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aspekte vom 28. September 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 28. September 2018

Zum Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Erdoğan rollt die deutsche Regierung ihm den roten Teppich aus – aspekte widmet eine Spezial-Ausgabe jenen, die der Autokrat verfolgt, einsperrt, mundtot machen will.

Beitragslänge:
45 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.09.2019, 23:59

An diesem Abend wird Erdoğan mit einem Staatsbankett in Schloß Bellevue geehrt. aspekte lädt Meşale Tolu als Studiogast ein. Ihr Anliegen ist es, dass die kritischen Stimmen in der Türkei nicht im Stich gelassen werden.

Zu Gast im aspekte-Studio: Meşale Tolu

Meşale Tolu
Quelle: Christian Feiland

Meşale Tolu, Übersetzerin und Journalistin, wurde Ende April 2017 wegen Terrorvorwürfen in Istanbul verhaftet. Die deutsche Staatsbürgerin saß fast acht Monate im Gefängnis, sechs davon war ihr damals zweijähriger Sohn mit ihr in der Zelle. Ende 2017 wurde sie aus der Haft entlassen, jedoch eine Ausreisesperre über sie verhängt. Im August schließlich durfte sie mit ihrem Sohn nach Deutschland heimkehren.

Sie sei "frei, aber nicht froh" - ihr Ehemann darf die Türkei nicht verlassen, und das Strafverfahren gegen sie wird fortgesetzt. Der nächste Prozesstermin in Istanbul ist für Mitte Oktober anberaumt, die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 15 Jahren. "Meine Freiheit ist leider nicht mit der der anderen verbunden. 170 Journalisten-Kollegen sind immer noch inhaftiert, und solange sich die Situation in der Türkei nicht bessert, kann ich mich nicht freuen."

Weitere Themen der Sendung:

Heikle Staatsbesuche - eine kleine Kulturgeschichte des Roten Teppichs: Für den Journalisten Deniz Yücel, der ein Jahr aufgrund einer Willkür-Maßnahme in der Türkei inhaftiert war, scheint der rote Teppich für Erdoğan wie ein Verrat an all jenen, die sich in der Türkei "nach einer freiheitlichen, demokratischen und säkularen Gesellschaft sehnen." Wird hier aus Opportunität der Kotau geprobt, um das militär- und flüchtlingspolitisch wichtige Erdoğan-Regime zu beschwichtigen? Der vehemente Protest gegen Staatsempfänge für Despoten, die daheim die Opposition aufs Brutalste verfolgen, hat lange Tradition in Deutschland: vom berüchtigten Schah-Besuch anno 1967 bis hin zu den Besuchen von Putin, Orban oder chinesischen Machthabern. Wie weit kann und darf sich unser Rechtsstaat aus Gründen des politischen Kalküls verbiegen?

Ahmet Altan: Ich werde die Welt nie wiedersehen. Texte aus dem Gefängnis.
Quelle: S. Fischer

"Ich werde die Welt nie wiedersehen" - das bewegende Buch des Schriftstellers und Journalisten Ahmet Altan aus dem Gefängnis. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, sitzt bereits seit zwei Jahren hinter Gittern.

• Tränengas gegen trauernde Mütter: Die "Samstagsmütter" kämpfen trotz Verbot weiter. Seit über 20 Jahren demonstrieren sie jede Woche für die Aufklärung der Schicksale ihrer verschwundenen Angehörigen. Sie fordern Aufklärung von der Regierung über all die Verschollenen, die von den Behörden auch schon vor Erdoğan entführt, gefoltert oder ermordet wurden.

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