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aspekte vom 19. Oktober 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Arabische Clans in Deutschland - Zwischen Mythos und Realität; Ein Kunstwerk als Waffe? Künstler Peter Zizka vor Gericht; Christian Berkels Familienroman - Der Schauspieler als Schriftsteller; Live: KLAN

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.10.2019

Arabische Clans in Deutschland

Zwischen Mythos und Realität

Es war eine eindrucksvolle Inszenierung: Zur Beerdigung des erschossenen Intensivtäters Nidal R. erschienen rund 2000 Gäste auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg. R. stammt aus einer arabischen Großfamilie, die einst aus dem Libanon nach Deutschland eingewandert war. Diese arabischen Großfamilien beherrschen heute die Unterwelt zahlreicher deutscher Großstädte und dominieren Geschäfte mit Raub, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution und Geldwäsche. Die Justiz scheint machtlos: Zeugen werden eingeschüchtert, aus den Familien spricht niemand mit den Behörden. Woher beziehen libanesisch-kurdische Clans, die sogenannten Mhallami-Kurden, ihre Stärke? Ralph Ghadban, Migrationsforscher und führender Experte zum Thema, beschreibt in seiner Neuerscheinung "Arabische Clans - Die unterschätzte Gefahr" die Hintergründe dieser Entwicklung seit den1970er Jahren. Er untersucht die kollektive Identität der Großfamilien, die durch das islamisch-patriarchalische System geprägt sind und durch Binnenheirat verfestigt werden. Inzwischen ist diese Welt sogar in der Popkultur angekommen. In der Serie "4 Blocks" wird die Geschichte eines arabischen Clans in Berlin erzählt.

Ein Kunstwerk als Waffe?

Künstler Peter Zizka vor Gericht

Der Berliner Künstler und Designer Peter Zizka ist wegen unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt. Das Corpus Delicti ist ein Werk von ihm - ein stilisierter Schlagring mit eingearbeiteter Plätzchen-Backform. Titel "Schlagende Verbindung". Das Amtsgericht Frankfurt wird Ende Oktober darüber urteilen, ob Zizka wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu 50 Tagessätzen verurteilt werden soll. Das Kunstwerk hatte Zizka auf einer Vortragsreise nach Mumbai im Aufgabegepäck. Am Zielort war der Koffer aufgesägt, das Objekt konfisziert worden, im heimischen Briefkasten lag der Strafbefehl. Obwohl danach eine klärende Kommunikation stattfand, hielt die Staatsanwaltschaft an dem Strafbefehl fest. Zufälligerweise engagiert sich Zizka schon jahrelang mit seiner Kunst gegen den von Deutschland ausgehenden Waffenhandel und hat unter anderem in Burundi ein Projekt initiiert, bei dem er aus alten Maschinengewehren Kunstobjekte fertigte. Wird hier ein Exempel an der falschen Person statuiert? Ist es eine bürokratische Verwirrung auf Kosten der Freiheit der Kunst? Oder steckt möglicherweise System dahinter, um einem kritischen Künstler einen Dämpfer zu verpassen?

Gast und Musik im Studio:

KLAN
Quelle: Warner

Auf der aspekte-Bühne: KLAN mit "Lang lebe die Liebe"

Christian Berkel
Quelle: Gerald von Foris

Im Gespräch: Schauspieler Christian Berkel über sein Romandebüt "Apfelbaum"

Christian Berkels Familienroman

Der Schauspieler als Schriftsteller

Schauspieler Christian Berkel, bekannt aus der ZDF Serie "Der Kriminalist" und Filmen wie "Inglourious Basterds" und "Operation Walküre", hat sein Romandebüt herausgebracht. Darin erzählt er von der Spurensuche in seiner Familie. Als Berkel selbst ein kleiner Junge ist, erfährt er von seiner Mutter, dass er ein "bisschen jüdisch" sei. Die Ambivalenz und Zerrissenheit seiner Mutter in der Identitätsfrage lässt ihn zeitlebens nach seiner eigenen Zugehörigkeit suchen. Als er sich seiner Familiengeschichte stellt, hat bei seiner Mutter längst das Vergessen eingesetzt. Im Archiv der Akademie der Künste stößt Berkel schließlich auf Unterlagen und Briefe seines Großvaters. Aus diesem Fund und vielen Gesprächen ist ein Familienroman entstanden, der es schafft, das letzte Jahrhundert zu spiegeln. Daniel Kehlmann ist begeistert, bezeichnet Berkel als "Schriftsteller durch und durch". Wenn wieder einmal jemand fragt, wo es denn bleibt, das lebensgesättigte, große Epos über deutsche Geschichte, dann lautet von jetzt an die Antwort: Christian Berkel hat es geschrieben.

Ist Liebe heute unmöglich?

Die Soziologin Eva Illouz rechnet ab

Seit drei Jahrzehnten erforscht die Soziologin Eva Illouz, wie unsere Gefühle durch gesellschaftliche und ökonomische Praktiken geprägt werden. Mit ihrem neuen Buch "Warum Liebe endet" schließt sie ihre Forschung ab. Eine ihrer zentralen These lautet: Unser kapitalistisches System hat sich in den letzten Jahrzehnten alle Errungenschaften der sexuellen Revolution zu eigen gemacht und unsere Liebesbeziehungen gänzlich seiner - immer noch: männlich dominierten - Logik unterworfen. Mit dem kalten Blick der Soziologin seziert Illouz die traditionelle Idee der romantischen, heterosexuellen Liebe - und erklärt sie angesichts von Tinder et cetera für historisch überholt.

Jahrhundert-Geigerin Hilary Hahn

Die Einsamkeit der Weltspitze

Vor 21 Jahren veröffentlichte Hilary Hahn ihre Debüt-Aufnahme mit Werken für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach. Mit gerade einmal 17 Jahren erspielte sie sich im Nu auf spektakuläre Weise ihren Platz auf den internationalen Konzertbühnen. Die Klassik-Welt war nahezu geschockt – so elegant, so leidenschaftlich und mit solch meisterhaftem Können in jedem Ton hatte man diese Referenzwerke des Violin-Repertoires selten gehört. Als "Jahrhundertgeigerin" ist sie seitdem von den Konzertpodien weltweit nicht mehr wegzudenken. Nun vervollständigt Hilary Hahn mit ihrem neuen Album ihre Aufnahme von Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo mit der Partita Nr. 1 und den Sonaten Nr. 1 und 2. Die Beziehung der mittlerweile 38jährigen Geigerin zu Bach reicht bis zu ihren allerersten musikalischen Erfahrungen zurück. Mittlerweile ist sie selbst Mutter und öffnet ihre Konzerte auch für Babys. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie isoliert das Leben als Mutter sein kann. In Deutschland war es in den letzten Jahren still um sie geworden, weil sie sich um ihre Familie in den USA gekümmert hat. Jetzt ist Hilary Hahn endlich auch wieder in Europa unterwegs.

Die Bücher der Sendung

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