aspekte vom 19. Mai 2017

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 19. Mai 2017

U.a.: Whitney Houstons tragisches Leben - Dokfilm "Can I be me?"; "Wanna Cry" Virus und die Folgen - Verletzbarkeit unserer Gesellschaft; Andreas Mühes Deutschlandbilder - Fotoausstellung "Pathos als Distanz"; Live: Dua Lipa

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.05.2018, 23:10

Whitney Houstons tragisches Leben

Dokfilm "Can I be me?"

Ihr Debüt-Album verkaufte sich 25 Millionen mal, es enthielt drei Nummer-Eins-Singles, darunter "The Greatest Love of all"; sie hatte mehr aufeinanderfolgende Number-One-Hits als die Beatles und ist die Sängerin mit den meisten Auszeichnungen aller Zeiten. Und trotzdem konnten Ruhm, Erfolg und ihr überirdisches Talent ihren Absturz und ihren tragischen Tod mit 48 Jahren nicht verhindern: Whitney Houston. Der Filmemacher Nick Broomfield und der österreichische Musikvideo-Regisseur Rudi Dolezal zeichnen Whitneys Geschichte jetzt in ihrem Dokumentarfilm "Can I Be Me" (Filmstart: 8. Juni 2017) nach - mit umfangreichem Material und teils nie zuvor veröffentlichten Aufnahmen. Whitney Houston, das deutet der Film an, liebte eine Frau. Doch ausleben konnte sie ihre Liebe nicht. Zu groß war der Druck: von ihrer finanziell von ihr abhängigen, christlichen Herkunftsfamilie, von einem gnadenlosen, rassistischen und homophoben Musikbusiness, von der schwarzen Community, von ihrem Ehemann und vielleicht sogar von Gott, der sie in ihren eigenen Augen mit dieser Stimme gesegnet hatte. Whitney, so der Anfang des Films, starb nicht an Drogen, sie starb an gebrochenem Herzen.

Zwischen Unterdrückung und Freiheit

Der Iran ist voller Widersprüche: Eine Frau lässt sich für die Wahlen registrieren - möchte Irans erstes weibliches Staatsoberhaupt werden, eine andere besiegt Männer im Motorcross, bringt Mädchen Motorradfahren bei - was offiziell verboten ist. Im Netz kämpfen viele dafür, dass der Kopftuchzwang aufgehoben wird. Und doch gilt nach wie vor: Unverheiratete Pärchen, die auf der Straße Händchen halten, werden verhaftet, Frauen dürfen nur mit der Genehmigung ihres Mannes arbeiten und reisen, Ehebruch wird mit dem Tod bestraft. Frauenrechte werden mit Füßen getreten. Auch der gesellschaftliche Druck, der auf den Frauen lastet, ist enorm: Sie sind mit ihrem Verhalten für die Ehre der Familie verantwortlich. aspekte trifft Iraner, die das Land kennen: einen Regisseur, eine Künstlerin und eine Motocrossfahrerin. In Cannes wird der Film "Teheran Tabu" zeigen, wie Frauen im Iran unter dem repressiven theokratischen Regime leiden, wie sehr sie unter der Bespitzelungs- und Blockwartsmentalität leiden - und erpressbar sind. Regisseur Ali Soozandeh stellt uns seinen Film vor, außerdem sprechen wir mit der Künstlerin Homa Arkani, die in ihren Bildern den westlich-dekadenten Stil, den Schönheitswahn und die Intrigen der Reichen aufzeigt. Im Iran haben wir die Motocross-Fahrerin Behnaz Shafiei getroffen.

"Wanna Cry" Virus und die Folgen

Verletzbarkeit unserer Gesellschaft

Der Virus "Wanna Cry" hat am letzten Wochenende weltweit Tausende von Rechnern angegriffen. Krankenhäuser mussten Patienten nach Hause schicken, Renault in Frankreich ein Werk zeitweise schließen, und auch das russische Innenministerium meldete eine Attacke. Das BKA hält die Gefahr durch Hackerangriffe für die zweitgrößte Bedrohung – nach dem islamistischen Terror. Neu aber ist die Bedrohung nicht. Spätestens seit der Enttarnung des Stuxnet-Virus im Jahr 2010 weiß die Öffentlichkeit, dass selbst hochsensible Anlagen wie Atomkraftwerke erfolgreich gehackt werden können. Rechner sind und bleiben angreifbar, daran wird sich nichts ändern lassen. Wie soll unsere Gesellschaft damit umgehen? Debattieren müssen wir zum Beispiel über die Abwägung zwischen höchstmöglicher Sicherheit auf der einen – und der Wahrung liberaler Grundrechte auf der anderen Seite.

Gesprächsgast: Linus Neumann vom Chaos Computer Club zum Thema Cybersicherheit

Dua Lipa
Dua Lipa Quelle: Universal/Nicole Nodland

Musik im Studio: Dua Lipa mit "Thinking' bout you"

Dokfilm "Zwischen den Stühlen"

Wie soll man eine Horde lauter und desinteressierter Kinder für Schule und Inhalte begeistern, wenn man selbst noch am Lernen ist? Kann man Lehren lernen und was macht eigentlich einen guten Lehrer aus? Am 18. Mai kommt eine Doku ins Kino: "Zwischen den Stühlen". Sie zeigt den harten Alltag der Referendare. Es geht um die Ausbildung zum Lehrer und um die Fallstricke unseres Bildungssystems. Fünf Jahre Drehzeit. 400 Stunden Material. Ziemlich beeindruckend, wenn man sieht, womit werdende Lehrer, aber auch die Schulklassen so zu kämpfen haben. Der Film beleuchtet vor allem die schizophrene Situation der Referendare, als Lehrende und gleichzeitig Lernende. Alleine auf dem vergangenen DOK-Filmfestival in Leipzig gewann der Film vier Preise. Was läuft falsch bei der Lehrerbildung und was müsste dringend reformiert werden? Die Bildungschancen der Kinder in Deutschland hängen nicht von der nächsten Schulreform ab. Nicht von der Klassenstärke und nicht von der Ausstattung des Chemielabors. Was wirklich zählt sind die Menschen, die vor der Tafel stehen. Dieses Thema wird nun endlich angegangen.

Andreas Mühes Deutschlandbilder

Fotoausstellung "Pathos als Distanz"

Dem 37-jährigen Fotografen Andreas Mühe gelingt auf einer großen Wand in den Hamburger Deichtorhallen etwas Bemerkenswertes: Mit Fotos aus verschiedenen Werkserien, die in den letzen 15 Jahren entstanden sind, erstellt er eine Art Psychogramm, das sowohl für ihn gilt als auch für viele, die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland aufgewachsen sind: der Obersalzberg, Fotos der realen Angela Merkel und der fingierten, Helmut Kohl, Egon Krenz, Bilder vom deutschen Wald, Eigenheim, Neo-Großbürgertum etc. - vermischt mit Augenblicken, die für Mühe private Einschnitte waren. "Pathos als Distanz", in Abänderung des Nietzsche-Begriffs "Pathos der Distanz", heißt seine bisher größte Ausstellung und sie gibt ein ziemlich präzises und detailreiches Bild deutscher Verfasstheit, sowohl seelisch wie körperlich. Lauter Leute, die sich (oft grundlos) nach Anspruch und nach Großem sehnen, es zum Teil auch erreicht haben, denen aber auf dem Weg irgend etwas abhanden gekommen ist. Mühes Fotos werden oft als düster beschrieben, seine Inszenierungen als gespenstisch. Diese Zuschreibungen verleugnen aber den Humor, mit dem er ans Werk geht. Dieser wirkt wie eine Art Exorzismus.

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