aspekte vom 25. November 2016

Moderation: Katty Salié & Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 25. November 2016

u.a.: Trump und die Rechten: die US-Internetplattform "Breitbart", 40 Jahre Punk, Zerstört Windkraft Landschaften?, Musik: Wallis Bird

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.11.2017, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Die US-Internetplattform "Breitbart"

Die US-amerikanische Internetseite "Breitbart News Network" gilt als Plattform für eine neue, ultrarechte Bewegung. Groß gemacht hat sie der Publizist Steven K. Bannon, der nun vom „president elected“ Donald Trump als Chef-Stratege ins Weiße Haus berufen wurde. Bannon hat "Breitbart News" zum Sammelbecken der sogenannten „Alt-Right“ ausgebaut, einer „alternativen“ rechten Bewegung, in der rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Positionen vertreten werden. Inzwischen hat "Breitbart" 300 Millionen Klicks zu verzeichnen.

Der bekannteste unter den" Breitbart"-“Stars“ ist Milo Yiannopolous, der seine Hass-Propaganda unter dem Deckmantel einer kokett-ironischen Anti-Political-Correctness verbreitet. "Breitbart" hat nun angekündigt, nach Frankreich und Deutschland zu expandieren, um sich vor den anstehenden Wahlen die dort wachsende nationalistische Stimmung zunutze zu machen.

Wir sprechen mit dem politischen Analysten John Judis, der mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Historikerin und Washington Post Kolumnistin Anne Applebaum, die selbst Opfer von antisemitischen Breitbartattacken geworden ist. Und wir lassen auch einen Vordenker der "Alt-Right" zu Wort kommen - Richard Spencer, der an die Überlegenheit der weißen Rasse glaubt.

Robert Harris' neuer Roman "Konklave"

Thriller über eine Papstwahl

Der britische Autor Robert Harris ist mit seinen Romanen über historische und politische Themen berühmt geworden. Er schrieb über das römische Imperium, den Untergang von Pompeji, das moderne Finanzwesen und den britischen Premier Tony Blair. In seinem neuen Buch widmet er sich nun einem ungewöhnlichen, scheinbar abseitigen Sujet: einer Konklave. Gut hundert Kirchenmänner ziehen sich in Rom in die Sixtinische Kapelle zurück und wählen, vollkommen von der Außenwelt abgeschottet, einen neuen Papst.

Der Held des Thrillers ist Kardinal Lomeli, der Leiter der Papstwahl. Während er selbst von quälenden Glaubenszweifeln heimgesucht wird, muss er dafür Sorge tragen, dass - so der traditionelle Anspruch - der Heilige Geist sein Werk tun kann und Gott die Wahl auf den Richtigen fallen lässt. Gleichzeitig finden zwischen den Wahlgängen politische Aushandlungen und Intrigen statt. Modernisten und Traditionalisten versuchen ihre Unterstützer zu mobilisieren. Wir sprechen mit unserem Studiogast Robert Harris über die älteste Institution der Welt und über das Wesen von Wahlen und Politik.

Gast im Studio

Katty Salié spricht mit Thriller-Autor Robert Harris über die älteste Institution der Welt und über das Wesen von Wahlen und Politik.

robert harris
Der britische Autor und Publizist Robert Harris ist Gesprächsgast bei aspekte Quelle: dpa

Zerstört Windkraft Landschaften?

Eine Kritik an der Energiewende

Es ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: Der Klimawandel mahnt uns, unseren Planeten nicht restlos zu ruinieren – und spätestens die Katastrophe von Fukushima brachte in Deutschland den Atomausstieg. Seit der Energiewende gilt die Windkraft als Arbeitspferd der erneuerbaren Energien. Doch sie steht wegen der Zerstörung unserer Kulturlandschaft und angeblicher Ineffizienz im Kreuzfeuer der Kritik.

Die Debatte ist emotional, der Graben tief – selbst zwischen Naturschützern. Einer der größten Kritiker der Windkraft: Umweltschützer Enoch zu Guttenberg. Der BUND-Mitbegründer kämpft heute gegen die, mit denen er einst den Naturschutzbund gegründet hat. Im gerade erschienen Buch „Geopferte Landschaften“ erklären er und andere Windkraftkritiker, warum die Energiewende aus ihrer Sicht kein alternativloses Schlüsselprojekt ist, sondern unsere Kulturlandschaft unwiderruflich zerstört. Nicht selten wird zu Guttenberg deshalb als reaktionär bezeichnet – und sogar in die Nähe der AfD und der Atomlobby gerückt. Ist die Energiewende auf dem richtigen Kurs oder müssen wir umdenken?

Wie eine Subkultur vereinnahmt wird

Er war vielleicht die letzte politische Jugendbewegung des 20. Jahrhunderts, ohne dass er jemals eine politische Agenda gehabt hätte: der Punk. Radikal, anarchisch, kompromisslos gegen Establishment und Langeweile. 40 Jahre ist es her, dass Johnny Rotten von des Sex Pistols auf einem Dampfer am Buckingham Palace vorbei fuhr und in die Monarchiehysterie der späten 70er seine Hymne grölte: „God save the Queen, the fascist regime.“ Auftrittsverbote, Verhaftungen waren Ehrensache für die Punks.

Und heute? Heute ist der echte Punk tot, sagen viele, vielleicht auch, weil Establishment, Tourismusindustrie und Queen ihn längst vereinnahmt haben. Vor 40 Jahren ist aspekte-Autor Michael Stefanowski nach London gereist und hat die jungen Stars der Szene getroffen: Malcolm McLaren, Johnny Rotten, Siouxsie and the Banshees. Heute, 40 Jahre später, fahren wir nochmal hin. Ist der einzige Punkprotest, der heute noch möglich ist, die Verbrennung von Devotionalien im Wert von 5 Millionen Pfund, wie es Joe Corré plant, der Sohn von McLaren und Vivienne Westwood? Wir sprechen mit Jon Savage, Schriftsteller, Musikkritiker, der die Bibel des Punks geschrieben hat: „England’s Dreaming“ – und der damals auf Rottens Dampfer vor dem Buckingham Palace dabei war.

Film über Meeresforscher Cousteau

Der Mann hinter der Legende

„Er war eine Art ‚Tele-Realität‘, die Familie, seine Arbeit, seine Crew, das Schiff – all das inszenierte er.“ Das sagt Jérôme Salle, Regisseur des neuen Biopics „Jacques“ über seinen Protagonisten. Die Rede ist von keinem geringeren als Jacques-Yves Cousteau, dem legendären Meeresforscher und Entdecker, der mit seinen Filmen über die Ozeane und die Abenteuer der Crew seiner „Calypso“ in den 60ern-80ern Stammgast auf den Bildschirmen der weltweiten TV-Gemeinde war.

Cousteau – in Frankreich ein nationales Monument und in vielen Ländern rund um den Globus eine Legende. Nun kommt in opulenten Bildern auch so manche Schattenseite auf die Kino-Leinwand: Cousteau war nicht nur ein „Don Juan“ – so sagt es die wieder einmal wunderbare Audrey Tautou (sie spielt im Film Cousteaus Gattin Simone), sondern er wusste seine Macht durchaus einzusetzen, manipulierte sogar an seinen „dokumentarischen Bildern“. Eigenschaften, die nicht zuletzt den jahrzehntelangen Konflikt mit seinem Lieblingssohn Philippe schürten. Cousteau – eine Biographie mit allen Zutaten für großes Drama.

Die irische Singer-Songwriterin Wallis Bird spielt in der Sendung „That Leads The Way“ und exklusiv für aspekte online: „Change“.

Wallis Bird
Die irische Musikerin Wallis Bird lebt in Berlin. Vor kurzem hat sie ihr viertes Album "Home" veröffentlicht. Quelle: Jens Oellermann

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet