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aspekte vom 31. August 2018

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Kultur | aspekte - aspekte vom 31. August 2018

Themen u.a.: Der Dokumentarfilm "Eingeimpft" - Wie die Impfdebatte polarisiert, "Gelebte Fremdenfeindlichkeit" - eine AfD Aussteigerin packt aus, … eigentlich ist er unerträglich - Kultautor Wolf Wondratschek wird 75; Live: Kovacs

Beitragslänge:
41 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.08.2019, 23:15

Der Dokumentarfilm "Eingeimpft"

Wie die Impfdebatte polarisiert

Wussten Sie, dass man sich mit einer Masern-Impfung nicht nur gegen Masern schützt, sondern zugleich das Immunsystem insgesamt stärkt, auch gegen andere Erkrankungen? Der Filmemacher David Sieveking, seines Zeichens Impfbefürworter der alten Schule, hätte das und viele weitere interessante Details zum Thema Impfen wohl nie erfahren, wenn sich nicht eines Tages herausgestellt hätte, dass seine Freundin eine hartnäckige Impf-Skeptikerin ist und sich weigert, die gemeinsamen Kinder zu impfen. Sieveking, Autobiograph mit Hut, den man schon aus "David wants to fly" und "Vergiss mein nicht" kennt, bricht auf zu einer ganz persönlichen Recherche mit unerwarteten Ergebnissen. "Eingeimpft - Familie mit Nebenwirkung" - ab 13. September im Kino.

"Gelebte Fremdenfeindlichkeit"

Eine AfD-Aussteigerin packt aus

Franziska Schreiber: Inside AfD. Der Bericht einer Aussteigerin
Franziska Schreiber: Inside AfD. Der Bericht einer Aussteigerin
Quelle: Europaverlag

Wie verhält sich die AfD im Bundestag, wie im Landtagswahlkampf? Welche Art der Kommunikation pflegen die Parteimitglieder - und wie reagieren andere Parteien auf sie? Provokation statt Kommunikation? Die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber erklärt, wie die Partei immer genau an der Grenze des Sagbaren entlang laviert. Und die Sprachforscherin Heidrun Kämper vom Institut für deutsche Sprache der Uni Mannheim untersucht für aspekte die Sprach-Mechanismen der AfD-Abgeordneten.

Gast und Musik in der Sendung

Im Gespräch: Schriftsteller Wolf Wondratschek

Live: Kovacs mit ihrem Song "It's the weekend"

… eigentlich ist er unerträglich

Kultautor Wolf Wondratschek wird 75

Wolf Wondratschek: Selbstbild mit russischem Klavier, Roman
Wolf Wondratschek: Selbstbild mit russischem Klavier, Roman
Quelle: Ullstein Buchverlage

" … eigentlich ist er unerträglich!" Dieser Satz steht über der Einladung zu einem Fest für den Dichter Wolf Wondratschek. Seufzer, Kompliment oder etwa eine kokette Selbstcharakterisierung des Autors? Alles möglich. Mitte August ist Wolf Wondratschek 75 geworden. Dass er dieses Alter überhaupt einmal erreichen würde, davon ist er in seinen jungen Jahren ganz sicher nicht ausgegangen, dafür war sein Lebensstil ohne Frage zu exzessiv. Sein literarisches Debüt 1969 "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde“ war ein Geniestreich. Kurze Prosatexte – knapp, witzig, poetisch. Es folgt in den Siebzigern ein Gedichtband nach dem anderen. Seine Lyrik kommt an – bei den Kritikern und mehr noch bei den Lesern. Wondratschek - ein Rock-Poet in Cowboystiefeln, der Macho vom Dienst. Er führt ein Leben zwischen Bar, Boxring und Bordell – Selbststilisierung bis an den Rand des Kitschs. In München gehört er zur Bussi-Schickeria. Mit dem Literaturbetrieb fremdelt Wondratschek und der mit ihm. Preise hat er für seine Werke kaum bekommen: zwei, ganz am Anfang seines öffentlichen Schreibens und erst vor einem Jahr den "alternativen" Georg-Büchner-Preis – gestiftet von einem wohlhabenden Bewunderer, der ihm auch schon das Manuskript seines vorletzten Romans abgekauft hatte. Sein neuestes Buch ist gerade erschienen: "Selbstbild mit russischem Klavier". aspekte versucht eine Annäherung an einen ebensoso bekannten wie fast schon abhanden gekommenen Dichter.

Bullshit Jobs

Hochbezahlte Jobs, die keiner braucht

David Graeber: Bullshitjobs
David Graeber: Bullshitjobs, A. d. Engl. v. Sebastian Vogel
Quelle: Klett-Cotta

"Bullshit-Jobs" nennt der amerikanische Ethnologe, Anarchist und Bestseller-Autor David Graeber sein neues Buch. Und es geht gerade nicht um ausbeuterische Knochenjobs oder schlecht bezahlte Arbeiter (diese nennt er "Scheißjobs"). Im Gegenteil. Er will auf ein Phänomen aufmerksam machen, über das, wie er meint, kaum jemand spricht, das aber immer weiter zunimmt: Jobs, die von den Menschen die sie ausführen als vollkommen sinnlos und überflüssig beschrieben werden. Wohlgemerkt: gutbezahlte Tätigkeiten, gern im mittleren Management angesiedelt. Ach - die gibt es ja gar nicht in einer Wirtschaft, die vom Markt und Kosten-Nutzen Denken getrieben wird? Von wegen: Graeber greift auf einen großen Pool an Selbstbezichtigungen und auch eine britische Studie zurück, nach der 37 Prozent der Angestellten ihre Tätigkeit als unnütz beschrieben. Der Anthropologe Graeber sieht darin eine Art Rückkehr feudaler Strukturen und versucht, der Ursache für die Schaffung überflüssiger Arbeitsplätze auf den Grund zu gehen. Über den Wandel unserer Arbeitswelt.

Charline von Heyl

Entdeckung einer Künstlerin

Charline von Heyl in ihrem New Yorker Atelier, 2018
Charline von Heyl in ihrem New Yorker Atelier, 2018

Wie erzählt man eine Geschichte ohne Worte und ohne erkennbaren Plot? Mit einer Bewegung auf einer zweidimensionalen Leinwand – und das Ganze abstrakt? Kein Problem für die gebürtige Mainzerin Charline von Heyl. Seit gut zwei Jahrzehnten erobert sie mit dem Pinsel 2 x 2 Meter große Leinwände, bevölkert sie mit erstaunlichen, popartigen Elementen, manchmal amorphen Wesen, schichtet Farben übereinander und versieht das Ganze mit poetisch klingenden Titeln. Damit ist sie seit den 90er Jahren in ihrer Wahlheimat USA gut im Geschäft. Ihre Werke hängen unter anderem im MOMA und im Guggenheim Museum in New York. Und nun ist sie in den Hamburger Deichtorhallen noch bis in den September hinein auch in ihrer deutschen Heimat mit satten 60 Bildern zu sehen. Eine Entdeckung, die einen nachhaltig beeindruckt, die den Betrachter grübelnd, aber auch voller Freude zurück lässt: Kunst ist eben manchmal doch das schön Rätselhafte. Ausstellung Charline von Heyl "Snake Eyes" - bis 23. September.

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