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aspekte on tour - am 3. April 2020

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Joy Denalane & Max Herre über das Paar- und Musikerleben in Corona-Zeiten; Zu- und trotzdem weitermachen – ein Treffen mit BE-Intendant Oliver Reese; Interreality – Das Sozialexperiment des Künstlers Alexander Iskin

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44 min
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03.04.2020
Video verfügbar bis 03.04.2021

Joy Denalane und Max Herre

Über das Paar- und Musikerleben in Corona-Zeiten

Gerade die Branche der Musikschaffenden trifft die Corona-Krise in umfänglichem Maße, vor allem die Ton- und Lichttechniker, die Booking-Agenturen, die Veranstalter - all das Personal, das hinter den Kulissen arbeitet, wenig verdient und nun in kürzester Zeit vor dem finanziellen Aus steht. Wir treffen zwei Musiker, die seit Jahren im Geschäft sind, die um all dies wissen – und die seit Jahren ein Paar sind, gemeinsame Kinder haben und auch hier angesichts der Corona-Krise herausgefordert sind: Joy Denalane und Max Herre. Wie hält man sich über Wasser, wenn man zudem noch in der gleichen Branche tätig ist? Hilft einem das Wissen um die Probleme des Anderen – oder steigert es noch die Anspannung, unter der zurzeit alle leiden? Wie trifft die Corona-Krise die Musiker? Stachelt sie vielleicht sogar die Kreativität an - oder lähmt sie?

Zu- und trotzdem weitermachen

Ein Treffen mit Berliner Ensemble-Intendant Oliver Reese

Die Berliner Bühnen gehen in die vierte Woche der Pandemie-bedingten Zwangsschließung. Jedes Haus versucht zwar - online - die Leerstelle irgendwie zu füllen und Präsenz zu zeigen, aber es gibt keine Aufführungen, keine Proben. Stillstand. Das Theater, von Haus aus ein geschützter Raum, gilt plötzlich als Hochrisikogebiet. Eigentlich würden jetzt in der ganzen Republik die Proben für Neuproduktionen auf Hochtouren laufen. Das Berliner Ensemble etwa wollte Ende April mit dem neuen Stück des Erfolgsautors Ferdinand von Schirach - "Gott" - neue Impulse für eine Debatte um ärztlich assistierte Sterbehilfe setzen. Aber wer wollte jetzt ernsthaft über Sterbehilfe diskutieren? Jo Schück trifft den Regisseur und Intendanten Oliver Reese auf der trostlos leeren Bühne des Berliner Ensembles, spricht mit ihm über geplatzte Träume, die finanziellen und künstlerischen Folgen für sein Haus und die außergewöhnliche Welle an Solidarität, die er gerade beobachtet. Gänzlich untätig sind die zur Untätigkeit verdammten Bühnen-Mitarbeiter übrigens trotzdem nicht, wie ein Blick ins Homeoffice einer Hutmacherin und Mitarbeiterin der Deutschen Oper Berlin beweist.

Besuche "auf Abstand" bei Kulturschaffenden

Corona macht auch vor der Wissenschaft nicht halt

Der Philosoph Markus Gabriel im Gespräch

"Pandemie" - das ist griechisch und bedeutet auf deutsch: Das ganze Volk. Die Corona-Krise ist eine Pandemie, weil sie alle betrifft. Deshalb schreibt der Bonner Philosoph Markus Gabriel: Die von Covid-19 ausgelöste Pandemie "beweist, dass wir alle durch ein unsichtbares Band, unser Menschsein, verbunden sind. Vor dem Virus sind alle Menschen gleich." Doch er sagt auch: "Das Corona-Virus offenbart die Systemschwächen der herrschenden Ideologie des 21. Jahrhundert." Damit meint er unter anderem den "Irrglauben, dass wir durch naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt alleine schon menschlichen und moralischen Fortschritt vorantreiben können."

Interreality

Das Sozialexperiment des Künstlers Alexander Iskin

"Interreality" ist seine Mission. Künstler wollte er eigentlich nur "zufällig" werden - eine schöne Frau aus der Welt der Kunst für sich einnehmen. Das ist Jahre her. Er sei "Maler", sagte er ihr und als sie seine Arbeiten sehen wollte, blieb ihm keine Wahl. Alexander Iskin, heute 30 Jahre alt und als Kind mit seinen Eltern aus Russland emigriert, hat sich inzwischen längst einen Namen gemacht - als Maler und Konzeptkünstler. "Interreality", sein jüngstes Projekt, wurde vom Corona-Virus sozusagen überholt. Es ist eine Art Realitäts-Karussell. Denn schon Wochen vor Corona hatte er sich mit seiner Kunst in Quarantäne begeben – "Arturbation" heißt das Ganze beziehungsreich. Iskin lebt und arbeitet seither nahezu pausenlos in seiner Galerie. Auf mehreren Live-Kanälen im Internet nehmen Besucher teil, schufen unter anderem mit an Iskins Kunstwerken. Und: Ausgewählte Besucher waren – vor Corona – auch persönlich zugelassen, mussten aber gewährleisten, Iskins "Überleben" mit Gaben zu sichern. Hilfesuchend macht sich Jo Schück auf den Weg zu Alexander Iskin, um die neuen Realitäten zu verstehen. Natürlich nicht ohne eine "Überlebens-Gabe".

Lockdown und Depressionen

Der Schriftsteller Benjamin Maack

"Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein", so lautet der Titel des aktuellen Buches von Benjamin Maack. Ein Bericht aus dem Innenleben eines an Depressionen erkrankten Menschen. Maack weiß, wovon er schreibt, hatte ihn doch die Krankheit mehrmals so fest im Griff, dass nur noch ein Klinikaufenthalt ihn im Leben hielt. Schonungslos offen lässt der Familienvater seine Leser eintauchen in die Welt der Dunkelheit, der Selbstmordgedanken, der Verzweiflung und Unrast seiner Seele. Ein Leidensweg in Echtzeit – aus dem der Autor doch immer auch ein Auftauchen, ein Überleben sucht. Ein Skype-Interview über Maacks Situation und darüber, was der Corona-Lockdown für ihn bedeutet.

  • Moderation - Jo Schück
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