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aspekte on tour vom 3. August 2018

Mit Jo Schück bei den Salzburger Festspielen

Kultur | aspekte - aspekte on tour vom 3. August 2018

Im Kultursommer auf den Spuren der Künstler: Jo Schück begleitet unter anderem die Protagonisten von Mozarts "Zauberflöte", Christiane Karg (Pamina), Mauro Peter (Tamino) und Albina Shagimuratova (Königin der Nacht).

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.08.2019, 23:59

Mit interessanten Einblicken hinter die Kulissen: Auch im zweiten Jahr seiner Intendanz bei den Salzburger Festspielen sorgt Markus Hinterhäuser für Inszenierungen der Extraklasse - bei Oper und Theater. Die Amerikanerin Lydia Steier verzaubert mit ihrer Debüt-Regie Mozarts "Zauberflöte" in eine traumhafte Märchenwelt. Sandra Hüller begeistert als Kleists "Penthesilea". Cecilia Bartoli triumphiert in Rossinis "Die Italienerin in Algier".

Magische Märchenwelten: Mozarts "Die Zauberflöte"

Christiane Karg
"Pamina" in der "Zauberflöte" Quelle: Reuters

Angesichts der Umbrüche in unserer Welt steht der Satz "O ew'ge Nacht! Wann wirst Du schwinden?" aus der "Zauberflöte" wie ein Motto über dem gesamten Festspielprogramm. aspekte-Moderator Jo Schück trifft die Pamina der diesjährigen "Zauberflöte", die Sopranistin Christiane Karg, und spricht mit ihr über ihre Mozart-Leidenschaft, ihr Verhältnis zu Salzburg und über die Arbeit an ihren Rollen.

Mauro Peter
"Tamino" in der "Zauberflöte" Quelle: ZDF

Der Tenor Mauro Peter ist ein Bilderbuch-Tamino – ein ahnungsloser Prinz, wissbegierig, aber feige. Kein wirklicher Held? Mauro Peter muss da widersprechen: „Tamino ist kein Schlappschwanz. Das glaube ich nicht. Tamino ist einfach ein sehr junger Mann. Der ist sehr naiv und der geht da in diese Geschichte rein. „Ich finde das einen schönen Aspekt in der Zauberflöte, dass auch Pamina die Starke am Schluss ist, weil der Tamino wirklich auch sehr naiv ist, besonders in unserer Zauberflöte, die ja von den Kindern quasi auch erzählt wird."

Lydia Steier
Debüt-Regie mit Mozarts "Zauberflöte" Quelle: Salzburger Festspiele / Sandra Then

Die junge amerikanische Regisseurin Lydia Steier inszeniert die wohl berühmteste Mozart-Oper als märchenhafte Erzählung mit Bezügen zur heutigen Zeit. "Die Zauberflöte" ist für sie nicht nur eine der populärsten Opern, sondern auch eines der vielschichtigsten Werke überhaupt.
„Es ist wahnsinnig schwer zu inszenieren. Es sind zwei unterschiedliche Stücke. Man hat das märchenhafte im ersten Teil und das zweite ist eher die philosophische, freimaurerische vielleicht. Es ist wirklich so wechselhaft und schnell und kann wunderbar sein, wenn die Bilder auch dazu stimmen."
"Wir wohnen potentieller Weise auch in einem Moment, wo genau so eine Kollaps vor uns steht. Wenn man überlegt Atomwaffenkrise in Nordkorea, oder so ökonomischer Krieg, man weiß nicht, wo es hingeht. Was man spürt, ist eine Unsicherheit und eine Angst. Und wir stellen mal die Frage, ob das auch damals so war, ob man etwas in der Luft spürt, dass diese idyllischen Bilder auch einen Hauch von Verderben hatten damals.“

Albina Shagimuratova
"Königin der Nacht" in der "Zauberflöte" Quelle: Reuters

Albina Shagimuratova, eine grandiose "Königin der Nacht": Ihre Karriere bekam in Salzburg vor zehn Jahren einen riesigen Schub. Damals sang sie die Rolle unter Riccardo Muti zum ersten Mal: Der große Durchbruch der Russin. Diesmal bedeutet der Auftritt allerdings getrennt zu sein von Mann und der kleinen Tochter: „Man muss kämpfen. Ich habe immer davon geträumt, Opernsängerin zu werden und an mich geglaubt, auch dass ich eine richtige Opernstimme habe.  Einige Menschen behaupteten ja, ich hätte gar keine Stimme. Ich habe sehr hart gearbeitet, um all das zu erreichen.“

Cecilia Bartoli in einer Paraderolle

Cecilia Bartoli
Cecilia Bartoli in Rossinis "Die Italienerin in Algier" Quelle: Salzburger Festspiele / Uli Weber

Bei den Salzburger Festspielen gibt es auch ein Wiedersehen mit der Koloraturkönigin Cecilia Bartoli. Die Italienerin, die die Salzburger Pfingstfestspiele leitet, feiert ihr Salzburger Wiedersehen mit einer Paraderolle aus dem Schaffen von Gioachino Rossini. In der Oper "Die Italienerin in Algier", die das Publikum heute noch genauso wie vor 200 Jahren zu rasender Begeisterung hinreißen kann, treffen siegessicherer Machismo und emanzipierte Weiblichkeit aufeinander und schöpfen das komische Potential dieses Zusammenpralls ausgiebig aus. Cecilia Bartoli erzählt aspekte von ihrer Leidenschaft zu Salzburg und zu Rossini.

Sandra Hüller: Eine spektakuläre "Penthesilea"

Sandra Hüller
Quelle: ZDF

Am 29. Juli 2018 hatte die Kleist-Inszenierung am Salzburger Landestheater Premiere. Die Arbeit ist die Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit von Sandra Hüller mit dem international gefeierten, niederländischen Regisseur Johan Simons. Schon vor elf Jahren haben die beiden zusammen Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" gezeigt. Die Besonderheit dieser "Penthesilea"-Inszenierung: Das Stück wird nur von zwei Schauspielern gespielt. Neben Hüller tritt Jens Harzer auf – man kennt ihn aus dem "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen.

Der Festspiel-Leiter Markus Hinterhäuser als Pianist

Markus Hinterhäuser
Intendant der Salzburger Festspiele Quelle: Salzburger Festspiele / Neumayr

Seine Hommage an die russische Komponistin Galina Ustwolskaja: Sie ist eine der großen Unbekannten der russischen Musikwelt. Das Gesamtwerk der 2006 gestorbenen Komponistin umfasst gerade einmal 25 Werke mit einer Gesamtspielzeit von sieben Stunden. Dennoch gilt sie als eine der bedeutendsten Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Sie fühlte sich keiner Schule verbunden. Ihre Musik gilt als markant einzigartig.

Patricia Kopatchinskaja
Quelle: picture alliance / dpa / Oliver Killig

aspekte begleitet Pianist Markus Hinterhäuser und die Violinistin Patricia Kopachinskaja bei ihren Proben: „Ohne Galina Ustwolskaja existiert für mich keine Musik. Sie ist der Urknall, sie kommt von nirgendwo. Sie hat keine Verwandten, sie hat nur unglaubliche Wurzeln, die auch unsere sind. Sie wissen ja, was Ustwolskaja bedeutet. Stamm. Sie ist echt der Stamm. Sie hat es ja mit dem ganzen Herzen, mit der ganzen Seele geschrieben. Das braucht es auch von uns. Es ist nicht eine Musik, die aus den Tönen spricht, es spricht aus Energie und Kraft, aus Überzeugung. Also man muss es durchleiden, sage ich immer. Es muss richtig weh tun und man muss mit ihr zusammen diesen Weg gehen in das Unendliche.“

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