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aspekte vom 27. September 2019

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Was die EU zusammenhält - warum Europa die Kultur braucht; Nachwendekinder - das große Schweigen - DDR Vergangenheit und Identitätssuche; "Deutschstunde" - Romanverfilmung aktuell und zeitlos; Gast: Tobias Moretti; Live: MiA.

Beitragslänge:
37 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.09.2020

Was die EU zusammenhält

Warum Europa die Kultur braucht

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat 26 EU-Kommissare - die Kultur kommt in keinem der Titel vor. Kommt die Kultur im neuen Ressort "Innovation und Jugend" künftig zu kurz? Braucht nicht gerade in Zeiten der Zerrissenheit von Brexit, Rechtspopulisten und Gelbwesten Europa mehr Kultur denn je? Was kann und soll europäische Kultur leisten? Was meint der "European way of life", den Frau von der Leyen propagiert? aspekte fragt nach bei Igor Levit, Ulrike Guérot, Michelle Müntefering und Frederic Wake-Walker.

Nachwendekinder - das große Schweigen

DDR Vergangenheit und Identitätssuche

Sind Kinder, die 1989/90 in Ostdeutschland geboren wurden, noch Ossis? Können sie noch auf eine Geschichte in der DDR zurückschauen, wurden sie vom Leben in der DDR beeinflusst? Ja, sagt der Autor und Journalist Johannes Nichelmann, Jahrgang 1989. Wo ist die Welt hin, in die sie hinein geboren wurden? Nichelmann recherchiert und schreibt über sich und seine Generation. Er nennt sie die "Nachwendekinder" (Ullstein Verlag) und begibt sich auf die Suche nach deren Herkunft. Die große Schwierigkeit, auf die er trifft: die Elterngeneration schweigt. Jetzt, 30 Jahre nach der Wende und 30 Jahre nach ihrer Geburt, spüren die jungen Menschen der Leerstelle nach, die eine verschwundene Gesellschaft und nicht erzählte Familiengeschichten hinterlassen haben. Nach vielen Versuchen und ausführlichen Recherchen gelingt es Nichelmann, seine Familie und auch die Eltern seiner Freunde zum Reden zu bringen. Wir treffen ihn und weitere Nachwendekinder.

"Deutschstunde" im Kino

Romanverfilmung, aktuell und zeitlos

Siegfried Lenz‘ Roman "Deutschstunde" gilt als ein Schlüsselwerk der literarischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Im Zentrum des Buchs steht der Konflikt zwischen sklavischer Pflichterfüllung und individueller Verantwortung: Der Maler Max Ludwig Nansen gilt als entartet und erhält ein Berufsverbot, der Polizist Jens Ole Jepsen, eigentlich ein enger Freund Nansens, muss das Verbot überwachen. Zwischen beiden steht Siggi Jensen, der Sohn des Polizisten, aus dessen Perspektive die Geschichte im Rückblick erzählt wird. Christian Schwochow hat das Buch nun verfilmt. Wir stellen den Film vor, und haben mit Schwochow, seiner Mutter Heide (die das Drehbuch geschrieben hat) und Ulrich Noethen, dem Darsteller von Jens Ole Jepsen geredet.

Gast und Musik im Studio:

Tobias Moretti, Schauspieler

Auf der aspekte-Bühne: MiA.

Yves Saint Laurent: "Celebration"

Dokumentarfilm über den Mythos

Yves Saint Laurent
Quelle: reuters

Es gibt sie nicht mehr, die großen Mode-Designer, die mit und in ihrem Namen Labels von Weltruhm gründeten. Einer der Letzten war "YSL" - Yves Saint Laurent. Im Jahre 1998, zehn Jahre vor dessen Tod, gewährte sein Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé einer Filmcrew um Regisseur Olivier Meyrou großzügigen Zugang zum Pariser Modehaus und seinem Star. Es sollten knapp drei Jahre werden, in denen gerade mal 18 Stunden Drehmaterial entstanden. Einer der Grunde dafür: YSL erscheint sehr selten vor der Kamera. Die Schneiderei, die Geschäfts- und Ankleideräume - alles erscheint in diesem Film wie am Hofe, und nur höchst selten bequemt sich der Monarch hinab, zu begutachten, wie dort mit höchster Akribie kostbare Einzelstücke aus seinen Skizzen entstehen. YSL selbst erscheint dabei alles andere als souverän, mondän, herrisch: Umgeben von respektvollen, teils devoten Untergebenen, erlebt man in dieser Doku einen flirrigen Künstler, einen Menschen, von Nervosität und Ängsten gezeichnet, einen "präzisen Schlafwandler, der nicht gestört werden sollte", so Pierre Bergé. Bergé und Yves Saint Laurent - keiner wäre ohne den anderen das geworden, was er letztlich wurde, das macht dieser Film deutlich. Von Bergé als eine Art Vermächtnis initiiert, wurde diese Dokumentation dann doch nicht ganz so wie dieser sich das vorgestellt hatte. Nach Fertigstellung erteilte er ein Aufführungsverbot - es dauerte (mit einer Ausnahme, einer Vorführung bei der Berlinale) zehn Jahre, bis Bergé kurz vor seinem eigenen Tod dann letztlich doch seine Freigabe erteilte. "Celebration" - so der Name des Films, ist ein Dokumentarfilm im besten Sinne.

"Stadt unter Einfluss"

Das Musical zur Wohnungskrise

Die Wohnungsfrage brennt. Nicht nur, aber vor allem in Berlin. Mietpreisbremse, Mietendeckel, Enteignungsdebatten. Mieter und Eigentümer, Genossenschaften und Investoren standen sich schon lange nicht mehr so unversöhnlich gegenüber. Die Wohnungsfrage gehört zu den wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit. Das hat nicht nur die Landespolitik langsam verstanden; Mietervereine, Verbände und Mietaktivisten rufen schon lange zu einer neuen Wohnungspolitik auf. Sozialer Wohnraum ist das Schlagwort der Stunde. Die Musikerin und Autorin Christiane Rösinger, schon seit Anfang der 1980iger Jahre in Berlin-Kreuzberg beheimatet, ist selbst von der Wohnungskrise betroffen. Auch ihre Wohnung soll verkauft werden und der neue Eigentümer möchte einziehen. Ihre Erfahrungen, den demütigenden Vorgang, wenn die eigene Wohnung zur Besichtigung offen steht, hat Christiane Rösinger jetzt zusammen mit einem Chor aus Mietaktivisten im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) auf die Bühne gebracht: "Stadt unter Einfluss - das Musical zur Wohnungsfrage". Das HAU eröffnet seine Spielzeit mit einem interdisziplinären Festival "Berlin bleibt! Stadt, Kunst, Zukunft" und widmet sich bis zum 5. Oktober den dringlichen Fragestellungen zum Thema "Wohnen". Was können, sollen, müssen Künstler auf diesem Themenfeld leisten?

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück
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