auch das wirtschaftliche Potenzial auf beiden Seiten stärken und fördern.

Das Kunstprojekt 'Artmix'

'Artmix' wurde 2005 von dem Kulturministerium Luxemburg und dem Kulturdezernat der Landeshauptstadt Saarbrücken ins Leben gerufen. Das jährliche Austauschprogramm bietet bildenden Künstlern aus beiden Ländern eine Begegnungsplattform. Ein Ziel dabei ist die Entstehung eines gemeinsamen, nachhaltigen, künstlerischen Prozesses. Die Künstlerinnen und Künstler sollen die benachbarten Kunstszenen kennenlernen und so grenzübergreifend zusammen Kunst schaffen. Zum 10. Mal findet der diesjährige Künstleraustausch 'Artmix' in Saarbrücken und Bourglinster statt. Aus dreizehn Bewerbungen wurden vier Künstlerinnen ausgewählt: Marion Cziba, Naomi Liesenfeld, Aude Legrand und Nora Wagner. aspekte trifft das Quartett kurz vor der Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung in Saarbrücken.

Theater im Wandel von Zeiten und Ideologien

Es wurde von Adolf Hitler als "Gautheater Saarpfalz" 1938 eröffnet, mit Wagners 'Fliegendem Holländer'. Das heutige Staatstheater von Saarbrücken sollte nach dem Willen der Machthaber an der Grenze des Deutschen Reiches als "Bollwerk" gegen Frankreich dienen. Es war das Geschenk des Führers, weil sich die Saarländer 1935 für eine Angliederung an das Deutsche Reich entschieden hatten - gegen Frankreich. Seither hatte das Gebäude eine bewegte Geschichte. Es brannte infolge von Brandanschlägen und Bombardierung im Zweiten Weltkrieg mehrfach aus, wurde aber jedes Mal wieder restauriert. Am 1. Januar 1957 fand im Theater der Staatsakt zur politischen Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland im Beisein von Bundeskanzler Konrad Adenauer und des saarländischen Ministerpräsidenten Hubert Ney statt. Nach dieser endgültigen Rückgliederung des Saarlandes zur Bundesrepublik 1959 blühte es unter seinem damaligen Intendanten Hermann Wedekind auf. Wedekind zeigte in seiner Amtszeit von 1960 bis 1975 unter dem Motto "Kunst kennt keine Grenzen" Stücke ausländischer Künstler, vor allem aus Frankreich und Georgien. Doch wie ist das heute mit den Grenzen im Herzen Europas? Und wie verhält sich das Theater dazu? Ein Ortsbesuch.

"Saarländischer Porzellanladen" von Weltruf

Ein Familienunternehmen, das deutsche Effizienz und französische Eleganz verbindet: die Bochs. Die Geschichte begann vor fast 270 Jahren. Jean-François Boch gründete 1836 eine Töpferei, sein größter Konkurrent war Nicolas Villeroy. Nur im Zusammenschluss konnten die Beiden auf dem europäischen Markt bestehen – früher wie heute. 'Villeroy & Boch' wurde zur Marke von Weltruf, noch bevor man das Wort Globalisierung überhaupt kannte. Einst Hoflieferant der Kaiserin Maria Theresia, beliefert das Keramikunternehmen bis heute Staatschefs und Monarchen. Das hat Tradition. Sehr früh und sehr bewusst hat sich 'Villeroy & Boch' für die Industrialisierung und damit für die Serienfertigung entschieden. In der konfliktträchtigen Grenzlage überlebte das Familienunternehmen alle politischen Systeme und Grenzziehungen. Der "saarländische Porzellanladen" überstand den deutsch-französischen Krieg sowie zwei Weltkriege und ist heute eines der ältesten Familienunternehmen Deutschlands.

Rivinius - Porträt einer Musikerfamilie

Er schaffte, was bis dato keinem zweiten deutschen Interpreten gelang, und es war eine Sensation: Der saarländische Cellist Gustav Rivinius gewann als erster Deutscher überhaupt den Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb. Das war 1990. Neben dem ersten Preis wurde er zudem mit der Goldmedaille für die beste Tschaikowsky-Interpretation ausgezeichnet. Gustav Rivinius ist ein sensibler und nachdenklicher Künstler, der sich Zeit nimmt, der seinen jungen Ruhm nicht hektisch zu vermarkten trachtet. Er besticht im Leisen, im Poetisch-Erträumten. Rivinius stammt aus einer durch und durch musikalischen Familie. Der fünf Jahre jüngere Bruder Paul ist ein technisch untadeliger Pianist und sein jüngster Bruder Benjamin ist Solo-Bratschist bei der Radiophilharmonie Kaiserslautern. Gustav lehrt in Saarbrücken und Maastricht und hat vor vielen Jahren ein Musikfestival, die "Kammermusiktage Mettlach", auf die Beine gestellt. Natürlich im Saarland, denn der Saarländer ist per se heimatverbunden. Gleich neben der Fabrik von 'Villeroy & Boch' findet einmal im Sommer ein Festival statt, stets hochkarätig besetzt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.