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aspekte vom 4. Oktober 2019

Moderiert von Katty Salié und Jo Schück

Ins Blaue hinein - Wie die Schönheit in die Welt kam; Der Glanz der Unsichtbaren - Sozialkomödie obdachloser Frauen; Die unheilige Familie - Frauen in der islamischen Tradition; Live: Fettes Brot

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.10.2020

Wie die Schönheit in die Welt kam

Ins Blaue hinein

Cover des Buches von Kai Kupferschmidt: Blau. Wie die Schönheit in die Welt kommt.
Quelle: Hoffmann und Campe

Die "Deutsche Wohnen", der VW-Konzern, die Allianz-Versicherung, die Internetriesen Facebook und Twitter, der Pharmagigant Pfizer und die Kreditkartenfirma Visa, sie alle haben - von einem angeknacksten Image vielleicht abgesehen - etwas gemeinsam: Sie haben ihr Logo in Blau gewählt. Die Farbe Blau, sagen Farbpsychologen, wirkt besonders vertrauenserweckend. Das dürfte auch der Grund sein, warum nicht nur die sozialistische Jugendorganisation FDJ im Blauhemd aufmarschierte, sondern auch heute noch die meisten Bänker und Versicherungsvertreter ihre Kunden in Blau betreuen. Anders gesagt: Wenn Ihnen auf dem blauen Planeten etwas in Blau gegenübertritt, seien Sie auf der Hut! (Das gilt auch für Parteien). Zumal Blau selten blau ist. Die Natur, sagt der Wissenschaftsjournalist Kai Kupferschmidt, ist äußerst knausrig mit der Farbe. Was blau wirkt, ist oft nur rotabsorbierend. Kupferschmidt hat eine spannende Kultur- und Naturgeschichte des "Blau" geschrieben. Ein Ausflug ins Blaue.

"Der Glanz der Unsichtbaren"

Sozialkomödie obdachloser Frauen

Ein Feel-Good-Movie über obdachlose Frauen?! Geht das? Und darf man das überhaupt? Der französische Regisseur Louis-Julien Petit hat es ausprobiert – mit großem Erfolg. Weit über eine Million Menschen sahen seinen Spielfilm "Der Glanz der Unsichtbaren" in Frankreich. Darunter Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris - sie ließ im Rathaus sogleich zwei Räume zu Schlafsälen umfunktionieren. Das Ehepaar Macron lud die Filmcrew in den Élyséepalast ein. Der Clou dieses Spielfilms: Die wohnungslosen Frauen werden von Laiendarstellerinnen gespielt, die selbst Obdachlosigkeit erlebt haben. Allen voran Adolpha van Meerhaeghe - im Film Chantal - die im echten Leben wie im Film ihren gewalttätigen Mann umgebracht hat und dafür verurteilt wurde.

Frauen in der islamischen Tradition

Die unheilige Familie

Cover des Buches von Necla Kelek: Die unheilige Familie. Wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet.
Quelle: Droemer Knaur

Die Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek hat ein neues Buch geschrieben: "Die unheilige Familie. Wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet". Darin beklagt sie, dass ein durch muslimische Tradition geprägtes Familienbild die Frauen in Abhängigkeit halte, familiäre Gewalt fördere und arrangierten Ehen bis hin zu Zwangsehen Vorschub leiste. Als Aktivistin und Vorstandsfrau von "Terres de Femmes" hat Kelek eine vieldiskutierte Petition zum Verbot des Kinderkopftuches in der Schule mit in die Wege geleitet. Ihr wichtigstes Ziel ist die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft – sie dürfe nicht länger wegschauen, wenn Frauen und Kinder in patriarchalen Verhältnissen an Selbständigkeit und freier Entfaltung gehindert werden. Keleks Haltung provoziert allerdings auch heftigen Widerspruch. Kritikerinnen werfen ihr vor, ihre Urteile über den Islam seien zu pauschal und würden genau jene antimuslimischen Stereotype befördern, die die Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft bestätigen. Zudem kritisieren sie, dass Kelek blind sei für das Problem der Diskriminierung von Muslimen und kaum ein Wort über die wachsende Islamfeindlichkeit in Deutschland verliere. So kämpften feministische Muslima beispielsweise dafür, an der Gesellschaft Anteil nehmen zu können und versuchten, sowohl patriarchale Lebensweisen wie auch Islamophobie anzuprangern. aspekte spricht mit Necla Kelek und ihren Kritikerinnen.

Gast und Musik im Studio

Fettes Brot
Quelle: Jens Herndorff

Im Gespräch: Publizistin Sineb El Masrar

Auf der aspekte-Bühne: Fettes Brot mit "Du driftest nach rechts"

Hegels zeitloser Weltgeist

Freiheit und Vernunft

Cover des Buches von Klaus Vieweg: Hegel. Der Philosoph der Freiheit. Biographie.
Quelle: C.H. Beck

Das Jahr 2020 ist Beethoven-Jahr, aber, und das könnte im Rausch der Beethoven-Feiern untergehen, auch das 250. Geburtsjahr des Mannes, der vielen weltweit als der wichtigste deutsche Philosoph gilt: G.W.F. Hegel. Das Ereignis wirft seine Schatten voraus: Die letzte große Hegel-Biographie in deutscher Sprache erschien vor 175 Jahren (!), die von Karl Rosenkranz 1844. Danach hat sich niemand mehr an so ein Projekt gewagt. Nun erscheint Anfang Oktober eine voluminöse 800-Seiten Biografie von Klaus Vieweg. Vieweg gilt weltweit als einer der besten Kenner des Hegelschen Werkes, er ist Philosophie-Professor in Jena, daneben ist er Krimi-Autor, er hat u.a. auch ein Buch über Star Trek geschrieben. Sei einigen Jahren erlebt Hegel ein erstaunliches Comeback. "Hegel on Wall Street", titelt die New York Times und sieht in seinem philosophischen Freiheitskonzept eine gelungene Verbindung von "moderner Individualität und freiheitsgarantierender Gemeinschaften". Philosophieren heißt für Hegel: frei leben zu lernen. Er ist der legendäre Erfinder des "Weltgeistes", einer Macht, die im Dickicht der Geschichte zuversichtlich Ordnung schafft und der menschlichen Vernunft auf die Beine hilft. Merkwürdigerweise gilt Hegel als ein preussisch-verknöcherter Philosoph, dessen Leben langweilig gewesen sein muss. Hier räumt Vieweg aufgrund von akribischer, jahrelanger Recherche - er hat alle Lebenstationen abgereist und ungezählte Archive durchforstet - gründlich auf.

Wittgensteins "Boot"

Kunst in Norwegens Fjord

Der längste Fjord in Europa, der Sognefjord, war Ludwig Wittgenstein gerade lang genug, um sich dort eine Zuflucht zu bauen. Direkt oberhalb eines Sees, in den aus einem imposanten Wasserfall Gletscherwasser rauscht. Hier hat der weltberühmte Philosoph seit 1914 zahlreiche Aufenthalte verbracht. Die 'Philosophischen Untersuchungen' zusammengetragen, unter klimatischen Bedingungen, die heute kein Urlauber mehr zu ertragen bereit wäre. Jeden Eimer Wasser musste er von Hand hochkurbeln und die Heizung war spärlich. Mancher seiner Gäste wurden evakuiert, da die Kälte nicht mörderisch war. Wittgenstein selbst litt unter Lichtmangel und verschenkte schließlich das kleine Haus, das bis heute am Berg hängt. Die norwegische Künstlerin Marianne Heske beschäftigt sich schon lange mit Wittgenstein und hat in bester Found-Footage-Tradition ein Boot vor den Flammen gerettet, das demjenigen, in dem der Philosoph durch den Fjord ruderte, sehr ähnlich ist. Diese Skulptur reist zur Buchmesse nach Frankfurt. Ein Besuch bei der urwüchsigen Künstlerin in Skjolden.

Stab

  • Moderation - Katty Salié, Jo Schück

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