aspekte - on tour vom 4. August 2017

Salzburg 2017: die Neuerfindung der Festspiele

Kultur | aspekte - aspekte - on tour vom 4. August 2017

Auf sommerlicher Tour zur Hochkultur: Mit Jo Schück bei den Salzburger Festspielen.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.08.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

In diesem Jahr gibt es bei den Salzburger Festspielen eine Menge Debüts. Auf der Bühne, aber auch dahinter - und sogar an der Spitze: der neue Intendant heißt Markus Hinterhäuser. Er ist in Salzburg kein ganz Unbekannter und den Festspielen schon lange eng verbunden. Der 59-jährige Österreicher, selbst Pianist, ist ein stiller und zurückhaltender künstlerischer Leiter.

Neuer Intendant: Markus Hinterhäuser

Für ihn sind die Festspiele kein elitäres Kunstvergnügen, sondern ohne Bezüge auf das Hier und Jetzt nicht vorstellbar. Salzburg, so sagt er im Gespräch im aspekte, ist "das Epizentrum des künstlerisch Besonderen." Seine erste Festspielsaison hat Hinterhäuser unter das Motto "Die Macht und die Frauen" gestellt und ein ambitioniertes Opern-, Konzert- und Theaterprogramm entwickelt. Darin: viele ungewöhnliche Künstlerpaarungen und jede Menge Salzburg-Debüts. Jo Schück spricht mit Markus Hinterhäuser über das Festspielprogramm und über die Frage, in welchem Verhältnis Kunst und Politik heute stehen – und auch stehen müssen.

Triumph: "La Clemenza di Tito"

Der Festival-Auftakt gelang schon mal furios, manche sprechen von nicht weniger als einem Neubeginn der Salzburger Festspielidee. aspekte war in der Eröffnungspremiere von Mozarts letzter und politischster Oper "La Clemenza di Tito". Die Aufführung geriet zum Triumph für Regisseur Peter Sellars und den eigenwilligen Dirigenten Teodor Currentzis, der zum ersten Mal in Salzburg auftritt. Mit der Mezzo-Sopranistin Marianne Crébassa hat Salzburg wieder einen neuen Star am Opernhimmel. Ihr "Duett" mit dem Bassetthornisten im ersten Akt wird als DER Festspielmoment der diesjährigen Salzburger Saison in die Geschichte eingehen.

Aida - ein Höhepunkt der Salzburger Festspiele

Auch Weltstars können Debütantinnen sein: Die iranische Videokünstlerin Shirin Neshat und Operndiva Anna Netrebko beschäftigen sich zum ersten Mal in ihrer Karriere mit Verdis "Aida" - ganz ohne ägyptischen Kitsch. Alle warten gespannt darauf, was die beiden Frauen in Verdis politischster Oper auf die Bühne bringen werden. Intendant Markus Hinterhäuser sagt über die Inszenierung: "Aida ist eine tiefere Reflexion über Machthierarchien. Shirin Neshat hat sich in ihrem gesamten Werk mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandergesetzt. Es geht nicht einfach nur um Feminismus, sondern um das Ringen um Selbstverständnis, um die Konfrontation mit einem übermächtigen Klerus, um Hierarchien und gesellschaftliche Brüche – das sind auch die Themen in Verdis Aida." Mit Riccardo Muti am Pult der Wiener Philharmoniker haben Netrebko und Neshat einen der besten Verdi-Kenner an ihrer Seite.

Kunst und Macht: "Lady Macbeth von Mzensk"

Nina Stemme brilliert in Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk", jener Oper, die Karriere und Leben des Komponisten entscheidend beeinflussten. Nachdem die Oper bei Stalin nach der weltweit gefeierten Uraufführung in Ungnade fiel, lebte Schostakowitsch unter dem Damokles-Schwert des Todes. An kaum einem Werk der Operngeschichte lässt sich das Verhältnis von Kunst und Macht so explizit durchbuchstabieren.

Motto "Die Macht und die Frauen"

Zum ersten Mal in der fast 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele ist mit Bettina Hering eine Frau die Schauspiel-Chefin. Auch die ersten beiden Schauspielpremieren werden von Frauen inszeniert. Harold Pinters "Die Geburtstagsfeier" von Andrea Breth und Gerhart Hauptmanns "Rose Bernd" von Karin Henkel - mit einer sensationelle Lina Beckmann in der Titelrolle.

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