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aspekte vom 23. November 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Astrid Lindgren

Astrid Lindgrens unehelicher Sohn - Spielfilm zum Trauma ihres Lebens; Stirbt Youtube? Eine Kampagne schreckt die Kinder auf; Moderebell Alexander McQueen - Dokfilm über sein Leben und Sterben; Live: Leoniden

Sendetermin:
Im TV-Programm: ZDF, 23.11.2018, 23:10 - 23:55
Datum:
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar

Astrid Lindgrens unehelicher Sohn

Spielfilm zum Trauma ihres Lebens

Sie ist die berühmteste Kinderbuchautorin der Welt: Astrid Lindgren. In ihren Geschichten zeigt sie meist eine Welt, in der die Kinder allein zurechtkommen – und dennoch nicht einsam sind. In jungen Jahren musste sie selbst eine traumatische Erfahrung machen, über die sie lange Zeit ihres Lebens überhaupt nicht gesprochen hat - auch nicht mit ihrer eigenen Familie. Ein neuer Spielfilm bringt jetzt diese Geschichte auf die Kinoleinwand: Sie wurde mit 18 unverheiratet schwanger und musste ihren Sohn bei einer Pflegemutter in Dänemark lassen, konnte ihn erst als Kleinkind zu sich nach Stockholm holen. Gerade da hat sie die Erfahrung machen müssen, wie schmerzhaft öffentliche Aufmerksamkeit sein kann. Auch deshalb sieht ihre Tochter Karin Nyman so einen Film, der nur diese Erfahrung in den Mittelpunkt stellt, kritisch. Wie hat die größte Kinderbuchautorin ihre eigenen Schicksalsjahre gemeistert?

Stirbt Youtube?

Eine Kampagne wiegelt die Kinder auf

Ein Aufschrei geht durch die Schulhöfe und Kinderzimmer: Youtube stirbt! Wegen Artikel 13. Selten haben sich Kinder um europäische Richtlinienparagrafen gekümmert, aber jetzt, da es um ihre Stars und Lebensbegleiter – die sogenannten Creator von Youtube - geht, könnte die Aufregung nicht größer sein. Artikel 13 der geplanten Richtlinie soll helfen, die vielen Urheberrechtverletzungen durch Tausende Youtuber besser in den Griff zu bekommen. Dabei ausschlaggebend: Nicht jeder einzelne, sondern der Konzern Youtube soll haftbar gemacht werden können. Dagegen hat nun die Konzernchefin ihre Stimme erhoben, prognostizierte, dass fast alle Youtube-Kanäle abgestellt würden und startete so mit Hilfe ihrer Creator eine riesige Weg-Kampagne, die zu Panik bei Millionen von Kindern führte. Wir versuchen uns ein Bild zu machen. Wird es wirklich zur Apokalypse mit eingeschränkter Meinungsfreiheit und abgestellten Kanälen kommen?

Moderebell Alexander McQueen

Dokfilm über sein Leben und Sterben

Alexander McQueen
Alexander McQueen
Quelle: ap

Er galt als der radikalste, aber auch kreativste Modemacher seiner Generation - mit seinem Selbstmord 2010 beendete Alexander McQueen mit erst 40 Jahren eine aufsehenerregende Karriere. Der Schulabbrecher aus dem armen Londoner East End hatte das Handwerk des Herren-Maßschneiders von der Pike auf gelernt, und schon seine Abschlusskollektion an der Modeschule sorgte mit Schockeffekten für Furore. Die Schauen des "Fashion-Rottweilers" waren Skandale, weil sie mit Themen wie Gewalt und Vergewaltigung provozierten. Und auch wenn er elfenhafte, zerbrechliche Wesen auf den Laufsteg schickte: Bei ihm nahm die Schönheit immer ein böses Ende, war alles Schöne dem Tode geweiht. Der bewegende Dokumentarfilm "Alexander McQueen - Der Film" zeigt jetzt auch die verletzlichen Seiten des Enfant terrible. Der schwule East End-Rowdy war kein Frauenfeind. Erst wer weiß, dass er als Kind missbraucht wurde und jahrelang miterleben musste, wie seine Schwester von ihrem Mann misshandelt wurde, der begreift, dass er mit seinen teils bizarren Kreationen seine inneren Dämonen austrieb. Der Film lässt den Zuschauer McQueens Werk mit anderen Augen sehen.

Gast & Musik im Studio:

Auf der aspekte-Bühne: Leoniden mit "Kids"

Im Gespräch: Philipp Otto, "iRights.lab"

Macron erschreckt Europas Museen

Rückgabe von kolonialer Raubkunst?

Au revoir, Nofretete? Ist es bald soweit? Das postkoloniale Europa bewegt sich. Mehr als 50 Jahre nach dem endgültigen Zusammenbruch seines gigantischen Kolonialsystems macht sich jetzt zumindest ein Land auf den Marsch. Am Freitag dieser Woche wollen der französische Präsident Emmanuel Macron und seinen beiden wichtigsten Berater in Raubkunstfragen, die in Berlin und Paris lehrende Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr, Geschichte schreiben: Es geht nicht mehr um das "Ob", sondern um das "Wie" der Rückgabe von Kulturgütern, die direkt oder indirekt unter kolonialem Vorzeichen in die großen Museen Frankreichs gelangt sind. Macron hat Afrika an die Spitze der Agenda gesetzt, denn 95 Prozent des Kulturerbes Afrikas befinden sich außerhalb von Afrika. "Menschen aus Afrika können nicht einfach die Museen in London, Paris, Berlin oder eben Zürich besuchen", sagt Savoy. Das Wort vom "geteilten Erbe" sei verlogen. Savoy sieht auch das Berliner Humboldt-Forum, aus dessen Beratergremium sie mit dem Vorwurf mangelnder Transparenz in Provenienzfragen ausgetreten ist, vor ähnlichen Herausforderungen. Das Beben im Pariser Kulturbetrieb dürfte in Europa einige Nachbeben auslösen, ob in London, Brüssel oder Berlin. Die Frage lautet, wie intelligente und machbare Lösungen aussehen könnten, die Herkunftskulturen wieder mit ihren kulturellen Schätzen zu verbinden.

Was heißt eigentlich "Wir"?

Das Ende der Mehrheitsgesellschaft

"Wir sind das Volk", skandieren die einen, "Wir sind mehr", halten die anderen dagegen. Doch wer ist das "Wir", von dem hier gesprochen wird? Der französische Philosoph und Schriftsteller Tristan Garcia hat dazu ein Buch geschrieben; es trägt den einfachen Titel "Wir" und untersucht die vielfältigen Bedeutungen, Konflikte und Potentiale, die sich politisch, soziologisch und philosophisch mit der Verwendung dieses Personalpronomens verbinden. Klug gedacht und gut geschrieben gibt Garcia dem Leser einen Leitfaden in die Hand, der sich gerade in Zeiten des erstarkenden Populismus als wertvoll erweist. Auch die Wiener Philosophin Isolde Charim plädiert für eine Neudefinition des "Wir".

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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