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aspekte vom 29. Juni 2018

Wege aus der Wohnungskrise?

Kultur | aspekte - aspekte vom 29. Juni 2018

Katty Salié und Jo Schück treffen Stadtforscher, Aktivisten und Architekten.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.06.2019, 23:59

Wohnungskrise – Die Stunde der Architektur?

Investoren aus aller Welt kaufen Wohnungen in Berlin, Hamburg oder Frankfurt und treiben Hauspreise und Mieten in die Höhe. Die Politik könnte mehr tun als nur zuschauen. Sie könnte aufhören, auf in Europa beispiellose Art und Weise die Spekulation mit vorhandenem Wohnraum zu fördern, wie es in der Praxis des "Share Deal" bisher üblich war. In den großen Städten hat der Kampf um bezahlbaren Wohnraum schon fast absurde Ausmaße angenommen: in Inseraten sind bereits Zelte auf Balkonen zum Anmieten aufgetaucht. aspekte spricht mit Stadtforschern, Investoren und Architekten über die aktuelle Krise, ihre Ursachen und mögliche Auswege.

Wien - Positives Beispiel für den Wohnungsmarkt

Wir befinden uns im Jahr 2018. Alle Europäischen Metropolen sind von Immobilienhaien besetzt. Tatsächlich alle? Nein! Eine von grantelnden Österreichern bevölkerte Hauptstadt hört nicht auf, dem Mietwahnsinn Widerstand zu leisten. aspekte hat sich in Wien umgesehen und staunt nicht schlecht über eine Stadt, die es durch ein ausgeklügeltes Fördersystem und eine lange Kontinuität im Sozialen Wohnungsbau geschafft hat, ohne Problemviertel und durchgentrifizierte Reichen-Ghettos auszukommen. Wie machen die das nur?

Gesprächsgäste

Katty Salié und Jo Schück treffen unter anderem die Stadtplanerin Frauke Burgdorff, den Architekturkritiker Niklas Maak sowie Markus Bader von "raumlabor berlin" ("Floating University").

Mietshäuser-Syndikat - Adé Immobilienmarkt!

Auf dem Grethergelände in Freiburg entscheiden die Bewohner selber, wie hoch die Miete ist und wer in das jeweilige Haus einzieht. Klingt wie ein Märchen. Wie haben die rund 100 Bewohner das gemacht? Sie sind Mitglied im Mietshäuser-Syndikat, das in den 80er Jahren in Freiburg entstand und mittlerweile 130 Projekte in ganz Deutschland hat. Es hat mit einem juristischen Kniff einen Weg gefunden, Wohnungen dem Immobilienmarkt zu entziehen: Im Mietshäuser-Syndikat bilden die Hausbewohner zusammen mit der Dachorganisation der Syndikats eine GmbH, die das Haus kauft. Das Syndikat als Gesellschafter verbietet dann Weiterverkäufe, lässt aber ansonsten den Hausbewohnern freie Hand. Selbstverwaltung, buntes WG-Leben, solidarisches Unterstützen der Hausprojekte bundesweit: ein alternativer Ansatz, um dem Wahnsinn auf dem Immobilienmarkt zu entkommen. Katty Salié hat es sich vor Ort angeschaut und mit den Beteiligten gesprochen.

Tiny Houses -Wohnkonzept der Zukunft

Neue, ressourcenschonende und sozial verträgliche Wohnkonzepte müssen her: Das 'Konzept Wohnen' neu denken. Die Zeit der klassischen Einfamilienhäuser, die auf 400 bis 800 Quadratmeter Grund stehen ist vorbei. Reduktion auf das Wesentliche und der Wunsch, autark zu leben, vereint immer mehr Menschen in den westlichen Industrieländern. Ein alternatives Wohnkonzept, das flexibel, platzsparend und ökologisch zugleich ist, sind so genannte "Tiny Houses" oder "Nano Houses". Sie sind maximal 50 Quadratmeter groß und mit allem ausgestattet, was man braucht. Mit platzsparende Einbauten, die individuell und schnell verändert werden können - manchmal sogar auf Rädern gebaut - vereinen "Tiny Houses" genau das Wohnkonzept, das zukünftig für viele Menschen erschwinglich und realisierbar sein wird.

Zukunftslabor Provinz

Die Zukunft der Architektur liegt auf dem Land, prophezeien immer öfter Stadtplaner und Stars der Architekten-Zunft wie Rem Koolhaas. Wie kann das sein, wo doch in den Städten Wohnungsnot herrscht und viele Dörfer veröden. Antwort darauf geben Vordenker wie der Städtebauer Prof. Mark Michaeli: "Im ländlichen Raum ist die Gestaltungsmöglichkeit sehr, sehr viel größer als in den Städten." Der Architekt Christoph Hesse setzt auf lokale Kräfte, Materialien und Ökologie und ist davon überzeugt, dass "Träume heute erschwinglich sind – auf dem Land." Im österreichischen Voralberg zeigt das anschaulich die Gemeinde Krumbach: statt Abwanderung wird mit originellen Ideen der ländliche Raum mit seinen Traditionen zukunftsfest gemacht.

"Free Space" - Architekturbiennale in Venedig

Auch auf der Architekturbiennale in Venedig sind Fragen wie erschwingliches Wohnen und der öffentliche Raum ein Thema. Der deutsche Pavillion untersucht unter der Überschrift "unbuilding walls" die Wunden der Stadt Berlin, die durch die Mauer gerissen wurden und fordert ein Umdenken in der Diskussion der Wohnungsfrage. Unweit von Venedig, in Vicenca, stellt zeitgleich der Architekt David Chipperfield seine Modelle aus und stellt klar: Architekten sind auch in der Pflicht. Sie müssen über Nachhaltigkeit und soziale Durchmischung der Städte sprechen.

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