aspekte am 2. Juni 2017

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte am 2. Juni 2017

u.a.: Bernie Sanders Traum von einem gerechten Amerika, Wieviel EU braucht Europa?, 200 Jahre Fahrrad, im Studio: Gesine Schwan, Musik: Klarinettist Andreas Ottensamer

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.06.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Bernie Sanders: "Unsere Revolution"

Der Traum von einem gerechten Amerika

Gerade erst ist Donald Trump durch die Welt getrampelt - hat sich im wahrsten Sinne durchgerempelt durch transatlantische Bündnisse - da kommt sein schärfster Gegner nach Deutschland: Bernie Sanders. Der Mann, mit dem Amerika heute ein anderes wäre. Er ist die Möglichkeit, die Amerika nicht gewählt hat. Und doch hat sein Wahlkampf in den USA vor allem die Jugend politisiert. „Feel the Bern“, heißt der Slogan der neuen Bürgerrechtsbewegung. Bernie ist Kult und dafür sorgt er auch selbst. Auf eigenen social media Kanälen wettert er gegen die „Gier“ der Reichen. In coolen Videos erklärt er mit seinem unverkennbaren Brooklyn-Akzent die Welt. Bernie Sanders geht es um eine gerechtere Gesellschaft, um ein Ende der „Oligarchie“, kurz: um nicht weniger als eine „Revolution“. So heißt auch sein neues Buch, das jetzt bei Ullstein erscheint: „Unsere Revolution.“ Keinen Stein lässt er darin auf dem anderen – er zeigt ein Amerika, das die Armen systematisch entrechtet und entwürdigt, in dem Superreiche Wahlen bestimmen und Kandidaten kaufen, in dem die Medien von Konzernen kontrolliert werden. Es ist ein Buch voller Wut – ein politisches Manifest. Als „Sozialist“ wird Sanders von den einen beschimpft und den anderen gefeiert. Wie tickt dieser Mann? Und wie hält er es aus, dass sein Land nun in den Händen eines Erzkapitalisten ist, der für alles steht, was er selbst bekämpft? aspekte trifft „The Bern“ in Berlin.

Schicksal Europa

Brauchen wir mehr oder weniger EU?

Als Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten gewählt wurde, war in Deutschland die Erleichterung groß. Nicht nur hatte Macron Marine Le Pen verhindert - er gilt zugleich als überzeugter Europäer. Frankreichs Intellektuelle sehen das ein wenig anders. Viele betrachten Macron als Vertreter des Kapitals, und die Kritik an seiner neoliberalen Vision Europas ist weit verbreitet. Wir haben in Frankreich den Philosophen Michel Onfray getroffen, ein scharfer Kritiker Macrons; und wir haben mit der deutschen Politikwissenschafterlin Ulrike Guérot gesprochen, die gerade ein radikales Plädoyer wider den Nationalstaat vorgelegt hat.

Gast und Musik

Porträt der Politikwissenschatlerin Gesine Schwan

Gesprächsgast: Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan

Andreas Ottersamer -  Klarinette spielend

Auf der aspekte-Bühne: Klarinettist Andreas Ottensamer

Dokfilm über einen autistischen Jungen

Mit Disney aus der Sprachlosigkeit

Owen Suskind ist drei Jahre alt, als er plötzlich aufhört zu sprechen. Er zieht sich in einen Kokon zurück, entgleitet seinen Eltern immer mehr, ist nicht mehr erreichbar. Nach zahlreichen Arztbesuchen dann die niederschmetternde Diagnose: Autismus. Vier Jahre lang bleibt Owen für seine Eltern unerreichbar, bis zu einem Schlüsselmoment: Owen antwortet auf ein Puppenspiel mit seinem Vater urplötzlich mit Dialogen aus seinen Disneyfilmen, die ihn die letzten vier Jahre begleitet und glücklich gemacht haben. Der Dokumentarfilm „Life Animated“ begleitet Owen bei seinem Weg mit Hilfe von Disney-Animationsfilmen wieder zurück in sein Leben zu finden. Seine Identifikation mit den Helden der Filme hilft ihm dabei, Gefühle auszudrücken und seine Realität neu zu interpretieren. „Life Animated“ ist ein eindrucksvoller Film über einen autistischen jungen Mann, der an seine Emotionen glaubt und sich den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stellt.

Künstler versus Trump

US-Präsident will Kulturgelder kürzen

In New York, das sich als Kulturhauptstadt der US-amerikanischen Nation sieht, gehen Künstler, Intellektuelle und Kulturmanager auf die Barrikaden, weil sie aus Washington immer nur hören, Kultur dürfe nichts kosten. Es geht um die Ansage des Präsidenten, die „National Endowments for the Arts und for the Humanities“ (NEA) seien ebenso verzichtbar wie das staatliche Fernsehen PBS. Dabei sind die Kosten für die NEA gerade einmal so hoch wie 0,03% des Verteidigungsbudgets (!)  Dass darüber diskutiert wird, erzählt viel über den Stellenwert der Kultur in Trumps Amerika. Die New Yorker Künstler geben sich kämpferisch: nach Aktionen wie Kunst-Streik und Fake Art geht es jetzt um Solidarität über die Stadt hinaus. aspekte trifft den Direktor der Metropolitan Opera Peter Gelb, der solidarisch mit assoziierten Theatern quer durchs Land gegen Trump’s Kulturkampf angeht. Die Schriftsteller Siri Hustvedt und Paul Auster analysieren, wie Trump Amerika verändert.

200 Jahre Fahrrad

Die Geschichte einer Befreiung

Es entstand nach einer Hungersnot, machte den einfachen Arbeiter mobil und half den Frauen, sich zu emanzipieren: Vor 200 Jahren hat Karl von Drais das Fahrrad erfunden, ein wackliges Laufrad aus Holz. Kein Verkehrsmittel ist auf der ganzen Welt so weit verbreitet wie das Fahrrad, keines ist so sehr Spiegel der Zeit und Gesellschaft, in der es benutzt wird: Während das Fahrrad zum Beispiel in afrikanischen Ländern nach wie vor lebensnotwendiges Transportmittel ist, wird es im Westen mehr und mehr zum Statussymbol: das nostalgische Rennrad, das flotte E-Bike, das teure Kastenfahrrad mit dem die Kinder kutschiert werden etc. Aber auch verkehrspolitisch spielt das Fahrrad zunehmend eine große Rolle: Es ist günstig, ökologisch und praktisch wie kein anderes Fahrzeug und das Verkehrsmittel schlechthin im Kampf gegen Staus, Parkplatzmangel, dreckige Luft und Lärm. In Berlin wird es demnächst ein Radverkehrsgesetz geben, das Radfahren in der Stadt einfacher und sicherer machen soll (was es z. B. in Amsterdam längst ist). Der Einsatz fürs Fahrradfahren gilt Gegnern als Flanke eines linken Kulturkampfs. Am extremsten hat es der polnische Außenminister Witold Waszczykowski ausgedrückt, als er vor einer Welt warnte, in der es nur noch „Radfahrer, Vegetarier und Rassenmix“ gebe. Wir fragen: welchen Einfluss hat das Fahrrad auf die Gesellschaft  - heute und im Laufe seiner zweihundertjährigen Geschichte?

Bücher rund ums Fahrrad

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