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Mensch oder Profit - Kommt der Wertewandel?

aspekte am 22. Januar 2021 - moderiert von Jo Schück

Themen: Verantwortung der Millionäre - Wie müssen Reiche helfen?; Obdachlose im Hotel - Eine Wohnung für jeden?; Musiker und Erbe Johann Scheerer - Roman als Trauma-Bewältigung; Polit-Rap von Disarstar - mit dem Song "Sick"

38 min
38 min
22.01.2021
22.01.2021
Video verfügbar bis 22.01.2022

Verantwortung der Millionäre

Wie müssen Reiche helfen?

Die Pandemie wirkt sich sehr unterschiedlich aus. Während gerade Ärmere besonders betroffen sind, schnellen Aktienkurse in die Höhe, machen Unternehmen wie Amazon Milliarden-Gewinne. Doch wie steht es um die Bereitschaft der Reichen und Superreichen, sich in der aktuellen Krise für die Gesellschaft zu engagieren? In den USA hat bereits im vergangenen Sommer eine Gruppe von Milliardären angesichts der desolaten Verhältnisse vehement eine höhere Besteuerung für ihre Klasse gefordert. Wie sieht es in Deutschland aus? Wofür machen sich Vermögende hierzulande stark? Und was halten sie von den Ideen aus der Politik, über verschärfte Steuern oder Sonderabgaben stärker zur Kasse gebeten zu werden? Darüber spricht aspekte mit dem Millionen-Erben und Philantropen Antonis Schwarz, der Investorin Mariana Bozesan und dem Drogeriemarkt-König - und seit kurzem auch Romanautor - Dirk Rossmann.

Obdachlose im Hotel

Eine Wohnung für jeden?

Vor fünf Jahren hat die UNO beschlossen, dass es bis 2030 keine Armut und damit keine Obdachlosigkeit mehr geben darf. In Finnland ist das schon umgesetzt. In Deutschland aber sind 680.000 Menschen obdachlos, knapp 50.000 von ihnen leben auf der Straße. Im Lockdown verschärft sich die Lage. Wer nicht arbeiten muss, igelt sich zuhause ein. Übrig bleiben auf den leeren Straßen diejenigen, die kein Zuhause haben: die Obdachlosen. Jo Schück besucht einen Duschbus, in dem Obdachlose frische Wäsche, heiße Getränke und eben eine warme Dusche bekommen. Doch das sei nur ein "heißer Tropfen auf den kalten Stein", so der Organisator. In einem Hamburger Hotel sind während des zweiten Lockdowns zwei Dutzend Obdachlose untergebracht. Ein Dach über dem Kopf sei unabdingbar, um wieder auf die Füße zu kommen, so der Sozialarbeiter Karrenbauer, der die "housing first"-Idee unterstützt, die in Finnland schon umgesetzt ist.

Versteigerung: Baselitz-Zeichnung für wohltätigen Zweck

Musiker und Erbe Johann Scheerer

Roman als Trauma-Bewältigung

Johann Scheerer ist Musiker, Autor und Milliardärserbe - aufgewachsen im reichen Westen Hamburgs, und das mit viel Freiheit. Die Eltern sind Intellektuelle und Freigeister, das Gartentor steht immer offen. Bis zu jenem Frühjahr 1996, als sein Vater, der Milliardär Jan Philipp Reemtsma, entführt wird. Danach ist nichts mehr, wie es war. Der Jugendliche Johann träumt vom freien Musikerleben. Sein großes Vorbild: die Ärzte. Doch seit der Entführung wird er rund um die Uhr bewacht. "Jeder Vorgang meines neuen Lebens, jede Idee musste nun vorbereitet, mitgeteilt und gemeinsam erlebt werden. Meine gerade aufkeimende Freiheit als 14jähriger Jugendlicher fühlte sich erdrückt an." "Unheimlich nah", so auch der Titel des zweiten Romans von Johann Scheerer. Wie sein erstes Buch ein "Coming of Age"-Roman. Jo Schück besucht Johann Scheerer in seinem Studio Cloudshill in Hamburg und spricht mit ihm über seine Musik, seine Bücher und die Verantwortung reicher Menschen.

Musik

Polit-Rap von Disarstar - mit dem Song "Sick"

"Gemeinwohl-Zertifikat" für Steinheim

Eine Stadt lebt die Nachhaltigkeit

Der Apotheker Albrecht Binder aus dem westfälischen Steinheim bekam von seiner Tochter vor fünf Jahren das Buch "Gemeinwohlökonomie" des Österreichers Christian Felber geschenkt. Darin fand er die Antwort auf eine Frage, die ihn schon länger quälte: wie ließe sich ein sozial und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften tatsächlich umsetzen? Keine Ausbeutung, kein unbegrenztes Wachstum, keine Gewinnmaximierung. Mit Hilfe der Felberschen Gemeinwohlbilanzierung hat er nicht nur sein Unternehmen verändert. Sein Vorschlag, auch seine Heimatstadt gemeinwohlbilanzieren zu lassen, stieß beim CDU-Bürgermeister auf offene Ohren. Jetzt wird nicht nur das Freibad nachhaltig beheizt, auch die Lieferketten wurden angepasst. Die Steinheimer fordern, dass sich ihre Bemühungen auch im Steuerrecht niederschlagen und faires Wirtschaften so belohnt werden sollte. Binder sagt: "Die Gemeinwohlökonomie will keine Revolution! Sie möchte eine Evolution."

Stab

  • Moderation - Jo Schück
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